
Nach der Gasexplosion an der B6 in Neustadt am Rübenberge werden die finanziellen Folgen des Ereignisses vom 23. September 2026 deutlicher. Der Schaden an der ohnehin sanierungsbedürftigen Brücke wird inzwischen auf mindestens 25 Millionen Euro beziffert. Nach Angaben des NDR beruft sich diese Summe auf die Polizei Hannover. Mögliche Regressforderungen der Deutschen Bahn sind darin noch nicht enthalten. Die Bundesstraße bleibt gesperrt. Entlastung soll eine bereits vor dem Unglück geplante Behelfsbrücke bringen, die voraussichtlich im November für den Verkehr freigegeben werden kann.
Das Ereignis ereignete sich am Mittwochvormittag, 23. September, unter den Brücken der B6 und der Nordstraße über die Bahnstrecke in Neustadt am Rübenberge. Nach Angaben der Stadt wurde bei Sondierungsbohrungen eine Hochdruckgasleitung beschädigt. Eine Baumaschine geriet anschließend in Vollbrand. Die Besatzung konnte sich in Sicherheit bringen, verletzt wurde niemand. Mehr als 80 Kräfte der Feuerwehr Neustadt waren im Einsatz.
Wie genau der Brand entstand, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungen dazu dauern an. Fest steht damit bislang die Beschädigung der Gasleitung bei den Bohrarbeiten. Weitergehende Aussagen zur konkreten Ursache der Entzündung sind amtlich noch nicht abschließend bestätigt. Der Brand entwickelte so starke Hitze, dass beide unmittelbar darüber liegenden Straßenbrücken erheblich beschädigt wurden.
Fachleute untersuchten anschließend die Bauwerke. Das Ergebnis war eindeutig: Sowohl die B6-Brücke als auch die parallel verlaufende Nordstraßenbrücke sind nach Angaben der Stadt irreparabel beschädigt und bleiben bis zu ihrem Abriss für den Verkehr gesperrt. Die Bauwerke waren allerdings schon vor dem Ereignis Teil eines großen Erneuerungsprojekts. Die bestehende Ortsumgehung weist nach Angaben der Stadt und der Straßenbauverwaltung erhebliche bauliche Mängel auf. Mehrere Brücken entlang der B6 müssen ersetzt werden.
Am 30. September bezifferte der NDR den Schaden an der betroffenen maroden Brücke auf mindestens 25 Millionen Euro. Die Summe geht demnach auf Angaben der Polizei Hannover zurück. Nicht berücksichtigt sind mögliche Regressforderungen der Deutschen Bahn. Damit könnte die finanzielle Gesamtbelastung noch höher ausfallen. Eine abschließende Gesamtsumme liegt bislang nicht vor.
Die Schadenshöhe fällt auch deshalb ins Gewicht, weil der Ersatz der Brücken bereits vorbereitet wurde. Schon vor dem Brand liefen Arbeiten für den Umbau und Ausbau der B6-Ortsumgehung. Für 2026 war vorgesehen, zunächst eine Behelfsumfahrung zu errichten. Danach sollten die bisherigen Brücken über die Bahnstrecke abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.
Ursprünglich war der Abriss der bestehenden B6- und Nordstraßenbrücke für Dezember vorgesehen. Die Sperrpause für den Bahnverkehr war nach den bisherigen Planungen vom 16. bis 21. Dezember eingeplant. Anfang 2027 sollten anschließend die Arbeiten an den neuen Brücken beginnen. Für den Ersatz beider Bauwerke war bereits vor dem Brand eine Bauzeit von rund drei Jahren vorgesehen.
Für Autofahrer hat das Ereignis unmittelbare Folgen. Die B6 kann im Bereich der beschädigten Brücken weiterhin nicht genutzt werden. Nach Angaben der Stadt rechnet die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit einer Verkehrsfreigabe des Behelfsbauwerks im November 2026. Der NDR nennt Mitte November als derzeitigen Zielzeitraum.
Bis dahin wird der Verkehr großräumig umgeleitet. Für den überörtlichen Verkehr führt die empfohlene Route unter anderem über die A352, die A7 und die B214 in Richtung Nienburg beziehungsweise über die A27 in Richtung Bremen. Die Straßenbauverwaltung rät ausdrücklich dazu, den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen und nicht auf abweichende Routenvorschläge von Navigationssystemen auszuweichen. Innerhalb Neustadts und in den umliegenden Ortsteilen wurden zusätzliche Verkehrsmaßnahmen vorbereitet, darunter Tempo-30-Bereiche, Halteverbote und Querungshilfen.
Eine weitere Entlastung ist für die zweite Novemberhälfte vorgesehen. Die Auffahrt der Anschlussstelle Himmelreich in Richtung Hannover soll früher als ursprünglich geplant freigegeben werden. Die Abfahrt aus Richtung Nienburg nach Neustadt bleibt dagegen geschlossen, weil dort ein weiteres Bauwerk die Verkehrsbelastung derzeit nicht aufnehmen kann und zunächst ersetzt werden muss.
Deutlich schneller konnte die Bahnverbindung wiederhergestellt werden. Unmittelbar nach dem Brand war die Strecke zwischen Wunstorf und Nienburg gesperrt. Betroffen waren Regional- und Fernzüge. Die Linien RE1 und RE8 wurden zeitweise umgeleitet, außerdem richtete die Bahn Ersatzverkehr ein. Auch Fernzüge in Richtung Bremen und Oldenburg waren von Ausfällen und Umleitungen betroffen.
Der Brand hatte Teile der Bahninfrastruktur beschädigt. Nach Angaben der Deutschen Bahn mussten unter anderem die Oberleitungsanlage repariert und Schienen ausgetauscht werden. Signale und Kabel entlang der Strecke waren demnach nicht betroffen. Am Freitag, 25. September, wurden beide Gleise wieder für den Zugverkehr freigegeben. Sicherheitsnetze unter den beschädigten Straßenbrücken sollen verhindern, dass möglicherweise herabfallende Bauteile den Bahnverkehr gefährden.
Damit konzentrieren sich die langfristigen Einschränkungen inzwischen vor allem auf den Straßenverkehr. Die Bahnstrecke Hannover-Bremen ist wieder befahrbar, während die B6 im Bereich Neustadt bis zur Inbetriebnahme der Behelfsumfahrung unterbrochen bleibt.
Das Ereignis trifft einen Abschnitt der B6, dessen grundlegender Umbau bereits beschlossen und vorbereitet war. Die Straßenbauplanung sieht die Erneuerung mehrerer Brücken und einen Ausbau der Ortsumgehung vor. Die Arbeiten sollen sich über mehrere Jahre erstrecken. Für das Gesamtprojekt war zuletzt ein Zeitraum bis etwa 2035 vorgesehen.
Die unmittelbar betroffenen Brücken über der Bahnstrecke sollten zu den ersten Bauwerken gehören, die ersetzt werden. Die Behelfsumfahrung war deshalb bereits im Bau. Nach früherer Planung sollte ihr Überbau in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober während einer Sperrpause der Bahn eingesetzt werden. Die reguläre Fertigstellung war schon vor dem Brand für November vorgesehen.
Der Schaden vom 23. September hat damit nicht grundsätzlich einen zuvor intakten Brückenstandort aus dem Verkehr genommen. Er hat vielmehr die bereits vorgesehene Außerbetriebnahme zweier stark sanierungsbedürftiger Bauwerke abrupt vorgezogen. Für die Menschen in und um Neustadt bedeutet das bis zur Freigabe der Behelfsstrecke erhebliche Umwege. Wie hoch sämtliche Kosten einschließlich möglicher Forderungen der Bahn am Ende ausfallen, ist derzeit noch offen.






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