Geno plant Stellenabbau und tiefgreifenden Umbau der Bremer Kliniken

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der kommunale Klinikverbund Gesundheit Nord in Bremen steht vor erheblichen Einschnitten. Rund 500 Vollzeitstellen sollen gestrichen und mehrere Krankenhäuser neu ausgerichtet werden. Mit dem Sanierungskonzept will die Geschäftsführung eine drohende Insolvenz verhindern. Besonders weitreichende Veränderungen sind für das Klinikum Bremen-Ost vorgesehen. Über die weitere Finanzierung soll am Dienstag der Bremer Senat beraten.

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Gesundheit Nord will rund 500 Vollzeitstellen abbauen

Die Geschäftsführung der Gesundheit Nord (Geno) hat dem Aufsichtsrat am Freitag, 23. Oktober 2026, ein umfassendes Sanierungskonzept vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen der geplante Abbau von rund 500 Vollzeitstellen und eine stärkere Spezialisierung der einzelnen Krankenhäuser. Die Maßnahmen sollen die wirtschaftliche Lage des kommunalen Unternehmens stabilisieren.

Der Stellenabbau bei Gesundheit Nord betrifft nach den bisherigen Planungen den Klinikverbund insgesamt. Wie sich die Einsparungen auf einzelne Standorte und Berufsgruppen verteilen sollen, ist noch nicht abschließend bekannt. Auch die Zahl der Beschäftigten, die persönlich von Kündigungen betroffen sein könnten, steht bislang nicht fest.

Klinikum Bremen-Ost soll sich auf psychische Erkrankungen konzentrieren

Besonders deutlich würde sich der Sanierungsplan am Klinikum Bremen-Ost auswirken. Der Standort soll künftig vor allem psychiatrische und forensische Behandlungen übernehmen und zu einem Zentrum für seelische Gesundheit entwickelt werden.

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Die bisherige Behandlung körperlicher Erkrankungen soll dagegen weitgehend auf die Standorte Bremen-Mitte und Bremen-Nord verlagert werden. Nach den vorliegenden Planungen betrifft dies unter anderem die Chirurgie, Neurologie, Altersmedizin und Lungenheilkunde. Auch die bisherige Notaufnahme und Intensivstation in Bremen-Ost sollen demnach wegfallen.

Für das Klinikum Links der Weser ist ebenfalls eine veränderte Rolle vorgesehen. Dort soll künftig ein ambulantes medizinisches Angebot einschließlich eines ambulanten Operationszentrums entstehen. Damit würde die Gesundheit Nord ihre stationären Leistungen stärker auf bestimmte Krankenhäuser konzentrieren.

Millionendefizit setzt Klinikverbund unter Druck

Hinter den Plänen stehen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Für das laufende Jahr erwartet die Gesundheit Nord ein Defizit von rund 20 Millionen Euro. In den kommenden Jahren könnten weitere Belastungen hinzukommen.

Bereits im September ging aus einer Vorlage für die Bremer Gesundheitsdeputation hervor, dass der Klinikverbund durch das Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge ab 2027 mit einer zusätzlichen jährlichen Ergebnisbelastung von rund 40,5 Millionen Euro rechnet. Dabei handelt es sich um eine Prognose der Verantwortlichen, nicht um einen bereits eingetretenen Verlust.

Als weitere Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme nennt die Gesundheit Nord gestiegene Sachkosten sowie die zunehmende Verlagerung medizinischer Leistungen aus Krankenhäusern in den ambulanten Bereich. Dadurch verändern sich sowohl die Auslastung als auch die Finanzierung bestimmter Behandlungen.

Schon vor dem jetzt vorgestellten Konzept waren zusätzliche Einsparungen geplant. Dazu gehörten eine Verringerung der Bettenkapazitäten, weniger Leiharbeit und die zeitweise Nichtbesetzung frei werdender Verwaltungsstellen.

Bremer Senat muss über Finanzierung beraten

Die Stadt Bremen ist alleinige Gesellschafterin der Gesundheit Nord. Damit steht auch die Landespolitik vor der Aufgabe, den Fortbestand des Klinikverbunds wirtschaftlich abzusichern.

Der Koalitionsausschuss von SPD, Grünen und Linken beschäftigte sich am Samstag, 24. Oktober, mit dem Sanierungskonzept. Die Regierungsparteien unterstützen das Ziel, eine Insolvenz zu verhindern und die kommunalen Krankenhäuser zu erhalten. Gleichzeitig wollen sie die Opposition in den weiteren Prozess einbeziehen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Finanzsenator Björn Fecker und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard sollen Vorschläge für die weitere Sanierung und deren Finanzierung erarbeiten. Am Dienstag, 27. Oktober, soll sich der Bremer Senat mit den Plänen befassen.

Beschäftigte protestieren gegen geplante Einschnitte

Die angekündigten Veränderungen haben bereits Proteste ausgelöst. Am Samstag versammelten sich nach Angaben von Radio Bremen rund 100 Menschen vor dem Klinikum Bremen-Ost, um gegen die geplanten Maßnahmen zu demonstrieren.

Der Umbau betrifft einen der größten kommunalen Krankenhausverbünde Deutschlands. Nach eigenen Angaben betreibt die Gesundheit Nord vier Krankenhäuser mit insgesamt 58 Fachkliniken und rund 2.800 Betten. Mehr als 8.000 Menschen arbeiten für den Verbund, der in Bremen einen Marktanteil von etwa 60 Prozent hat. Jährlich werden dort fast 100.000 Menschen stationär behandelt.

Mit dem geplanten Stellenabbau und der Neuverteilung medizinischer Fachbereiche steht deshalb nicht nur die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zur Entscheidung. Auch die Struktur der Krankenhausversorgung in Bremen würde sich erheblich verändern. Die konkreten Folgen hängen von den weiteren Beschlüssen und der Umsetzung des Sanierungskonzepts ab.

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