Hoteleinsturz in Kröv: SAT.1 zeigt bewegende Schicksale

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen Hoteleinsturz im rheinland-pfälzischen Kröv zeigt SAT.1 am heutigen Montag, 26. Oktober 2026, um 22:20 Uhr die Reportage „NOTRUF Spezial: Verschüttet im Hotel – Das Wunder von Kröv“. Moderatorin Bärbel Schäfer spricht darin mit Menschen, die den Einsturz überlebt haben, und mit Einsatzkräften, die an der Rettung beteiligt waren. Die rund zweistündige Sendung ist eine Wiederholung vom 12. Januar 2026. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Trier wegen des Unglücks Anklage gegen einen Baustatiker erhoben.

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NOTRUF Spezial heute um 22:20 Uhr bei SAT.1

Die Reportage rekonstruiert die Ereignisse vom 6. und 7. August 2024 im Moselort Kröv. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Erinnerungen von drei Überlebenden sowie die Erfahrungen der Rettungskräfte. Bärbel Schäfer begleitet die Betroffenen bei ihrer Rückkehr an den Ort, an dem sich ihr Leben innerhalb weniger Stunden grundlegend veränderte.

SAT.1 hatte das Spezial erstmals am 12. Januar 2026 um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Am 26. Oktober läuft es erneut im Spätabendprogramm. Der zweistündige Sendeplatz endet planmäßig um 00:20 Uhr. Produziert wurde die Sendung von der filmpool entertainment GmbH.

Die Reportage beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie die verschütteten Menschen die Stunden unter den Gebäudetrümmern erlebten und wie sie anschließend mit ihren Erinnerungen umgingen. Auch die Herausforderungen für die Helferinnen und Helfer werden dargestellt.

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Drei Überlebende sprechen über die Nacht des Einsturzes

Zu den Gesprächspartnern gehören Erika, Edi und Mark. Die drei waren in jener Augustnacht im Hotel und kehren für die Sendung gemeinsam an den Unglücksort zurück.

Erika war zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung 73 Jahre alt. Bereits wenige Tage nach dem Einsturz hatte sie gegenüber dem Südwestrundfunk über ihre Erlebnisse gesprochen. Rund zehn Stunden war sie unter den Trümmern eingeschlossen gewesen.

Auch Edi und Mark berichten in der SAT.1-Produktion von ihrer Zeit im eingestürzten Gebäude. Edi schildert insbesondere ihre Sorge um ihren Mann und ihre Erinnerungen an den Augenblick, als die Rettungskräfte sie erreichten. Bei der Erstausstrahlung war Edi 24 Jahre alt, Mark 27.

Die persönlichen Gespräche bilden den Kern der Dokumentation. Neben der unmittelbaren Lebensgefahr geht es um die Zeit nach der Rettung und darum, welche Bedeutung das Erlebte für den weiteren Alltag der Überlebenden hatte.

Zwei Menschen starben beim Hoteleinsturz in Kröv

Am 6. August 2024 stürzte gegen 23 Uhr ein wesentlicher Teil des Hotels „Zur Reichsschenke“ in Kröv ein. Der Ort liegt an der Mosel im Landkreis Bernkastel-Wittlich und ist insbesondere als Wein- und Urlaubsort bekannt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Trier befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes 14 Menschen im Gebäude. Fünf von ihnen konnten sich unverletzt ins Freie retten. Neun weitere Menschen wurden unter den Trümmern eingeschlossen.

Sieben Verschüttete konnten lebend gerettet werden, zwei Menschen kamen ums Leben. Nach dem späteren Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft erlitten acht Menschen Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Darunter befanden sich auch lebensbedrohliche Verletzungen.

Zu den Geretteten gehörten eine Mutter und ihr zweijähriges Kind. Bei dem Unglück wurden außerdem 21 Menschen aus umliegenden Häusern vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Rund 250 Einsatzkräfte an der Rettung beteiligt

Die Rettungsarbeiten dauerten nahezu einen ganzen Tag. Rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk und weiteren Organisationen waren nach Angaben der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich im Einsatz.

Besonders schwierig war der Zugang zu Menschen, die unter eingestürzten Gebäudeteilen eingeschlossen waren. Trümmer mussten gesichert und Öffnungen geschaffen werden, ohne die Überlebenden zusätzlich zu gefährden.

Am 7. August gelang es den Helfern gegen 16 Uhr, eine Zugangsöffnung zur letzten noch lebend verschütteten Person herzustellen. Erst am späten Abend konnte die Frau vollständig befreit werden. Ihre Rettung wurde gegen 22:49 Uhr offiziell gemeldet, also knapp 24 Stunden nach dem Einsturz.

Die Bergung des zweiten Todesopfers erforderte weitere Sicherungs- und Rückbauarbeiten und konnte erst in der Nacht zum 10. August abgeschlossen werden.

Auch Monate nach dem Ereignis blieb der besondere Einsatz der Helfer präsent. Im Februar 2026 wurden Mitarbeiter einer Baufirma mit der Rettungsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Sie hatten den Rettungskräften mit Spezialgeräten geholfen, Zugänge zu den verschütteten Hotelgästen zu schaffen.

Ermittlungen zum Hoteleinsturz: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Der Hoteleinsturz beschäftigt weiterhin die Justiz. Am 17. Juli 2026 erhob die Staatsanwaltschaft Trier Anklage gegen einen Ingenieur für Baustatik. Die Vorwürfe lauten fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen sowie Baugefährdung.

Der Ingenieur war im Juli 2024 damit beauftragt worden, Risse an einer Giebelwand des Hotels zu untersuchen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte er eine akute Einsturzgefahr erkennen und ausreichende Sicherungsmaßnahmen veranlassen müssen. Außerdem hätte er darauf hinwirken müssen, dass der Hotelbetrieb eingestellt wird.

Der Angeschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erklärte er, der Einsturz sei für ihn nicht vorhersehbar gewesen. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens hatte nach dem zuletzt veröffentlichten offiziellen Stand das Landgericht Trier zu entscheiden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Gutachten sieht überlastete Bausubstanz als Ursache

Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragtes Sachverständigengutachten kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass das Gebäude durch frühere Umbauten strukturell überlastet gewesen sein könnte.

Demnach war das Hotel in den 1980er-Jahren aufgestockt worden. Die zusätzliche Belastung der älteren Bausubstanz soll über einen langen Zeitraum bestanden haben. Das Gutachten beschreibt außerdem geschädigte tragende Holzteile und daraus entstandene Spannungen im Mauerwerk.

Als weiterer Faktor werden Arbeiten an der Giebelwand unmittelbar vor dem Einsturz untersucht. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnten diese Arbeiten den Zustand des Gebäudes zusätzlich destabilisiert haben. Ob daraus eine strafrechtliche Verantwortung folgt, ist Gegenstand des Verfahrens.

Die neuen Erkenntnisse stammen aus dem Ermittlungsverfahren, das nach der ersten Ausstrahlung der SAT.1-Dokumentation weiter vorangeschritten ist.

Dokumentation auch bei Joyn verfügbar

Wer „NOTRUF Spezial: Verschüttet im Hotel – Das Wunder von Kröv“ nicht am Montagabend im Fernsehen verfolgen kann, findet die Ausgabe auch beim Streamingdienst Joyn. Dort ist sie als kostenlos abrufbare Folge mit einer Laufzeit von 91 Minuten aufgeführt.

Die SAT.1-Sendung konzentriert sich auf die Erfahrungen der Überlebenden und die Arbeit der Rettungskräfte. Im Mittelpunkt stehen damit nicht die strafrechtlichen Vorwürfe, sondern die Menschen, die den Einsturz unmittelbar erlebt haben, und diejenigen, die während des Rettungseinsatzes geholfen haben.

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