Grönland hält Abstand zu Washingtons Plänen

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Der Besuch des US-Sondergesandten Jeff Landry in Grönland fällt in eine politisch angespannte Phase. Der Gouverneur von Louisiana ist erstmals seit seiner Ernennung durch US-Präsident Donald Trump auf der Insel eingetroffen. Offiziell geht es um wirtschaftliche Kontakte, bessere Beziehungen und Gespräche mit grönländischen Akteuren. Politisch steht der Besuch jedoch im Schatten von Trumps wiederholtem Interesse an einer stärkeren amerikanischen Kontrolle über Grönland.

Nielsen bestätigt Gespräche, aber keine Einigung

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat bestätigt, dass mit Washington über eine stärkere US-Militärpräsenz gesprochen wird. Zugleich machte er deutlich, dass es bislang keine Einigung gibt. Seine Aussage fiel anlässlich eines Demokratiegipfels in Kopenhagen. Damit bleibt offen, welche konkreten Schritte aus den Gesprächen folgen könnten. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die Verhandlungen laufen und Sicherheitsfragen Teil dieser Gespräche sind.

Nielsen unterstreicht damit, dass Grönland die Verhandlungen eigenständig führt, ohne den Ausgang vorwegzunehmen. Grönland verfügt seit 2009 über weitgehende innere Selbstverwaltung im Rahmen des Königreichs Dänemark. Außenpolitik und Verteidigung liegen weiterhin in dänischer Zuständigkeit, was den Verhandlungsrahmen für Grönland begrenzt.

Drei neue US-Stützpunkte als offenes Thema

Nach Reuters-Angaben wollen die USA über zusätzliche militärische Standorte im Süden Grönlands sprechen. Genannt wurden dabei drei mögliche neue Stützpunkte. Eine abschließende Vereinbarung lag zunächst nicht vor. Derzeit betreiben die USA mit der Pituffik Space Base bereits einen wichtigen Militärstandort im Norden der Insel, der auf Basis eines Vertrags mit Dänemark unterhalten wird und eine lange Tradition amerikanischer Militärpräsenz in der Arktis fortsetzt.

Landry nimmt in Nuuk an der Konferenz Future Greenland teil. Begleitet wird er vom US-Botschafter in Dänemark, Kenneth Howery. Nach Angaben der US-Seite soll der Besuch den Austausch mit der grönländischen Bevölkerung und Wirtschaft stärken. Ob daraus konkrete politische Vereinbarungen mit der grönländischen Regierung folgen, blieb zunächst offen.

Dänemark und Grönland lehnen Gebietswechsel ab

Grönland gehört als weitgehend autonomes Gebiet zum Königreich Dänemark. Kopenhagen und Nuuk haben frühere amerikanische Besitzansprüche wiederholt zurückgewiesen. Nach Landrys Ernennung hatten beide Seiten betont, dass Staatsgrenzen und Souveränität nach internationalem Recht zu respektieren seien. Dänemarks Regierung lehnt jede Form der Abtretung Grönlands an die USA ab.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Kauf Grönlands bekundet und das Thema nach seiner Wiederwahl 2024 erneut auf die Agenda gesetzt. Europäische Partner beobachten die Entwicklung mit Besorgnis, da sie grundlegende Fragen der territorialen Integrität in Europa berührt. Innerhalb der NATO hat das Thema ebenfalls für Unruhe gesorgt, weil ein Bündnispartner Druck auf ein Gebiet ausübt, das einem anderen Bündnismitglied angehört.

Arktis rückt strategisch ins Zentrum

Die Debatte reicht weit über Grönland hinaus. Die Insel liegt geopolitisch zentral zwischen Nordamerika und Europa und kontrolliert wichtige Seewege durch die Arktis. Für die USA geht es um militärische Überwachung, arktische Routen und den Zugriff auf seltene Rohstoffe. Grönland besitzt bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden und anderen strategisch wichtigen Mineralien, die sowohl für die USA als auch für andere Industrienationen von wachsendem Interesse sind.

Für Dänemark und Grönland steht zugleich die Frage im Raum, wie eng die Zusammenarbeit mit Washington sein kann, ohne politische Selbstbestimmung und territoriale Integrität infrage zu stellen. Ob Landrys Besuch zu einer Entspannung oder zu weiteren Differenzen führt, blieb nach dem ersten Tag zunächst offen.

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