
Die Insolvenz der Hammer-Fachmärkte hat zum Ende einer traditionsreichen deutschen Einzelhandelskette geführt. Nur wenige Monate nach der Übernahme durch neue Investoren musste die Hammer Raumstylisten GmbH erneut Insolvenz anmelden. Inzwischen ist die Schließung aller zuletzt 87 betriebenen Märkte beschlossen und umgesetzt worden. Rund 1.100 Beschäftigte erhielten Kündigungen. Für Kunden mit offenen Bestellungen oder Anzahlungen hat die Insolvenz weiterhin Folgen.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten begannen bereits unter dem früheren Mutterkonzern Brüder Schlau. Die Unternehmensgruppe aus Porta Westfalica beantragte im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung. Anfang Oktober wurde eine Vereinbarung zur Übernahme von 93 Hammer-Fachmärkten durch das Investorenkonsortium ReThink bekannt. Rund 1.200 Arbeitsplätze sollten erhalten bleiben.
Die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH wollte stärker auf individuelle Raumausstattung, Beratung und Handwerksleistungen setzen. Die bisherige Großhandelssparte Schlau wurde dagegen aufgegeben. Bereits damals mussten rund 70 Hammer-Märkte schließen.
Am 27. Januar 2026 stellte auch die neue Hammer Raumstylisten GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bielefeld. Die Hoffnung auf eine dauerhafte Fortführung hatte damit nur wenige Monate Bestand.
Nach Darstellung der Geschäftsführung führten technische Schwierigkeiten nach der Neugründung zu Problemen bei der Warenversorgung. Daraus seien Umsatzausfälle und schließlich Liquiditätsengpässe entstanden. Die technischen Probleme seien zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags bereits weitgehend behoben gewesen.
Zunächst blieben alle 87 noch betriebenen Märkte geöffnet. Die Löhne der mehr als 1.100 Beschäftigten waren vorübergehend über das Insolvenzgeld abgesichert. Am 1. April eröffnete das Amtsgericht Bielefeld das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.
Die Suche nach neuen Investoren blieb erfolglos. Mehr als 300 mögliche Interessenten wurden nach Angaben des Insolvenzverwalters angesprochen. Eine verbindliche Übernahmevereinbarung kam nicht zustande.
Ende März schlossen zunächst 46 Filialen. Im April folgten weitere 20 Standorte. Die verbliebenen 21 Märkte stellten ihren Betrieb bis Ende Mai 2026 ein. Ende April waren bereits Kündigungen für sämtliche rund 1.100 Beschäftigten ausgesprochen worden.
Parallel liefen Gespräche über eine anderweitige Nutzung bisheriger Verkaufsflächen. Einzelne Interessenten hatten dabei auch die mögliche Übernahme von Beschäftigten in Aussicht gestellt. Eine Fortführung der Fachmarktkette unter dem bisherigen Geschäftsmodell wurde jedoch nicht erreicht.
Für Verbraucher mit ausstehenden Lieferungen, Handwerkerleistungen oder geleisteten Anzahlungen ist entscheidend, mit welcher Gesellschaft der Vertrag geschlossen wurde. Neben der Hammer Raumstylisten GmbH befinden sich weitere Unternehmen der früheren Hammer-Gruppe in Insolvenzverfahren.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist darauf hin, dass bei mehreren Gesellschaften Masseunzulänglichkeit besteht. Das bedeutet, dass die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um sämtliche Verpflichtungen zu erfüllen. Auch im Verfahren der Hammer Raumstylisten GmbH wurde Anfang April Masseunzulänglichkeit angezeigt.
Betroffene sollten ihre Vertragsunterlagen prüfen und offene Ansprüche beim zuständigen Insolvenzverwalter geltend machen. Für die Hammer Raumstylisten GmbH ist das Verfahren beim Amtsgericht Bielefeld unter dem Aktenzeichen 43 IN 69/26 anhängig. Die reguläre Forderungsanmeldefrist endete am 17. Juni 2026. Wer Ansprüche noch nicht angemeldet hat, sollte die Möglichkeiten einer nachträglichen Anmeldung klären.
Auch Monate nach den Filialschließungen gibt es noch Verwertungsmaßnahmen. Die Auktionsplattform IVG bietet weiterhin Fahrzeuge unter dem Namen der Hammer Raumstylisten GmbH an. Für den 28. Oktober 2026 ist eine weitere Onlineversteigerung mit 34 Positionen aus dem Fuhrpark angekündigt.
Damit endet die Geschichte einer Fachmarktkette, deren erste Märkte 1976 in Bremerhaven und Lübbecke eröffnet wurden. Fast fünf Jahrzehnte lang gehörte Hammer zum deutschen Einzelhandel für Bodenbeläge, Tapeten, Gardinen und andere Produkte der Raumausstattung. Der Versuch, die Marke nach der ersten Insolvenz unter einer neuen Gesellschaft fortzuführen, scheiterte innerhalb weniger Monate.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu