
Hannover 96 hält trotz anhaltender sportlicher Schwierigkeiten an Trainer Sandro Wagner fest. Nach dem Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Kaiserslautern hat Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt dem 38-Jährigen ausdrücklich den Rücken gestärkt. Wagner wartet nach vier Pflichtspielen weiterhin auf seinen ersten Sieg. In der 2. Bundesliga steht Hannover auf dem Relegationsplatz 16.
Die Niederlage gegen Kaiserslautern am Mittwochabend, 28. Oktober 2026, verschärfte die Situation des niedersächsischen Zweitligisten. Nur drei Tage zuvor hatte Hannover das prestigeträchtige Niedersachsenderby bei Eintracht Braunschweig mit 0:2 verloren.
Während die Ergebnisse Fragen nach der sportlichen Entwicklung aufwerfen, stellt Boldt eine erneute Veränderung auf der Trainerposition zunächst nicht in Aussicht.
Im Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk nach dem Pokalspiel wurde Jonas Boldt auf die weitere Beschäftigung von Sandro Wagner angesprochen. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Solange ich da bin, auf jeden Fall.“
Damit bekräftigte der Geschäftsführer Sport seine Unterstützung für den Trainer. Gleichzeitig erkannte er die Schwierigkeiten des Klubs an. Boldt bezeichnete die Situation als herausfordernd und erklärte, dass fehlende Ergebnisse und die vorausgegangene Derbyniederlage nachvollziehbar für Unruhe sorgten.
Der Sportchef machte deutlich, dass er die sportlichen Probleme gemeinsam mit den Verantwortlichen bearbeiten wolle. Bereits nach der Niederlage in Braunschweig hatte er gegenüber dem NDR Zweifel an seiner Trainerentscheidung verneint.
Auch in den vom Verein veröffentlichten Reaktionen auf das Pokalspiel stellte Boldt die Leistung der Mannschaft positiv heraus. Er sah eine deutliche Reaktion auf das Derby und verwies auf die zahlreichen herausgespielten Möglichkeiten. Zugleich räumte er ein, dass die Ergebnisse weiterhin nicht den Erwartungen entsprächen.
Die klare Unterstützung ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Boldt selbst erst seit wenigen Monaten bei Hannover 96 die sportliche Verantwortung trägt.
Sandro Wagner wurde am 19. September 2026 offiziell als neuer Cheftrainer von Hannover 96 vorgestellt. Sein Vertrag läuft nach Vereinsangaben bis zum 30. Juni 2028. Das erste Training unter seiner Leitung fand am 21. September statt.
Wagner folgte auf Christian Titz, den der Klub am 14. September nach einem enttäuschenden Saisonstart freigestellt hatte. Hannover lag damals mit vier Punkten aus fünf Ligaspielen auf Tabellenplatz 15.
Zwischen beiden Trainern betreute Lars Barlemann die Profimannschaft. Unter seiner Leitung gelang gegen den VfL Bochum ein 2:1-Heimsieg.
Mit der Verpflichtung Wagners verband die Vereinsführung die Erwartung, der Mannschaft neue Impulse zu geben. Boldt hatte bei dessen Vorstellung insbesondere die intensive Vorbereitung des Trainers auf die Aufgabe und dessen Arbeitsweise hervorgehoben.
Wagner war zuvor unter anderem Trainer der SpVgg Unterhaching, Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft unter Julian Nagelsmann und Cheftrainer des FC Augsburg gewesen. Seine Tätigkeit in Augsburg endete im Dezember 2025.
Die bisherige Bilanz von Sandro Wagner bei Hannover 96 fällt ernüchternd aus. Nach vier Pflichtspielen stehen drei Niederlagen und ein Unentschieden.
In der 2. Bundesliga verlor Hannover unter Wagner zunächst mit 0:3 beim 1. FC Magdeburg. Anschließend folgte ein 1:1 gegen den FC St. Pauli, ehe die Mannschaft im Derby bei Eintracht Braunschweig mit 0:2 unterlag.
Damit holte Hannover unter dem neuen Trainer lediglich einen Punkt aus drei Ligaspielen. Nach neun Spieltagen liegt der Klub mit acht Punkten auf Rang 16 der Tabelle und befindet sich damit auf dem Abstiegsrelegationsplatz.
Das anschließende Pokalspiel brachte ebenfalls keinen Erfolg. Gegen Kaiserslautern verlor Hannover vor heimischer Kulisse mit 0:2, nachdem Milos Lukovic in der 14. Minute und Ivan Prtajin in der 86. Minute für die Gäste getroffen hatten.
Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den sportlichen Erwartungen des Vereins. In der vergangenen Saison hatte Hannover noch um den Aufstieg in die Bundesliga gespielt und die Spielzeit auf Platz vier abgeschlossen.
Sandro Wagner stellte nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal die Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund. Nach seiner Einschätzung spiegelte das Resultat den Spielverlauf nicht angemessen wider.
In den vom Verein am 28. Oktober veröffentlichten Aussagen erklärte Wagner, dass er weiterhin von der Qualität seiner Spieler überzeugt sei. Die Mannschaft habe sich gegen Kaiserslautern verbessert präsentiert, sich für ihren Aufwand aber nicht belohnt.
Der Trainer verwies darauf, dass sportliche Erfolge erarbeitet werden müssten. Er bezeichnete den Auftritt als weiteren Entwicklungsschritt, ohne die fehlenden Ergebnisse auszublenden.
Auch gegenüber dem NDR sprach Wagner über die schwierige Situation. Er räumte ein, dass positive Erklärungen wenig helfen würden, solange die Mannschaft nicht gewinne.
Das Pokalspiel lieferte zumindest Hinweise auf eine verbesserte Offensivleistung. Hannover kam nach Vereinsangaben auf 22 Torabschlüsse, blieb allerdings ohne Treffer. Für Wagner bleibt deshalb neben der spielerischen Entwicklung vor allem die Verwertung der Torchancen eine zentrale Aufgabe.
Die Diskussion um Sandro Wagner bei Hannover 96 betrifft inzwischen auch die sportliche Führung.
Jonas Boldt übernahm am 1. Juni 2026 den Posten des Geschäftsführers Sport. Laut offizieller Vereinsmitteilung verantwortet er die Lizenzmannschaft und die Nachwuchsakademie. Sein eigener Vertrag läuft bis zum 31. Mai 2029.
Zuvor arbeitete Boldt viele Jahre bei Bayer Leverkusen und war anschließend Sportvorstand des Hamburger SV. Bei Hannover sollte er die sportliche Entwicklung des Klubs langfristig mitgestalten.
Durch die Entscheidung zur Trennung von Christian Titz und die anschließende Verpflichtung Wagners trägt Boldt auch unmittelbare Verantwortung für den aktuellen Trainerwechsel.
Über Kritik an seiner Arbeit berichtete Sky Sport am 28. Oktober unter Berufung auf BILD. Demnach soll es innerhalb des Vereins Zweifel an Boldt geben. Auch über eine angeblich zunehmende Distanz von Martin Kind zum Geschäftsführer wurde berichtet.
Eine unabhängige Bestätigung dieser internen Darstellungen lag zunächst nicht vor. Eine offizielle Entscheidung über eine Veränderung in der sportlichen Geschäftsführung war ebenfalls nicht bekannt.
Boldt selbst sprach nach dem Pokalspiel gegenüber dem NDR von bereits länger bestehenden Unruhen. Er verwies darauf, dass er für die Bewältigung der schwierigen Situation verpflichtet worden sei und weiterhin daran arbeiten wolle.
Die Personalentscheidungen und die sportliche Entwicklung bleiben damit eng miteinander verbunden.
Für Hannover 96 richtet sich der Blick nun auf die 2. Bundesliga. Am Sonntag, 1. November 2026, empfängt die Mannschaft Dynamo Dresden in der Heinz von Heiden Arena. Anpfiff ist um 13.30 Uhr.
Die Begegnung ist für Hannover von besonderer Bedeutung, weil der Klub nach neun Spieltagen auf dem Relegationsplatz steht und dringend weitere Punkte benötigt.
Boldt zeigte sich nach dem Pokal-Aus zuversichtlich, dass die Mannschaft bei einer vergleichbaren Leistung auch wieder erfolgreich sein könne. Wagner verwies ebenfalls auf die Fortschritte aus dem Spiel gegen Kaiserslautern.
Die bisherige Bilanz zeigt allerdings, dass Hannover unter dem neuen Trainer noch keine sportliche Wende erreicht hat. Boldt hat sich dennoch eindeutig für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Wagner ausgesprochen. Das Heimspiel gegen Dresden bietet dem Trainer die nächste Gelegenheit, seinen ersten Pflichtspielsieg mit Hannover 96 zu erreichen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu