Hansa Rostock meldet Rekordzahlen und kommt Entschuldung näher

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Der FC Hansa Rostock hat die Saison 2025/26 wirtschaftlich mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag, 27. September 2026, präsentierte die Vereinsführung einen Umsatz von 44,2 Millionen Euro und einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro. Gleichzeitig setzte der Drittligist nach eigenen Angaben seinen Entschuldungskurs fort.

Die Ostsee Zeitung berichtete nach der Versammlung ausführlich über die Zahlen. Auch der Nordkurier bezeichnete das Geschäftsjahr als wirtschaftliches Rekordjahr. Die Finanzdaten wurden den Mitgliedern im Rahmen des Berichts der Vereinsführung vorgestellt. Bereits im August hatte Hansa selbst einen wesentlichen Teil des Schuldenabbaus offiziell bekannt gemacht.

Umsatz steigt auf 44,2 Millionen Euro

Hansa erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 44,2 Millionen Euro. Das waren rund 5,5 Millionen Euro mehr als im vorherigen Geschäftsjahr. Trotz der Zugehörigkeit zur 3. Liga bewegten sich die Einnahmen damit wieder nahe am Niveau der letzten Zweitliga-Saison. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 2,6 Millionen Euro.

Vorstandsvorsitzender Ronald Maul bezeichnete die Saison laut Ostsee Zeitung als ein „sehr gutes und positives Jahr“. Finanzvorstand Roman Velke erklärte bei der Vorstellung der Zahlen: „Wir liegen in allen Bereichen über den Planzahlen.“

Sportlich hatte Hansa das angestrebte Ziel allerdings verfehlt. Der Verein schaffte in der Saison 2025/26 nicht die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Wirtschaftlich konnte der Klub seine Einnahmen dennoch deutlich steigern.

Tickets und Sponsoring bringen Millionen

Besonders groß bleibt die wirtschaftliche Bedeutung der Anhänger. Hansa verkaufte in der Saison 2025/26 rund 14.300 Dauerkarten. Nach den bei der Mitgliederversammlung vorgestellten Zahlen bedeutete auch das einen Bestwert für den Verein in der 3. Liga.

Die Ticketeinnahmen lagen insgesamt bei mehr als 9,7 Millionen Euro. Im Sponsoring nahm Hansa 11,6 Millionen Euro ein und damit rund 1,4 Millionen Euro mehr als im Geschäftsjahr zuvor. Die Sponsoringerlöse erreichten damit laut den veröffentlichten Zahlen wieder das Niveau der letzten Zweitliga-Saison.

Hansa verkauft rund 46.500 Trikots

Auch das Merchandising entwickelte sich außergewöhnlich stark. Rund 46.500 Trikots wurden in der Saison 2025/26 verkauft. Die Ostsee Zeitung ordnet diese Zahl als neuen Drittliga-Rekord ein. Einen unabhängig geführten, ligaweiten Datensatz zu Trikotverkäufen aller Drittligisten gibt es allerdings nicht.

Zusammen mit den übrigen Fanartikeln erzielte Hansa im Merchandising Einnahmen von rund 8,7 Millionen Euro. Damit ist dieser Bereich inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der Erlösstruktur des Vereins.

Mehr als 31.600 Mitglieder bei Hansa Rostock

Parallel zu den wirtschaftlichen Kennzahlen wächst der Verein weiter. Bei der Mitgliederversammlung wurde eine Mitgliederzahl von mehr als 31.600 genannt. Erst Ende 2025 hatte Hansa erstmals die Marke von 30.000 Mitgliedern überschritten. Auf seiner eigenen Mitgliederseite spricht der Klub inzwischen ebenfalls von mehr als 31.000 Mitgliedern.

Für einen Drittligisten ist diese Größenordnung auch wirtschaftlich relevant. Neben den Mitgliedsbeiträgen vergrößert die hohe Zahl die Basis für Ticketverkauf, Merchandising und weitere vereinsbezogene Erlöse.

Schuldenstand braucht genaue Einordnung

Beim Blick auf die Verbindlichkeiten ergibt sich zunächst ein scheinbarer Widerspruch. Zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2026 stiegen die Fremdverbindlichkeiten nach den bei der Mitgliederversammlung genannten Zahlen von 15,86 auf 18,47 Millionen Euro.

Ein wesentlicher Teil des Schuldenabbaus erfolgte allerdings erst nach diesem Stichtag.

Hansa hatte bereits am 19. August offiziell mitgeteilt, dass zum 30. Juni innerhalb des Hansa-Konzerns noch rund 12,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA bestanden. Im Juli zahlte der Verein davon acht Millionen Euro zurück. Gleichzeitig verzichtete Obotritia auf einen weiteren Teil der Forderungen. Insgesamt verringerte sich dieser Schuldenblock dadurch um etwa 9,5 Millionen Euro.

Nach Vereinsangaben verbleiben gegenüber Obotritia noch rund drei Millionen Euro. Davon entfallen rund 1,6 Millionen Euro auf die Ostseestadion GmbH und rund 1,4 Millionen Euro auf den FC Hansa Rostock e.V. Diese drei Millionen Euro sind nicht mit den gesamten Verbindlichkeiten des Hansa-Konzerns gleichzusetzen.

Hansa schafft sich größeren finanziellen Spielraum

Die Zahlen zeigen damit vor allem, dass Hansa seine wirtschaftliche Basis trotz Drittklassigkeit deutlich verbreitern konnte. Ticketing, Sponsoring und Merchandising sorgen für Einnahmen, die für einen Verein außerhalb der beiden Bundesligen außergewöhnlich hoch sind.

Gleichzeitig reduziert die Rückzahlung großer Verbindlichkeiten gegenüber Obotritia die finanzielle Abhängigkeit, die den Klub über Jahre begleitet hatte. Der Verein selbst bezeichnete den im August vorgestellten Tilgungsplan als wichtigen Schritt auf dem Weg zur vollständigen Entschuldung.

Damit entsteht grundsätzlich mehr Spielraum für die weitere Entwicklung des Vereins. Zu den bereits länger diskutierten Themen gehören die Trainingsinfrastruktur und weitere Maßnahmen rund um das Ostseestadion. Vor der Mitgliederversammlung hatte Hansa angekündigt, die Mitglieder auch über aktuelle und geplante Infrastrukturmaßnahmen zu informieren. Konkrete zusätzliche Investitionssummen aus diesem Tagesordnungspunkt wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Sportliche Ausgaben und Investitionen müssen dennoch weiterhin gegen die wirtschaftliche Stabilisierung abgewogen werden. Der Überschuss von 2,6 Millionen Euro bedeutet nicht automatisch, dass dieser Betrag vollständig für Transfers oder den Profikader zur Verfügung steht.

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