Holzmarkt dreht nach unten, doch Sägewerke bleiben in der Kostenklemme

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Preise für Bauholz haben an einem wichtigen internationalen Terminmarkt in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Der an der CME gehandelte Lumber-Future schloss am Donnerstag, 27. August 2026, bei 560,50 US-Dollar je 1.000 Board Feet. Am 27. Juli hatte der entsprechende Preis noch bei 647,50 Dollar gelegen. Innerhalb eines Monats ergibt sich damit ein Rückgang von rund 13,4 Prozent. Allein am 27. August gab der Kurs um 1,06 Prozent nach.

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Damit stehen die Holzpreise unter Druck, zumindest auf dem nordamerikanischen Markt für standardisiertes Bauholz. Von einem allgemeinen Preisverfall bei Holz weltweit kann allerdings nicht gesprochen werden. Holz ist kein einheitlicher Rohstoffmarkt. Preise unterscheiden sich erheblich nach Holzart, Qualität, Verarbeitung, Region und Lieferbedingungen. Der CME-Kontrakt bildet vor allem den nordamerikanischen Markt für Nadelbauholz ab. Ein Vertrag umfasst 27.500 Board Feet und ist physisch lieferbar. Die Preisnotierung erfolgt in US-Dollar je 1.000 Board Feet.

Schwacher US-Häusermarkt belastet die Nachfrage

Ein wichtiger Belastungsfaktor für den nordamerikanischen Holzmarkt ist die Baukonjunktur. In den USA gingen die Verkäufe neuer Einfamilienhäuser im Juli 2026 nach Angaben des US-Handelsministeriums gegenüber dem Vormonat um 10,5 Prozent zurück. Auf das Jahr hochgerechnet wurden 607.000 Neubauten verkauft. Das war der niedrigste Wert seit Januar. Zugleich blieben die Hypothekenzinsen hoch. Zuletzt lag der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken bei 6,77 Prozent.

Für die Holzindustrie ist diese Entwicklung besonders relevant, weil Bauholz in Nordamerika stark vom Neubau von Einfamilienhäusern abhängt. Die CME selbst beschreibt die Preisentwicklung bei Schnittholz als eng mit Wohnungsbau, Angebot der Sägewerke und strukturellen Kapazitäten verbunden. Nach den außergewöhnlichen Ausschlägen während der Corona-Jahre haben sich die Preise inzwischen deutlich normalisiert, bleiben aber volatil.

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Auch Handelskonflikte spielen eine Rolle. Der nordamerikanische Holzmarkt ist eng zwischen Kanada und den USA verflochten. Die jüngste Verschärfung der Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern erhöht die Unsicherheit für Produzenten und Abnehmer. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Zölle allein für den jüngsten Preisrückgang verantwortlich sind. Nachfrage, Lagerbestände, Produktionskapazitäten und die Entwicklung des Wohnungsbaus wirken gleichzeitig auf den Markt.

Deutsche Sägewerke haben ein anderes Problem

Für deutsche Sägewerke bedeutet der fallende US-Future nicht automatisch günstigere Rohstoffe. Die aktuelle Kostenlage in Deutschland zeigt sogar ein gegensätzliches Bild. Nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie, HDH, haben sich die Preise von Rohholz und verarbeitetem Schnittholz in den vergangenen Jahren stark auseinanderentwickelt.

Der Verband berichtet in seinem mit Stand 17. August 2026 veröffentlichten Monatsbericht, dass Nadelrundholz gegenüber dem Basisjahr 2021 mehr als doppelt so teuer geworden sei. Gleichzeitig bewege sich Nadelschnittholz nur knapp oberhalb des Preisniveaus von 2021. Damit können Sägewerke höhere Einkaufskosten für den Rohstoff nur begrenzt über höhere Verkaufspreise weiterreichen. Der HDH verweist inzwischen allerdings auch auf zunehmende Meldungen über nachlassende Rundholzpreise.

Auch amtliche Daten bestätigen, dass Holzprodukte in Deutschland keineswegs generell billiger geworden sind. Im Mai 2026 lagen die deutschen Erzeugerpreise für Holz sowie Holz- und Korkwaren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 5,8 Prozent über dem Niveau von Mai 2025. Nadelschnittholz war im selben Vergleich 8,5 Prozent teurer, Laubschnittholz 2,9 Prozent.

Der nordamerikanische Futures-Markt und die Beschaffungssituation eines deutschen Sägewerks müssen deshalb getrennt betrachtet werden. Ein Preisrückgang an der CME ist ein wichtiges Signal für den internationalen Bauholzmarkt, aber kein unmittelbarer Preisindex für Rundholz aus deutschen Wäldern.

Stimmung der Sägewerke bleibt besonders schwach

Die jüngsten deutschen Branchendaten zeigen, dass vor allem die Sägeindustrie weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck steht. Der HDH-Konjunkturindikator für die gesamte Holzindustrie verbesserte sich im Juli zwar auf minus 19,7 Punkte, nachdem er im Juni bei minus 32,2 Punkten gelegen hatte. Von einer gesicherten Trendwende spricht der Verband ausdrücklich nicht.

Besonders schwach fällt die Bewertung der Sägewerke aus. Im Durchschnitt der drei jüngsten Befragungsmonate lag die Einschätzung ihrer aktuellen Geschäftslage bei minus 47,9 Punkten. Damit schnitten die Sägewerke schlechter ab als alle anderen vom Verband untersuchten Segmente. Auch die Geschäftserwartungen blieben negativ. Die Daten basieren auf Unternehmensbefragungen des ifo Instituts, die der HDH für die einzelnen Branchenbereiche auswertet.

Bereits im Juni hatte der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband gewarnt, dass die Produktion 2025 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen sei. Bei unveränderten Rahmenbedingungen könne die Herstellung von Bauholz 2026 nach verbandsinternen Erhebungen nochmals um 9 bis 10 Prozent sinken. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung des Branchenverbands und nicht um eine bereits feststehende Produktionszahl für das Gesamtjahr.

Umsatz sinkt, obwohl einzelne Segmente nominal zulegen

Auch die Umsatzdaten zeigen eine angespannte Lage. Nach den vom HDH aufbereiteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz der deutschen Holzindustrie im Mai 2026 nominal um 7,2 Prozent gegenüber Mai 2025. Allerdings hatte der Monat zwei Arbeitstage weniger als ein Jahr zuvor. Von Januar bis Mai lag der Branchenumsatz 1,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Sägeindustrie selbst verzeichnete in den ersten fünf Monaten nominal noch ein Umsatzplus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung des HDH ging dieses Plus jedoch überwiegend auf höhere Preise zurück und nicht auf steigende Absatzmengen. Im Mai allein lag der Umsatz der Sägewerke 8,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Parallel ging die Zahl der vom HDH erfassten Holzindustriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten von Januar bis Mai im Vorjahresvergleich um 4,0 Prozent auf durchschnittlich 827 zurück. Die Zahl der Beschäftigten sank um 3,4 Prozent auf 135.069. Ein Rückgang der statistisch erfassten Betriebszahl bedeutet dabei nicht zwangsläufig eine Betriebsschließung, weil Unternehmen auch durch Personalabbau unter die Erfassungsgrenze von 50 Beschäftigten rutschen können.

Mehr Baugenehmigungen geben erste Hoffnung

Auf der Nachfrageseite gibt es inzwischen zumindest erste bessere Signale. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 126.300 Wohnungen genehmigt. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 15,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Bei neuen Einfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 12,7 Prozent auf 24.000, bei Mehrfamilienhäusern um 16,9 Prozent auf 67.000.

Allerdings erfolgt diese Erholung von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass die Genehmigungszahlen der ersten Halbjahre 2024 und 2025 mit 106.700 beziehungsweise 109.800 Wohnungen außergewöhnlich niedrig waren. Mehr Genehmigungen führen zudem nicht sofort zu höheren Bestellungen bei Sägewerken. Zwischen Planung, Genehmigung, Baubeginn und tatsächlichem Materialbedarf liegen häufig Monate.

Damit bleibt die Lage zweigeteilt. Auf dem nordamerikanischen Terminmarkt hat Bauholz seit Ende Juli deutlich an Wert verloren. Deutsche Sägewerke kämpfen dagegen weiterhin mit einer schwachen Nachfrage, hohen Rohstoffkosten und einer schwierigen Weitergabe dieser Kosten an ihre Kunden. Ob sinkende Rundholzpreise und mehr Baugenehmigungen daraus in den kommenden Monaten eine nachhaltige Entlastung machen, lässt sich anhand der bislang veröffentlichten Daten noch nicht feststellen.

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