Kommt jetzt der Jahrhundertsommer? Warum der August entscheidet

Kommt jetzt der Jahrhundertsommer? Warum der August entscheidet
Symbolbild: Caroline Muffert

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Der Jahrhundertsommer 2026 ist möglich, entschieden ist er aber noch nicht. Nach einem außergewöhnlich warmen Juni und einem ebenfalls deutlich zu warmen Juli liegt Deutschland auf Rekordkurs. Besonders in Nordrhein-Westfalen kamen historische Trockenheit und zahlreiche Sonnenstunden hinzu. Ob der Sommer 2026 am Ende tatsächlich mit dem legendären Sommer 2003 konkurrieren oder ihn sogar übertreffen kann, hängt nun wesentlich vom August ab. Erst nach dem Ende des meteorologischen Sommers am 31. August lässt sich eine belastbare Gesamtbilanz ziehen.

Rekordsommer 2026 nach zwei außergewöhnlichen Monaten möglich

Der Juni erreichte nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes ein bundesweites Temperaturmittel von 19,5 Grad. Damit war er der zweitwärmste Juni seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur der Juni 2019 war noch etwas wärmer. Der Monat endete mit einer vom DWD als historisch eingestuften Hitzewelle.

Auch der Juli blieb deutlich über dem langjährigen Mittel. Deutschlandweit wurden durchschnittlich 19,7 Grad gemessen. Das waren 2,8 Grad mehr als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gleichzeitig fielen im Flächenmittel nur rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Mit etwa 272 Sonnenstunden lag die Sonnenscheindauer rund 30 Prozent über dem früheren Klimamittel.

Trockenster Juli in NRW verschärft die Sommerbilanz

In Nordrhein-Westfalen fiel der Juli besonders extrem aus. Nach vorläufigen DWD-Daten kamen landesweit lediglich 18 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Damit war es der trockenste Juli in NRW seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2018 lag bei 26 Litern. Am Niederrhein wurden stellenweise sogar weniger als zehn Liter gemessen.

Zugleich erreichte die Durchschnittstemperatur in NRW 19,6 Grad. Das langjährige Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt bei 16,9 Grad. Mit 262 Sonnenstunden wurde der übliche Wert zudem um 75 Stunden übertroffen. Der Hitzesommer 2026 zeigt sich im Westen deshalb nicht nur bei den Temperaturen, sondern auch durch ausgetrocknete Böden und sehr geringe Wasserstände.

Heißester Sommer seit 1881 ist noch nicht entschieden

Die Messlatte bleibt der Sommer 2003. Damals lag die bundesweite Mitteltemperatur von Juni bis August bei 19,7 Grad. Damit ist 2003 weiterhin der heißeste Sommer seit Beginn der DWD-Aufzeichnungen. Er war zudem von lang anhaltender Hitze, rund 152 Litern Niederschlag und knapp 800 Sonnenstunden geprägt.

Aus den vorläufigen Werten für Juni und Juli ergibt sich für 2026 bislang ein rechnerisches Mittel von ungefähr 19,6 Grad. Damit müsste auch der August ungewöhnlich warm ausfallen, um den Rekord von 2003 zu erreichen. Grob gerechnet wäre dafür ein Augustmittel von etwa 19,9 Grad erforderlich. Das ist keine Wetterprognose, sondern lediglich eine rechnerische Einordnung der bisherigen Monatswerte.

Sommerwetter im August bleibt unsicher

Die ersten Augusttage sollen erneut sommerlich bis heiß werden. Für den Beginn der neuen Woche wurden regional wieder Temperaturen von deutlich über 30 Grad erwartet. Zugleich steigt mit der feuchten Luft die Gefahr kräftiger Gewitter. Für das zweite Augustwochenende bezeichnet der DWD die Entwicklung ausdrücklich als unsicher. Tendenziell könnten die Temperaturen etwas zurückgehen und das Wetter unbeständiger werden.

Ein einzelner heißer Abschnitt reicht für einen neuen Sommerrekord nicht aus. Entscheidend ist das Temperaturmittel des gesamten Monats. Ein längerer kühlerer oder wechselhafter Zeitraum könnte die bisherige Bilanz noch deutlich verändern. Bleibt der August dagegen überwiegend heiß, könnte der Jahrhundertsommer 2026 tatsächlich in Reichweite kommen. Die Antwort liefert erst die abschließende Sommerbilanz des Deutschen Wetterdienstes Ende August.

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