
Nach einem schweren Angriff auf einen Streifenwagen führt die Polizei im Kieler Stadtteil Mettenhof eine umfangreiche DNA-Reihenuntersuchung durch. Die Maßnahme betrifft die Bewohner eines 25-geschossigen Hochhauses am Kurt-Schumacher-Platz. Mehr als 250 Menschen leben in dem Gebäude. Hintergrund ist ein Pflastersteinwurf, bei dem eine Polizeibeamtin verletzt wurde. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als versuchtes Tötungsdelikt.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2026 gegen 0.45 Uhr. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde aus einem Wohnhaus heraus ein Pflasterstein auf einen vorbeifahrenden Streifenwagen geworfen. Der Stein traf das Fahrzeug mit großer Wucht und durchschlug die Frontscheibe.
Auf dem Beifahrersitz saß eine 25 Jahre alte Polizeibeamtin. Sie wurde durch den Stein an einer Hand und am Sprunggelenk verletzt. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden ist die Frau derzeit nicht dienstfähig. Ihr 59-jähriger Kollege, der sich ebenfalls in dem Streifenwagen befand, blieb unverletzt.
Die Staatsanwaltschaft Kiel bewertet den gezielten Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt. Der Pflasterstein wurde nach der Tat sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht. Dabei fanden die Ermittler verwertbare DNA-Spuren.
Die Spuren könnten nun eine entscheidende Rolle bei der Suche nach der verantwortlichen Person spielen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Kiel deshalb eine DNA-Reihenuntersuchung in dem betroffenen Mehrfamilienhaus an. Die Maßnahme soll einen Abgleich mit den auf dem Stein gefundenen Spuren ermöglichen.
Von der Untersuchung sind alle Personen betroffen, die am Kurt-Schumacher-Platz 1 amtlich gemeldet sind oder dort tatsächlich wohnen. Voraussetzung ist, dass sie zum Zeitpunkt der Tat mindestens 14 Jahre alt waren. Damit richtet sich die Maßnahme nicht nur an offiziell registrierte Bewohner, sondern auch an Menschen, die sich dauerhaft in dem Gebäude aufhalten.
Das Hochhaus verfügt über 25 Etagen und zählt mehr als 250 Bewohner. Wie viele Menschen konkret eine DNA-Probe abgeben sollen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit. Die Untersuchung richtet sich nach dem richterlichen Beschluss und bedeutet nicht, dass sämtliche betroffenen Bewohner unter Tatverdacht stehen.
Die Bezirkskriminalinspektion Kiel begann am Dienstagmorgen um 6 Uhr mit der Umsetzung des Gerichtsbeschlusses. Unterstützt werden die Kieler Ermittler von Kräften der Bereitschaftspolizei aus Eutin. Der Einsatz konzentriert sich auf das Hochhaus am Kurt-Schumacher-Platz.
Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten die Informationen in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Pressestelle der Polizeidirektion Kiel ist während der laufenden Maßnahmen auch direkt am Einsatzort vertreten. Weitere Angaben zum möglichen Täter, zum genauen Tatort innerhalb des Gebäudes oder zum bisherigen Stand der Spurenauswertung machten die Behörden zunächst nicht.
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