Leifheit erwartet für 2026 bis zu sechs Millionen Euro EBIT-Verlust

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Haushaltswarenhersteller Leifheit rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust. Das börsennotierte Unternehmen aus Nassau in Rheinland-Pfalz hat am Mittwoch, 21. Oktober 2026, seine Jahresziele erneut nach unten korrigiert. Leifheit senkt die Prognose wegen der schwachen Nachfrage und zusätzlicher Aufwendungen für den Konzernumbau. Gleichzeitig soll das Sparprogramm FOCUS schneller umgesetzt werden.

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Leifheit korrigiert Ergebnisprognose deutlich nach unten

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Leifheit nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen minus fünf und minus sechs Millionen Euro. Bislang hatte der Vorstand mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis gerechnet.

Auch die Umsatzerwartungen fallen niedriger aus. Statt eines leichten Rückgangs prognostiziert das Unternehmen inzwischen ein Minus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern einen Umsatz von 232,6 Millionen Euro erzielt.

Damit verschlechtert Leifheit seine Jahresprognose bereits zum zweiten Mal. Noch zu Jahresbeginn war das Unternehmen von einem leichten Umsatzwachstum und einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. Im Juli folgte angesichts der schwächeren Geschäftsentwicklung die erste Korrektur.

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Umsatz und Ergebnis nach neun Monaten rückläufig

Die vorläufigen Geschäftszahlen zeigen, wie stark das laufende Jahr bislang hinter dem Vorjahr zurückliegt. Von Januar bis September 2026 erzielte Leifheit einen Umsatz von 169,1 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 179,0 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Rückgang um rund 5,5 Prozent.

Noch deutlicher fällt die Veränderung beim operativen Ergebnis aus. Während Leifheit in den ersten neun Monaten 2025 ein EBIT von 5,4 Millionen Euro erreichte, verzeichnete der Konzern im laufenden Jahr einen Verlust von 2,9 Millionen Euro. Darin enthalten sind bereits Sonderbelastungen von zwei Millionen Euro aus dem Performanceprogramm FOCUS.

Allein im dritten Quartal lag das EBIT bei minus 0,2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch 3,4 Millionen Euro erzielt worden waren.

Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt das Unternehmen die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Trotz nach eigenen Angaben gewonnener Marktanteile im Kerngeschäft konnte Leifheit den allgemeinen Nachfragerückgang nicht ausgleichen.

Sieben Millionen Euro Sonderkosten belasten das Jahresergebnis

Ein wesentlicher Teil des erwarteten Jahresverlusts hängt mit dem Konzernumbau zusammen. Leifheit berücksichtigt in seiner neuen Prognose Sonderaufwendungen von insgesamt rund sieben Millionen Euro. Diese entstehen durch die Umsetzung des Performanceprogramms FOCUS sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung eines Vorstandsvertrags.

Ohne diese Einmaleffekte erwartet das Unternehmen für 2026 weiterhin ein positives EBIT von etwa ein bis zwei Millionen Euro. Der prognostizierte Verlust bedeutet somit nicht, dass Leifheit auch vor Berücksichtigung der Sonderbelastungen ein negatives operatives Jahresergebnis erwartet.

Die schwächere Geschäftsentwicklung wirkt sich zugleich auf den Finanzmittelzufluss aus. Beim Free Cashflow rechnet Leifheit inzwischen mit einem negativen Wert von ein bis zwei Millionen Euro. Bislang war ein ausgeglichener Free Cashflow vorgesehen. Im Jahr 2025 hatte die Kennzahl noch bei positiven 6,4 Millionen Euro gelegen.

Vorstand wird verkleinert und Sparprogramm beschleunigt

Neben der Prognosesenkung kündigte Leifheit weitere Veränderungen in der Unternehmensführung an. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Vorstand von drei auf zwei Mitglieder zu verkleinern.

Igor Iraeta Munduate, bislang für den Bereich Operations verantwortlich, scheidet zum 31. Dezember 2026 vorzeitig aus dem Vorstand aus. Nach Unternehmensangaben erfolgt die Vertragsbeendigung im gegenseitigen Einvernehmen. Durch die Zusammenlegung von Zuständigkeiten will Leifheit seine Entscheidungsstrukturen vereinfachen und dauerhaft Kosten reduzieren.

Parallel dazu wird das bereits im Juli beschlossene Performanceprogramm FOCUS beschleunigt. Dazu gehören schlankere Unternehmensstrukturen, die Digitalisierung interner Abläufe und der Abbau von Stellen. Eine konkrete Zahl zusätzlich wegfallender Arbeitsplätze wurde in der aktuellen Mitteilung nicht genannt.

Das Programm soll ab 2027 erste wirtschaftliche Verbesserungen bringen. Ab 2028 erwartet Leifheit dauerhaft wiederkehrende jährliche Einsparungen von mehr als acht Millionen Euro. Im Juli hatte das Unternehmen noch mit rund 7,5 Millionen Euro gerechnet.

Vollständige Quartalsmitteilung folgt im November

Trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung setzt Leifheit seine Wachstumsinitiativen fort. Dazu gehören die Modernisierung des Markenauftritts und eine veränderte Präsentation seiner Produkte im stationären Handel und im Internet.

Die Entwicklung ist auch für den europäischen Haushaltswarenmarkt relevant. Der Konzern vertreibt neben Produkten unter der Marke Leifheit unter anderem Artikel der Marke Soehnle und ist mit weiteren Tochtergesellschaften im Geschäft mit Handelsmarken vertreten.

Für Anleger stehen nach der erneuten Prognosekorrektur insbesondere die operative Ertragsentwicklung, die Kosten des Konzernumbaus und die angekündigten Einsparungen im Mittelpunkt.

Die endgültigen Neunmonatszahlen will Leifheit am 5. November 2026 vorlegen. Bis dahin haben die jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen vorläufigen Charakter und können sich noch verändern.

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