Nahrungsergänzungsmittel erreichen in Deutschland neuen Produktionsrekord

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Die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stellten die Unternehmen rund 241.000 Tonnen her. Damit lag die Produktionsmenge um 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Seit 2019 ist die Herstellung um nahezu die Hälfte gestiegen. Auch der wirtschaftliche Wert der Produkte hat deutlich zugenommen.

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Produktion seit 2019 um fast 50 Prozent gestiegen

Nach den am Dienstag, 3. November 2026, veröffentlichten Destatis-Zahlen wurden 2024 noch rund 237.000 Tonnen Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland hergestellt. Im Jahr 2019 waren es lediglich rund 162.000 Tonnen. Innerhalb von sechs Jahren erhöhte sich die Produktionsmenge damit um 48,4 Prozent.

Noch stärker entwickelte sich der Wert der hergestellten Produkte. Dieser stieg 2025 auf gut 2,08 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag er bei rund 1,85 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung um 12,6 Prozent innerhalb eines Jahres.

Gegenüber 2019 erhöhte sich der Produktionswert sogar um 137,6 Prozent. Damit hat er sich innerhalb von sechs Jahren mehr als verdoppelt. Die Wertsteigerung liegt deutlich über dem mengenmäßigen Wachstum. Die Zahlen beziehen sich allerdings auf nominale Produktionswerte und sind nicht um die Inflation bereinigt.

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Immer mehr Unternehmen stellen Nahrungsergänzungsmittel her

Parallel zur steigenden Produktion ist auch die Zahl der Hersteller gewachsen. Destatis erfasste für 2025 insgesamt 72 Unternehmen, die Nahrungsergänzungsmittel produzierten. Das waren acht mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2019 lag die Zahl noch bei 52.

Die Produktpalette reicht von Calcium- und Magnesiumpräparaten über Zinkkapseln bis hin zu eiweißhaltigen Trinkprodukten. Auch Kieselerdepräparate und weitere Erzeugnisse gehören zu der statistisch erfassten Warengruppe.

Allerdings bildet die Produktionsstatistik nicht sämtliche Anbieter ab. Berücksichtigt werden Betriebe von Unternehmen des Produzierenden Gewerbes mit mindestens 20 Beschäftigten. Kleinere Hersteller fallen somit nicht unter diese Erhebung.

Die Daten dokumentieren außerdem die Herstellung in Deutschland und nicht den tatsächlichen Verbrauch der Bevölkerung. Welche Mengen exportiert oder im Inland verkauft werden, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten.

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht für jeden notwendig

Der Produktionsrekord bedeutet nicht, dass Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich einen gesundheitlichen Vorteil bieten. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) benötigen gesunde Menschen, die ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind, in der Regel keine zusätzlichen Vitamin- oder Mineralstoffpräparate.

In bestimmten Lebenssituationen können Nahrungsergänzungsmittel allerdings sinnvoll oder notwendig sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt beispielsweise Menschen mit veganer Ernährung, dauerhaft Vitamin B12 einzunehmen. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren wird zudem eine gezielte Ergänzung mit Folsäure empfohlen.

Auch bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel kann die Einnahme entsprechender Präparate medizinisch sinnvoll sein. Entscheidend sind der individuelle Bedarf und die Dosierung.

Fachleute warnen vor gesundheitlichen Risiken

Die zunehmende Verbreitung von Nahrungsergänzungsmitteln wirft auch Fragen zur Produktsicherheit auf. Das BfR weist darauf hin, dass eine übermäßige Aufnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe gesundheitliche Probleme verursachen kann. Besonders bei hochdosierten Präparaten besteht das Risiko einer Überversorgung.

Hinzu kommen mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Bestimmte Inhaltsstoffe können die Wirkung von Arzneimitteln verstärken oder abschwächen. Das BfR empfiehlt deshalb insbesondere Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, vor der zusätzlichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einzuholen.

Nahrungsergänzungsmittel benötigen keine Arzneimittelzulassung

Anders als Medikamente müssen Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland vor dem Verkauf kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Rechtlich gelten sie als Lebensmittel und unterliegen damit den entsprechenden deutschen und europäischen Vorschriften.

Hersteller und Vertreiber sind für die Sicherheit ihrer Produkte verantwortlich. Nahrungsergänzungsmittel müssen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden. Die Überwachung erfolgt durch die zuständigen Lebensmittelkontrollbehörden der Bundesländer.

Auch die zulässige Werbung ist geregelt. Produkte dürfen nicht mit der Heilung oder Verhütung von Krankheiten beworben werden. Bestimmte Aussagen über die Verringerung von Krankheitsrisiken sind nur unter den dafür vorgesehenen europäischen Zulassungsvoraussetzungen erlaubt.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Dosierung. Einheitliche verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind bislang weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene allgemein festgelegt. Das BfR hat deshalb eigene Höchstmengenempfehlungen erarbeitet, um gesundheitliche Risiken durch eine übermäßige Nährstoffzufuhr zu verringern.

Der wirtschaftliche Aufwärtstrend der deutschen Nahrungsergänzungsmittelindustrie ist damit eindeutig dokumentiert. Ob die zusätzlich hergestellten Präparate auch zu einer besseren Nährstoffversorgung beitragen, lässt sich aus den Produktionszahlen jedoch nicht ableiten.

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