
Laut Marktberichten rücken negative Strompreise und Photovoltaik in Deutschland 2026 immer stärker in den Fokus: Die Börsenstrompreise an der EPEX Spot sollen am 1. Mai 2026 erstmals für mehrere Stunden Werte von minus 50 Cent je Kilowattstunde erreicht haben. Als Haupttreiber gilt nach Angaben von Branchenexperten die rasant wachsende Solarstromeinspeisung, die mittags die Nachfrage immer häufiger übersteige.
Die Häufigkeit negativer Strompreise nimmt in Deutschland stetig zu. Laut Daten von Netztransparenz und Marktanalysten sollen im Jahr 2025 rund 575 Stunden mit negativen Preisen verzeichnet worden sein – gegenüber 139 Stunden im Jahr 2021 eine Vervierfachung. Ursache ist dem Vernehmen nach die installierte Photovoltaik-Kapazität, die bis Ende 2025 auf rund 117 Gigawatt gestiegen sei und besonders zur Mittagszeit mehr Strom produziere, als der Markt aufnehmen könne. Für 2026 projizieren Marktanalysen laut verschiedenen Quellen 700 bis 900 Stunden mit negativen Preisen – je nachdem, wie schnell Großspeicher und flexible Verbraucher hinzukämen. Auch Strompreise in Deutschland schwanken bereits heute stark je nach Region und Tageszeit, was Verbraucher mit dynamischen Tarifen direkt spüren.
Mit dem sogenannten Solarspitzengesetz, das seit Februar 2025 in Kraft ist, hat der Gesetzgeber die Regelungen des §51 EEG verschärft: Für neue Photovoltaikanlagen entfällt der Vergütungsanspruch ab der ersten Viertelstunde mit negativen Spotmarktpreisen – ohne jede Karenzzeit. Die fixen Einspeisevergütungssätze wurden zum 1. Februar 2026 erneut gesenkt und betragen seither 7,78 Cent je Kilowattstunde für die Teileinspeisung und 12,34 Cent für die Volleinspeisung bei neuen Anlagen bis zehn Kilowattpeak. Die Sätze werden halbjährlich um ein Prozent reduziert. Bestandsanlagen, die noch 2026 in Betrieb gehen, seien nach Angaben von Fachportalen durch den Bestandsschutz für 20 Jahre abgesichert. Kritiker bemängeln laut pv-magazine.de hingegen, das Solarspitzengesetz enthalte strukturelle Konstruktionsfehler, die Investoren verunsicherten und den Ausbau der Erneuerbaren bremsen könnten. Ähnliche Regulierungsdiskussionen gibt es auch bei chinesischen Wechselrichtern, für die die EU 2026 ein Förderverbot erwägt.
Bundeskanzler Friedrich Merz soll laut Medienberichten Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bei ihren Plänen unterstützen, die fixe Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen bis 25 Kilowattpeak ab 2027 abzuschaffen und durch Direktvermarktung zu ersetzen. Ziel sei es, Anreize für mehr Eigenverbrauch und Speicherung zu setzen statt für unkontrollierte Einspeisung ins Netz. Die EEG-Förderkosten haben zuletzt erhebliche Summen erreicht: Laut Angaben der Bundesregierung sollen sie 2024 bei 18,5 Milliarden Euro gelegen haben und für 2026 im Bereich von 17 bis 20 Milliarden Euro erwartet werden – nahezu vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert. Ob die angekündigte Reform die erhofften Einsparungen bringe und ob das Zeitfenster bis 2027 reiche, sei unter Energieökonomen laut Fachportalen umstritten.
Experten aus der Branche sehen in Batteriespeichern die zentrale Antwort auf die Herausforderung negativer Strompreise durch Photovoltaik. Ein PV-Investment ohne Speicher gelte 2026 wirtschaftlich und genehmigungsrechtlich laut Marktanalysten als kaum mehr darstellbar: Anlagen, die ihren Strom ungesteuert ins Netz abgeben, drohten in Stunden mit Überangebot nicht nur auf die Vergütung zu verzichten, sondern könnten künftig bei einer Weiterentwicklung der Abgabenstruktur sogar Kosten tragen müssen. Der Ausbau von Großspeichern und die Einführung von Energy Sharing ab 2026 seien Schritte in die richtige Richtung – ob sie ausreichten, um die Zahl negativer Preisstunden zu begrenzen, sei jedoch offen. Die Energiewende steht damit an einem Scheideweg: Einerseits erzeugt Deutschland mehr Sonnenstrom als je zuvor, andererseits zeigen die zunehmenden Phasen negativer Strompreise, dass das Stromsystem die Einspeisung noch nicht vollständig integrieren kann.
Quellen: agrarheute.com, logicenergy.de, pv-magazine.de, martinkaessler.com, sfv.de, netztransparenz.de
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