„Unabomber“ auf Netflix erzählt die Geschichte Ted Kaczynskis neu

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Netflix veröffentlicht an diesem Freitag, 25. September 2026, den Film „Unabomber“. Das Drama mit Jacob Tremblay, Russell Crowe und Shailene Woodley greift die Geschichte des US-Amerikaners Ted Kaczynski auf, der zwischen 1978 und 1995 eine Serie von Bombenanschlägen verübte. Der Film verbindet Kaczynskis Jahre als junger Harvard-Student mit der späteren Fahndung nach dem sogenannten Unabomber.

Jacob Tremblay spielt den jungen Ted Kaczynski

Im Mittelpunkt des Netflix-Films steht zunächst der junge Kaczynski. Jacob Tremblay spielt ihn als hochbegabten Mathematikstudenten, der bereits mit 16 Jahren nach Harvard kam. Russell Crowe übernimmt die Rolle des Harvard-Psychologen Henry Murray. Regie führte der dänische Filmemacher Janus Metz, das Drehbuch stammt von Sam Chalsen und Nelson Greaves.

Netflix beschreibt „Unabomber“ als Drama, das von wahren Ereignissen inspiriert ist. Die Handlung verläuft auf zwei Zeitebenen. Einerseits geht es um Kaczynskis Jugend und seine Zeit in Harvard, andererseits um die Ermittlungen Jahrzehnte später. Shailene Woodley spielt dabei die FBI-Ermittlerin Joanne Miller. Die Figur ist allerdings keine direkte Darstellung einer realen Beamtin. Miller ist eine fiktionale Zusammenfassung mehrerer an dem Fall beteiligter Ermittler.

Zur weiteren Besetzung gehören Annabelle Wallis, Alexander Ludwig, Steven Ogg und Marc Menchaca. Die Netflix-Seite führt den Film in Deutschland mit einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren.

Harvard-Experimente bilden einen zentralen Teil des Films

Eine wichtige Rolle spielt Kaczynskis Teilnahme an psychologischen Untersuchungen unter Henry Murray. Kaczynski begann 1958 im Alter von 16 Jahren sein Studium in Harvard und nahm ab dem folgenden Jahr an einer mehrjährigen Studie teil. Dabei wurden Studenten unter anderem gezielt mit scharfer Kritik an ihren persönlichen Überzeugungen konfrontiert und ihre Reaktionen untersucht.

Die Experimente sind historisch dokumentiert. Nicht belegt ist dagegen, dass sie Kaczynskis spätere Radikalisierung oder seine Gewalttaten verursacht hätten. Ein direkter Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen. Der Film verarbeitet diesen Abschnitt deshalb innerhalb einer dramatisierten Lebensgeschichte und nicht als belegte Erklärung für die späteren Anschläge.

Der reale Fall beschäftigte das FBI fast zwei Jahrzehnte

Ted Kaczynski verschickte oder platzierte zwischen 1978 und 1995 insgesamt 16 Bomben. Drei Menschen wurden getötet, mehr als 20 weitere verletzt. Weil sich frühe Ziele unter anderem an Universitäten und im Luftfahrtbereich befanden, erhielt die FBI-Ermittlung den internen Namen „UNABOM“, aus dem später die Bezeichnung „Unabomber“ entstand.

Der Fall entwickelte sich zu einer langjährigen Fahndung. Einen entscheidenden Hinweis lieferte schließlich Kaczynskis Familie, nachdem 1995 ein umfangreicher Text mit seinen gesellschafts- und technologiekritischen Vorstellungen veröffentlicht worden war. Ähnlichkeiten zu früheren Texten Kaczynskis führten die Ermittler zu ihm. Am 3. April 1996 wurde er in seiner Hütte nahe Lincoln im US-Bundesstaat Montana festgenommen.

Kaczynski bekannte sich 1998 vor einem Bundesgericht schuldig. Er erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Entlassung. Er starb 2023 im Alter von 81 Jahren in Bundeshaft.

Erste Kritiken sehen Stärken bei den Darstellern

Die ersten veröffentlichten Kritiken fallen unterschiedlich aus. Wiederholt positiv hervorgehoben wird die Besetzung, insbesondere Jacob Tremblays Darstellung des jungen Kaczynski. Kritik richtet sich dagegen vor allem gegen die Konstruktion des Films aus zwei Zeitebenen.

Mehrere Besprechungen halten die verschiedenen Erzählstränge für nicht vollständig miteinander verbunden. Andere Kritiken heben Inszenierung und Darsteller hervor, sehen in der Aufteilung der Handlung aber ebenfalls eine Schwäche.

Damit setzt der Netflix-Film Unabomber weniger auf eine vollständige Rekonstruktion der jahrelangen Ermittlungen als auf zwei ausgewählte Abschnitte aus Kaczynskis Leben. Historische Ereignisse und reale Personen werden dabei mit fiktionalen Verdichtungen verbunden.

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