
OpenAI treibt den Ausbau von ChatGPT in mehreren Bereichen gleichzeitig voran. Das Unternehmen hat in den USA eine neue Finanzfunktion für ChatGPT vorgestellt, baut mit einer eigenen Deployment-Gesellschaft sein Geschäft mit Firmenkunden aus und öffnet ausgewählten europäischen Unternehmen den Zugang zu KI-Modellen für Cybersicherheit. Damit verschiebt sich OpenAI weiter von einem reinen Anbieter leistungsfähiger KI-Modelle zu einem Unternehmen, das seine Systeme direkt in Arbeitsabläufe, Finanzentscheidungen und Sicherheitsstrukturen einbinden will.
OpenAI hat eine Vorschau auf eine persönliche Finanzfunktion in ChatGPT veröffentlicht. Sie steht zunächst Pro-Nutzern in den USA zur Verfügung. Nutzer können Finanzkonten verbinden, eine Übersicht über Ausgaben, Anlagen, Verpflichtungen und wiederkehrende Zahlungen erhalten und ChatGPT Fragen auf Grundlage dieser Daten stellen. Unterstützt werden laut OpenAI mehr als 12.000 Finanzinstitute. Die Kontoanbindung erfolgt zunächst über Plaid, Unterstützung durch Intuit soll folgen. OpenAI stellt die Funktion ausdrücklich nicht als Ersatz für professionelle Finanzberatung dar. Das System soll Nutzern helfen, Ausgabenmuster zu erkennen, Szenarien zu vergleichen und Entscheidungen besser vorzubereiten.
Gerade bei Finanzdaten ist der Schritt sensibel. OpenAI verweist darauf, dass Nutzer verbundene Konten wieder trennen können. Synchronisierte Kontodaten sollen dann innerhalb von 30 Tagen aus den Systemen gelöscht werden. Finanzielle Erinnerungen lassen sich separat einsehen und löschen. In temporären Chats greift ChatGPT nach Angaben des Unternehmens nicht auf verbundene Finanzkonten zu. Der Vorstoß zeigt, wie stark sich KI-Anwendungen in persönliche Lebensbereiche ausdehnen.
Parallel baut OpenAI sein Geschäft mit Unternehmen aus. Das Unternehmen kündigte die OpenAI Deployment Company an. Die neue Gesellschaft soll Organisationen dabei helfen, KI-Systeme in konkrete Arbeitsprozesse einzubauen. OpenAI übernimmt in diesem Zusammenhang das Beratungs- und Engineering-Unternehmen Tomoro. Dadurch sollen rund 150 erfahrene Fachkräfte für KI-Einführung und Umsetzung zur neuen Einheit stoßen. Die OpenAI Deployment Company startet mit mehr als vier Milliarden Dollar Anfangsinvestition. Zu den beteiligten Partnern gehören unter anderem TPG, Advent, Bain Capital und Brookfield.
Auch in Europa baut OpenAI seine Rolle aus. Unternehmen wie Deutsche Telekom, BBVA, Telefónica, Sophos und Scalable Capital sollen Zugang zu aktuellen OpenAI-Modellen für defensive Cybersicherheitsanwendungen erhalten. Das Programm richtet sich an geprüfte Akteure aus Bereichen wie Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Energie und öffentlicher Infrastruktur. Die EU-Kommission begrüßte ein Angebot von OpenAI, Zugang zu Cybersicherheitsfunktionen zu gewähren.
OpenAIs Ausbau fällt in eine Phase intensiver öffentlicher und rechtlicher Aufmerksamkeit. Die Unternehmensstruktur und die wirtschaftliche Macht großer KI-Anbieter stehen in den USA weiter im Fokus. Reuters berichtete über Gerichtsunterlagen im Zusammenhang mit Elon Musks Klage gegen OpenAI sowie über Investitionen von OpenAI-Chef Sam Altman in Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen zu OpenAI hatten. Altman weist die Vorwürfe zurück und verwies auf Enthaltungen bei relevanten Entscheidungen. Für OpenAI geht es damit um mehr als neue Funktionen. Das Unternehmen verknüpft Verbraucherprodukte, Unternehmenseinsatz und kritische Sicherheitsanwendungen immer enger.
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