Bericht: OpenAI soll Kamera-Startup Glass Imaging gekauft haben

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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OpenAI soll das auf KI-gestützte Kameratechnik spezialisierte US-Startup Glass Imaging übernommen haben. Das Wall Street Journal meldete den Kauf am Montag unter Berufung auf mit der Transaktion vertraute Personen. Demnach soll Glass Imaging bei dem Geschäft mit mehr als 300 Millionen US-Dollar bewertet worden sein. Eine offizielle Bestätigung von OpenAI oder Glass Imaging lag am Montagabend zunächst nicht vor. Auch Angaben zum Kaufpreis, zur Struktur der Transaktion und zum Zeitpunkt des Abschlusses wurden von den Unternehmen nicht veröffentlicht.

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Glass Imaging entwickelt KI für Smartphone-Kameras

Glass Imaging wurde 2019 von Ziv Attar und Tom Bishop gegründet. Beide arbeiteten zuvor bei Apple an Technologien für computergestützte Fotografie. Nach Angaben des Startups waren sie unter anderem an der Entwicklung der Technik beteiligt, die später für den Porträtmodus des iPhones eingesetzt wurde.

Das Unternehmen entwickelt mit GlassAI eine Bildverarbeitung, die künstliche Intelligenz direkt auf Kameradaten anwendet. Die Software soll optische Fehler von Objektiven, Sensorrauschen und andere technische Einschränkungen kompensieren. Dafür verarbeitet das System unter anderem mehrere Rohbilder und nutzt speziell auf Kamera und Sensor abgestimmte neuronale Netze. Glass Imaging bezeichnet die Technik als Neural ISP, also als neuronale Alternative oder Ergänzung zu klassischen Bildsignalprozessoren.

Der Ansatz ist für Smartphones besonders relevant, weil deren Kameras durch die geringe Baugröße physikalischen Grenzen unterliegen. Größere Sensoren und Objektive können nicht beliebig in flache Geräte eingebaut werden. Softwarebasierte Bildverarbeitung ist deshalb seit Jahren ein wichtiger Bestandteil moderner Smartphone-Fotografie.

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Glass Imaging arbeitet nach eigenen Angaben nicht ausschließlich an Smartphones. Die Technologie wurde auch für Drohnen, Wearables und andere kompakte Kamerasysteme entwickelt.

Startup sammelte mehr als 30 Millionen Dollar ein

Glass Imaging hatte bereits vor dem nun gemeldeten Verkauf mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen. Im Februar 2024 gab das Unternehmen eine erweiterte Seed-Runde über 9,3 Millionen US-Dollar bekannt. Angeführt wurde sie von GV, dem Risikokapitalarm des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Weitere Investoren waren unter anderem Future Ventures, Abstract Ventures und LDV Capital.

Im Mai 2025 folgte eine Series-A-Runde über 20 Millionen US-Dollar unter Führung von Insight Partners. Glass Imaging erklärte damals, das zusätzliche Kapital für die Weiterentwicklung und Integration seiner KI-Bildverarbeitung verwenden zu wollen. Zusammen mit einer früheren Seed-Finanzierung hatte das Unternehmen damit mehr als 30 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Das Wall Street Journal bezifferte die Bewertung von Glass Imaging bei einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr auf rund 100 Millionen Dollar. Für die nun gemeldete Übernahme soll die Bewertung dem Bericht zufolge bei mehr als 300 Millionen Dollar gelegen haben. Eine unabhängige Bestätigung für diese Summe lag zunächst nicht vor.

Die Technologie des Unternehmens hat inzwischen auch den Weg in kommerzielle Geräte gefunden. Glass Imaging bestätigte 2026 eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Honor. Die Neural-ISP-Technologie des Startups wurde dabei zur Verbesserung der Kameraleistung und insbesondere von Zoom-Aufnahmen eingesetzt.

Verbindung zu OpenAIs Hardware-Plänen bleibt offen

Welche Aufgaben das Team von Glass Imaging bei OpenAI übernehmen soll, war zunächst nicht bekannt. Ebenso unklar blieb, ob die Kameratechnik in ein konkretes künftiges OpenAI-Gerät einfließen soll. Eine entsprechende Produktankündigung gab es nicht.

Der mögliche Kauf fällt allerdings in eine Phase, in der OpenAI seine Arbeit an eigener Hardware ausgebaut hat. 2025 schloss sich das Team des Hardware-Unternehmens io Products OpenAI an. An io war der frühere Apple-Designchef Jony Ive beteiligt. OpenAI erklärte damals offiziell, gemeinsam an einer neuen Generation von Produkten arbeiten zu wollen. Ives unabhängiges Designunternehmen LoveFrom blieb dabei eigenständig, übernahm jedoch umfangreiche Designaufgaben für OpenAI.

Dass Glass Imaging Technologien für kompakte Kameras, maschinelle Bildverarbeitung und Edge-KI entwickelt, macht das Unternehmen grundsätzlich für Hersteller KI-basierter Geräte interessant. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, für welches Produkt OpenAI die Technik einsetzen könnte. Konkrete Angaben dazu wurden bislang nicht gemacht.

Übernahme bislang nur durch Bericht bekannt

Die Meldung OpenAI übernimmt Glass Imaging stützt sich damit derzeit im Kern auf den Bericht des Wall Street Journal und dessen nicht namentlich genannte Quellen. Auf der offiziellen Nachrichtenseite von OpenAI war am Montagabend keine Mitteilung zu Glass Imaging veröffentlicht. Auch Glass Imaging hatte auf seiner Unternehmenswebsite zunächst keine Übernahme bekannt gegeben.

Belastbar dokumentiert sind dagegen die technische Ausrichtung des Startups, seine Gründer, die Finanzierungsrunden und die Zusammenarbeit mit Geräteherstellern. Die angebliche Bewertung von mehr als 300 Millionen Dollar sowie der bereits erfolgte Verkauf an OpenAI sind bislang nicht durch eine öffentliche Erklärung der beteiligten Unternehmen bestätigt.

Sollte die Transaktion offiziell bestätigt werden, würde OpenAI damit zusätzliches Know-how in einem Bereich erhalten, der für KI-Geräte eine zentrale Rolle spielen kann: Kameras liefern Maschinen visuelle Informationen über ihre Umgebung. Wie OpenAI diese Fähigkeiten einsetzen will, war am Montag jedoch noch offen.

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