Leo XIV. reist nach Frankreich: Das ist sein Programm

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Wenige Tage vor seiner Ankunft in Frankreich stehen die wichtigsten Termine fest: Papst Leo XIV. reist vom 25. bis 28. September 2026 nach Paris, Saint-Denis, Lourdes und Metz. Auf dem Programm stehen politische und diplomatische Begegnungen, mehrere große Gottesdienste, ein Besuch bei der UNESCO sowie Treffen mit Jugendlichen, französischen Bischöfen und Vertretern verschiedener Religionen. Die Frankreich-Reise von Papst Leo XIV. gehört damit zu den umfangreichsten Auslandsreisen seines bisherigen Pontifikats.

Auftakt mit Macron, UNESCO und Notre-Dame

Leo XIV. soll am Freitagmorgen, 25. September, von Rom nach Paris fliegen und gegen 10 Uhr am Flughafen Orly eintreffen. Anschließend ist eine Begrüßungszeremonie vorgesehen. Um 11 Uhr folgt ein Besuch beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Élysée-Palast. Danach will der Papst Vertreter staatlicher Institutionen, der Zivilgesellschaft und des diplomatischen Korps treffen.

Am Nachmittag steht ein international ausgerichteter Termin an. Leo XIV. besucht den Hauptsitz der UNESCO in Paris und soll dort eine Ansprache halten. Die Station passt zu Themen, die der Papst seit Beginn seines Pontifikats wiederholt aufgegriffen hat, darunter internationale Zusammenarbeit, Bildung, menschliche Würde und der Umgang mit technologischen Veränderungen.

Am frühen Abend feiert Leo XIV. die Vesper in der Kathedrale Notre-Dame. Der Besuch hat auch deshalb besondere Symbolkraft, weil das Gotteshaus nach dem verheerenden Brand von 2019 Ende 2024 wiedereröffnet wurde. Den Abschluss des ersten Tages bildet eine Gebetswache mit Jugendlichen im Stade de France in Saint-Denis. Für die Veranstaltung wurden rund 80.000 Teilnehmer erwartet.

Große Messe im Zentrum von Paris

Der zweite Reisetag beginnt mit sozialen und kirchlichen Begegnungen. Am Samstagvormittag besucht Leo XIV. zunächst die Maison Bakhita, ein Zentrum für soziale Begleitung und Integration. Anschließend trifft er am Institut Catholique de Paris unter anderem Mitglieder einer synodalen Versammlung sowie Katechumenen und Neugetaufte.

Einer der größten öffentlichen Termine ist für 15 Uhr vorgesehen. Der Papst feiert eine Messe auf der Place de la Concorde. Die französische Kirche hatte im Vorfeld angekündigt, dass auch Bereiche entlang der Champs-Élysées in die Organisation der Großveranstaltung einbezogen werden sollen. Für die Pariser Termine rechnen Kirche und Behörden insgesamt mit mehreren hunderttausend Menschen.

Am späten Nachmittag fliegt Leo XIV. weiter nach Südfrankreich. Nach der Landung am Flughafen Tarbes-Lourdes-Pyrénées ist am Abend ein Gebet an der Grotte von Massabielle im Marienheiligtum von Lourdes vorgesehen.

Lourdes wird zum kirchlichen Schwerpunkt der Reise

Der Sonntag steht weitgehend im Zeichen der französischen katholischen Kirche. Am Morgen trifft Leo XIV. die Bischöfe der französischen Bischofskonferenz. Um 11 Uhr soll er eine große Messe auf dem Gelände des Heiligtums von Lourdes feiern.

Am Nachmittag folgt eine Begegnung mit Mitarbeitern und betreuten Kranken des Accueil Notre-Dame. Danach ist ein privates Treffen mit kontemplativen Ordensfrauen im Karmeliterkloster geplant. Am Abend nimmt Leo XIV. an einem Rosenkranzgebet und einer Lichterprozession teil.

Auch der Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch gehört zum Hintergrund der Reise. Im Vorfeld war angekündigt worden, dass der Papst während seines Aufenthalts in Frankreich Betroffene von Missbrauch in der Kirche in einem privaten Rahmen treffen soll. Einzelheiten zu Ort, Teilnehmern und Ablauf wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes zunächst nicht vollständig veröffentlicht.

Metz: Religion, Europa und Frieden

Am Montagmorgen reist Leo XIV. von Lourdes nach Metz. Dort steht zunächst ein interreligiöses Treffen im Kongresszentrum Robert Schuman auf dem Programm. Direkt danach folgt eine Veranstaltung unter dem Leitgedanken der europäischen Wurzeln, des Friedens und der Einheit.

Mit Metz wählt der Vatikan damit bewusst eine Stadt in einer europäischen Grenzregion. Der Name Robert Schuman ist eng mit der frühen europäischen Einigung verbunden. Die Station gibt dem Papst Gelegenheit, Fragen des Zusammenlebens, des interreligiösen Dialogs und der europäischen Zusammenarbeit miteinander zu verbinden.

Um 16 Uhr soll Leo XIV. eine Messe in der Kathedrale Saint-Étienne feiern. Anschließend fährt er zum Flughafen Metz-Nancy-Lorraine. Die Rückkehr nach Rom ist für den Abend des 28. September vorgesehen.

Bis zu 15.000 Einsatzkräfte für die Sicherheit

Vor allem in Paris stellt der Besuch die Behörden vor erhebliche logistische und sicherheitstechnische Aufgaben. Nach Angaben aus dem französischen Innenministerium sollen an den publikumsstärksten Tagen bis zu 15.000 Polizisten, Gendarmen, mobile Einheiten und Soldaten der Operation Sentinelle eingesetzt werden. Für einzelne Bereiche der Hauptstadt sind Schutzräume, Sperrzonen und Zugangskontrollen vorgesehen.

Auch in Metz und Lourdes gelten Sonderregelungen für Verkehr, Parkplätze und den Zugang zu Veranstaltungsorten. In Metz wurden unter anderem Einschränkungen rund um die Innenstadt, Straßensperrungen und Regelungen für Drohnenflüge vorbereitet. Wie viele Menschen tatsächlich an allen Stationen teilnehmen werden, blieb zunächst offen. Die veröffentlichten Schätzungen unterscheiden sich je nach Veranstaltung und Quelle.

Leo XIV. setzt eigene Akzente im zweiten Amtsjahr

Robert Francis Prevost wurde am 8. Mai 2025 zum Papst gewählt. Der gebürtige US-Amerikaner ist der erste Papst aus den Vereinigten Staaten und der erste Augustiner an der Spitze der katholischen Kirche. Seit seinem Amtsantritt hat er sein internationales Reiseprogramm schrittweise ausgeweitet.

Inhaltlich hat Leo XIV. unter anderem Frieden, internationale Zusammenarbeit, soziale Fragen und die Folgen neuer Technologien in den Mittelpunkt gestellt. Im Mai 2026 veröffentlichte er mit Magnifica Humanitas seine erste Enzyklika. Darin befasst er sich ausführlich mit dem Schutz der menschlichen Person im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

Die Reise nach Frankreich verbindet diese internationale Agenda mit innerkirchlichen Themen. Begegnungen mit Politik, UNESCO und Religionsvertretern stehen neben Gottesdiensten, Jugendveranstaltungen und Gesprächen mit der französischen Kirche. Für Frankreich ist es die erste formelle Papstreise seit Benedikt XVI. im Jahr 2008. Papst Franziskus hatte Frankreich zwar mehrfach besucht, seine Aufenthalte in Strasbourg, Marseille und Ajaccio waren jedoch anders angelegt und galten nicht als offizielle Frankreich-Reise in diesem Umfang.

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