
Eine der größten Übernahmen der Medienbranche ist einer Vollendung deutlich näher gekommen. US-Bezirksrichterin Araceli Martínez-Olguín hat am Mittwoch, 30. September 2026, einen Vergleich zwischen Paramount Skydance, Warner Bros. Discovery und zwölf US-Bundesstaaten genehmigt. Damit ist die gerichtliche Blockade der rund 110 Milliarden Dollar schweren Transaktion aufgehoben. Die Unternehmen dürfen die Übernahme nun abschließen. Ein Vollzug des Geschäfts war zunächst jedoch noch nicht bestätigt.
Die Paramount Warner Bros Übernahme würde einige der bekanntesten Marken der weltweiten Film-, Fernseh- und Streamingbranche unter einem Konzerndach vereinen. Paramount will Warner Bros. Discovery vollständig übernehmen. Dazu gehören unter anderem Warner Bros., HBO und CNN sowie auf Paramount-Seite Paramount Pictures, CBS und weitere Fernseh- und Streamingangebote.
Der Rechtsstreit hatte die geplante Fusion seit dem Sommer verzögert. Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten hatten im Juli Klage eingereicht und argumentiert, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb bei Kinofilmen und im Kabelfernsehen erheblich beeinträchtigen könne. Das Gericht hatte die Transaktion daraufhin zunächst gestoppt. Im Juli vereinbarten die Beteiligten zudem, den Zusammenschluss bis zu einer gerichtlichen Entscheidung beziehungsweise längstens bis Juni 2027 nicht zu vollziehen.
Am 21. September einigten sich die Bundesstaaten und die Unternehmen schließlich auf einen Vergleich. Dessen Wirksamkeit hing noch von der Zustimmung des zuständigen Bundesgerichts im Northern District of California ab. Martínez-Olguín stellte bei einer Anhörung zunächst weitere Fragen zu der Vereinbarung und billigte sie nicht sofort. Mit der Entscheidung vom 30. September ist diese Voraussetzung nun erfüllt.
Der Vergleich enthält zahlreiche Verpflichtungen für das fusionierte Unternehmen. In den ersten beiden Jahren muss der Konzern jeweils mindestens 30 Filme veröffentlichen, darunter 20 breite Kinostarts. In den folgenden drei Jahren steigt die Vorgabe auf 32 Filme pro Jahr, davon mindestens 21 mit breitem Kinostart. Außerdem müssen jährlich mindestens vier Independent-Filme veröffentlicht werden. Werden die Vorgaben verfehlt, sieht die Vereinbarung unter bestimmten Voraussetzungen Zahlungen von 30 Millionen Dollar je fehlendem Film und eine Veräußerung von Miramax vor.
Paramount verpflichtet sich außerdem, innerhalb von fünf Jahren mindestens 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich gegenüber dem US-Produktionsniveau von 2025 in die Filmproduktion in den Vereinigten Staaten zu investieren. Für Beschäftigte, deren Arbeitsplätze durch die Fusion betroffen sind, wird ein Fonds von 47,5 Millionen Dollar für Weiterbildung und berufliche Entwicklung eingerichtet. Hinzu kommt ein mit insgesamt 25 Millionen Dollar ausgestatteter Fonds zum Ankauf unabhängiger Filme.
Auch für das Fernsehgeschäft gelten Vorgaben. Verhandlungen über die bisherigen Basiskabelsender von Paramount und Warner Bros. müssen fünf Jahre lang getrennt geführt werden. Zudem soll ein kostenloses Streamingangebot fortgeführt werden. Für CNN und CBS sieht die Vereinbarung ein Gremium zur redaktionellen Unabhängigkeit vor. Die Einhaltung des Vergleichs soll zusätzlich von unabhängiger Seite überwacht werden.
Der Streit mit den Bundesstaaten war von der Prüfung durch die US-Regierung getrennt. Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums beendete ihre Untersuchung bereits im Juni. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Transaktion voraussichtlich keinen wettbewerbswidrigen Schaden in den untersuchten Bereichen Streaming, lineares Fernsehen sowie Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Kinofilmen verursachen werde.
Auch in zahlreichen weiteren Märkten hatte Paramount bereits Genehmigungen erhalten. Dazu zählen unter anderem die Europäische Kommission und die britische Wettbewerbsbehörde CMA. Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre hatten dem Zusammenschluss bereits am 23. April zugestimmt. Bei der Abstimmung entfielen rund 1,743 Milliarden Stimmen auf die Annahme des Fusionsvertrags und rund 16,3 Millionen dagegen.
Die Unternehmen hatten ihren verbindlichen Fusionsvertrag am 27. Februar geschlossen. Vorgesehen ist eine Barzahlung von 31 Dollar je Warner-Bros.-Discovery-Aktie. Der Unternehmenswert von Warner Bros. Discovery wurde bei Bekanntgabe des Geschäfts mit 110 Milliarden Dollar einschließlich Schulden angegeben. Nach Abschluss soll Warner Bros. Discovery als vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft von Paramount fortbestehen.
Weil die Übernahme nicht bis zum 30. September abgeschlossen wurde, greift zudem eine im Vertrag festgelegte zusätzliche Zahlung an die Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre. Sie beträgt rechnerisch 0,00277778 Dollar pro Aktie für jeden Kalendertag nach dem 30. September bis einschließlich des Abschlusstages und ist auf 25 Cent je 90 Tage begrenzt.
Paramount hatte in einer Ende September bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Modellrechnung für seine Finanzaufstellungen einen Abschluss am 6. Oktober zugrunde gelegt. Das Unternehmen betonte darin jedoch ausdrücklich, dass das tatsächliche Datum noch nicht feststehe und die Transaktion erst nach Erfüllung oder Verzicht auf die verbleibenden vertraglichen Abschlussbedingungen vollzogen werde. Die Genehmigung des Vergleichs beseitigt damit eine zentrale juristische Hürde, ist aber nicht mit dem formalen Closing gleichzusetzen.
Mit dem Zusammenschluss würden zwei der großen traditionellen Hollywood-Gruppen zusammengeführt. Zum kombinierten Angebot gehören neben den Filmstudios unter anderem HBO, CNN, CBS sowie Streamingplattformen und zahlreiche internationale Fernsehsender. Paramount begründete die Transaktion bei ihrer Ankündigung mit größerer Reichweite und einem umfangreicheren Bestand an Film- und Serienmarken.
Für die Branche bedeutet die Gerichtsentscheidung vor allem, dass der seit Juli bestehende juristische Stillstand beendet ist. Die im Vergleich vereinbarten Produktions-, Beschäftigungs- und Wettbewerbsauflagen sollen auch nach dem Zusammenschluss gelten und sind auf fünf Jahre angelegt. Der formelle Abschluss der 110-Milliarden-Dollar-Transaktion ist der nächste Schritt.






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