Weltweiter PC-Markt verliert binnen eines Jahres fast 16 Millionen Geräte

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Grzegorz Walczak

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Der weltweite Markt für Personal Computer ist im dritten Quartal 2026 deutlich geschrumpft. Zwischen Juli und September wurden nach vorläufigen Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC rund 62,7 Millionen PCs ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang um 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch das Analysehaus Omdia bestätigt die Entwicklung und beziffert das Minus sogar auf 21,2 Prozent. Steigende Komponentenpreise, Lieferengpässe und hohe Lagerbestände setzen den Herstellern zunehmend zu.

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PC-Auslieferungen 2026 fallen deutlich schwächer aus

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie stark sich die Lage innerhalb weniger Monate verändert hat. Im dritten Quartal 2025 hatte IDC weltweit noch 78,5 Millionen ausgelieferte Computer erfasst. Ein Jahr später waren es 15,8 Millionen Geräte weniger. Damit schrumpfte das Marktvolumen um mehr als ein Fünftel.

Auch gegenüber dem zweiten Quartal 2026 ging die Zahl der Auslieferungen zurück. IDC errechnete ein Minus von 9,1 Prozent. Das ist ungewöhnlich, weil die Monate Juli bis September normalerweise zu den stärkeren Verkaufsphasen gehören. In vielen Ländern sorgen der Schulbeginn und die Vorbereitung auf das Jahresendgeschäft für zusätzliche Nachfrage.

Bereits im zweiten Quartal hatte der Markt gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent nachgegeben. Der aktuelle Rückgang ist damit der zweite in Folge und fällt erheblich stärker aus.

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Das Marktforschungsunternehmen Omdia ermittelte für das dritte Quartal weltweit 58,1 Millionen ausgelieferte PCs. Damit liegt die Schätzung unter der von IDC. Beide Institute erfassen den Markt mit eigenen Methoden, stimmen aber beim Ausmaß des Rückgangs weitgehend überein.

Hohe Speicherpreise und Lieferengpässe belasten die Hersteller

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung sind die stark gestiegenen Kosten für Computerkomponenten. Besonders betroffen sind Arbeitsspeicher und Datenspeicher, die inzwischen einen erheblich größeren Anteil an den Herstellungskosten ausmachen.

Nach Berechnungen von Omdia ist der Kostenanteil von DRAM-Arbeitsspeicher und SSD-Speichern an einem PC von früher üblicherweise rund 15 Prozent auf inzwischen nahezu 40 Prozent gestiegen. Die Preise für diese Komponenten hätten sich mehr als vervierfacht.

Auch bei Prozessoren, Grafikkarten und weiteren elektronischen Bauteilen bestehen nach Einschätzung des Analysehauses Lieferengpässe.

Eine Rolle spielt der Ausbau großer Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Die hohe Nachfrage nach Speicher und anderen Komponenten für KI-Infrastrukturen verschärft nach Einschätzung von IDC den Kostendruck auf die Hersteller klassischer Computer.

Die gestiegenen Kosten erreichen inzwischen auch den Handel. Viele PC-Hersteller haben ihre Verkaufspreise bereits mehrfach angepasst. Gleichzeitig reagieren Unternehmen und Privatkunden zurückhaltender auf Neuanschaffungen.

Vorgezogene Bestellungen verschärfen den Rückgang

Neben den höheren Preisen beeinflusst eine Besonderheit der ersten Jahreshälfte die aktuellen Auslieferungszahlen.

Zahlreiche Hersteller, Großhändler und Vertriebspartner hatten ihre Bestellungen frühzeitig erhöht, um sich vor erwarteten Preisanstiegen und möglichen Lieferproblemen mit Geräten einzudecken.

Diese vorgezogenen Bestellungen stützten zunächst die Auslieferungen. Im dritten Quartal fehlte anschließend ein Teil der sonst üblichen Nachfrage, weil bereits zuvor größere Mengen in die Vertriebskanäle gelangt waren.

Viele Händler beschäftigen sich deshalb nun mit dem Abbau ihrer Lagerbestände. Neue Bestellungen werden zurückhaltender vergeben, während die Nachfrage durch die höheren Endkundenpreise zusätzlich belastet wird.

Die Auslieferungszahlen sind allerdings nicht mit den tatsächlichen Verkäufen an Verbraucher gleichzusetzen. Erfasst werden auch Geräte, die Hersteller an Großhändler und andere Vertriebspartner liefern. Der deutliche Rückgang bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass Privatkunden im gleichen Umfang weniger Computer gekauft haben.

HP und Dell verlieren besonders viele Auslieferungen

Der Rückgang betrifft nahezu alle großen PC-Hersteller, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Nach den vorläufigen IDC-Zahlen bleibt Lenovo trotz sinkender Stückzahlen weltweiter Marktführer.

Der chinesische Hersteller lieferte im dritten Quartal rund 14,9 Millionen Geräte aus. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 22,6 Prozent. Der Marktanteil lag bei 23,8 Prozent.

Deutlich stärker traf es HP. Die Auslieferungen des US-Unternehmens sanken um 30,9 Prozent auf rund 10,3 Millionen Geräte. Damit verlor HP innerhalb eines Jahres fast ein Drittel seines Auslieferungsvolumens.

Dell verzeichnete einen Rückgang um 25 Prozent auf 7,6 Millionen Computer. Das Unternehmen blieb damit auf dem dritten Platz der weltweiten Herstellerliste.

Vergleichsweise moderat fiel das Minus bei Apple und Asus aus. IDC ermittelte für Apple einen Rückgang um 11,3 Prozent auf 5,9 Millionen Geräte. Asus kam auf rund 5,5 Millionen ausgelieferte PCs und ein Minus von 8,6 Prozent.

Damit entwickelten sich beide Anbieter besser als der Gesamtmarkt und konnten ihre Marktanteile erhöhen. Die Rangfolge der fünf größten Hersteller blieb unverändert.

Notebooks und Desktop-PCs gleichermaßen betroffen

Die schwache Entwicklung beschränkt sich nicht auf einzelne Computerarten. Sowohl stationäre PCs als auch tragbare Geräte verzeichneten erhebliche Rückgänge.

Nach den Zahlen von Omdia wurden weltweit 46,4 Millionen Notebooks einschließlich mobiler Workstations ausgeliefert. Das entspricht einem Minus von 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei Desktop-Computern einschließlich stationärer Workstations fiel der Rückgang mit 23,5 Prozent noch stärker aus. Hier errechnete das Analysehaus ein Auslieferungsvolumen von 11,7 Millionen Geräten.

Der Einbruch erfasst damit sowohl klassische Bürocomputer als auch Geräte für private Anwendungen. Die unterschiedlichen Rückgänge zeigen zugleich, dass keine der beiden großen Produktgruppen den schwachen Gesamtmarkt ausgleichen konnte.

PC-Preise dürften vorerst hoch bleiben

Für Verbraucher könnten die Auswirkungen noch länger spürbar sein. Zwar besteht angesichts hoher Lagerbestände die Möglichkeit, dass Händler mit zeitlich begrenzten Rabattaktionen auf die schwächere Nachfrage reagieren.

Eine grundlegende Rückkehr zu den früheren Preisen erwartet IDC allerdings zunächst nicht. Die hohen Kosten für Speicher und andere Komponenten bestehen weiterhin und begrenzen den Spielraum der Hersteller.

Auch für die kommenden Quartale zeichnet sich keine schnelle Erholung ab. Omdia prognostiziert für das vierte Quartal 2026 einen weiteren Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 24 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Für das gesamte Jahr 2027 erwartet das Analysehaus ein weiteres Minus von sieben Prozent. Dabei handelt es sich um Prognosen, deren tatsächliche Entwicklung unter anderem von der Verfügbarkeit wichtiger Bauteile, den Preisen und der weltweiten Nachfrage abhängt.

Der PC-Markt steht damit vor einer schwierigen Phase. Während die Kosten für wichtige Komponenten hoch bleiben, müssen Hersteller und Händler zugleich ihre Lagerbestände an eine schwächere Nachfrage anpassen. Wann sich die weltweiten Auslieferungen wieder stabilisieren, ist derzeit offen.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu