
Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance ist abgeschlossen. Seit dem 6. Oktober 2026 gehören zwei der traditionsreichsten Hollywood-Studios zu einem gemeinsamen Medienkonzern. Unter dem Namen Skydance entsteht ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von annähernd 70 Milliarden Dollar. Gleichzeitig steht die neue Führung vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Nettoverschuldung liegt rechnerisch bei knapp 79 Milliarden Dollar. Für Aufmerksamkeit sorgt auch der Abschied des bisherigen Warner-Chefs David Zaslav, dessen Aktien- und Optionsansprüche im Zusammenhang mit der Übernahme einen Wert von rund 606 Millionen Dollar erreichen.
Die Warner-Übernahme durch Paramount wurde am Dienstag, 6. Oktober, offiziell vollzogen. Das Transaktionsvolumen lag einschließlich übernommener Schulden bei rund 110 Milliarden US-Dollar. Die bisherigen Aktionäre von Warner Bros. Discovery erhielten rund 31,02 Dollar je Aktie in bar. Die Warner-Aktien wurden anschließend vom Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq genommen. Die Aktien des neuen Konzerns Skydance werden seitdem an der New Yorker Börse unter dem Kürzel SKYD gehandelt.
Mit dem Zusammenschluss wechseln zahlreiche bekannte Film- und Fernsehmarken unter ein gemeinsames Konzerndach. Dazu gehören Warner Bros., Paramount Pictures, HBO, CNN, CBS, Nickelodeon, MTV und Discovery. Auch die Streamingdienste Paramount+, HBO Max und Discovery+ gehören zum erweiterten Unternehmensportfolio.
Die Übernahme verändert damit die Kräfteverhältnisse in der internationalen Unterhaltungsindustrie. Skydance verfügt nun über bedeutende Filmrechte, Sportübertragungen, Nachrichtenangebote und Streamingplattformen. Zu den bekannten Filmreihen des Konzerns zählen Harry Potter, Mission: Impossible und Star Trek.
Mit dem Abschluss der Übernahme endet auch die Amtszeit von David Zaslav als Vorstandschef von Warner Bros. Discovery. Der langjährige Medienmanager gehörte zu den prägenden Führungskräften des bisherigen Konzerns.
Eine am Donnerstag, 8. Oktober, bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichte Pflichtmitteilung dokumentiert, dass Zaslav durch die Transaktion Aktienbestände und Vergütungsansprüche im Gesamtwert von rund 606,1 Millionen Dollar in Geldansprüche umwandeln konnte. Davon entfallen etwa 224,4 Millionen Dollar auf Aktien und aktienbasierte Vergütungsansprüche. Weitere rund 381,7 Millionen Dollar ergeben sich aus Aktienoptionen.
Die Summe ist allerdings nicht mit einer klassischen Abfindung gleichzusetzen. Ein Teil der aktienbasierten Vergütung wurde in bedingte Geldansprüche umgewandelt, für die weiterhin bestimmte Voraussetzungen gelten. Auch die steuerliche Behandlung kann den tatsächlich verbleibenden Betrag verändern.
Die endgültigen Bedingungen einer möglichen zusätzlichen Abfindung wurden zunächst nicht vollständig veröffentlicht. Bereits vor Abschluss der Übernahme waren für Zaslav umfangreiche Vergütungsansprüche im Zusammenhang mit dem Eigentümerwechsel vorgesehen. Die nun dokumentierte Summe verdeutlicht die finanzielle Größenordnung seiner Beteiligung und seiner aktienbasierten Vergütung.
Für Skydance beginnt nach der Übernahme eine Phase umfangreicher finanzieller Verpflichtungen. Nach der zum Abschluss der Transaktion veröffentlichten Kapitalübersicht liegt die gesamte rechnerische Verschuldung bei 86,8 Milliarden Dollar. Unter Berücksichtigung ausgewiesener liquider Mittel ergibt sich eine Nettoverschuldung von 78,9 Milliarden Dollar. Die Werte beruhen auf einer zusammengefassten Modellrechnung, die den Zusammenschluss bereits berücksichtigt.
Zur Finanzierung wurden rund 47 Milliarden Dollar neues Eigenkapital bereitgestellt. Zu den beteiligten Investoren gehören die Familie Ellison, RedBird Capital Partners und Staatsfonds aus dem Nahen Osten. Zusätzlich wurde die Übernahme durch umfangreiche Kredite und Anleihen finanziert.
Der neue Konzern muss künftig erhebliche Mittel für Zinsen und die Rückführung seiner Schulden aufbringen. Zugleich benötigt das Unternehmen Kapital, um neue Filme und Serien zu produzieren, Streamingangebote weiterzuentwickeln und im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
Skydance hat deshalb angekündigt, innerhalb von drei Jahren jährliche Einsparungen beziehungsweise Synergieeffekte von mindestens sechs Milliarden Dollar zu erreichen. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören die Zusammenführung technischer Systeme, ein gemeinsamer Einkauf, Veränderungen im Marketing sowie die Überprüfung von Immobilienstandorten.
Bis Ende 2029 soll die Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis deutlich sinken. Ob die geplanten Einsparungen und finanziellen Ziele vollständig erreicht werden, hängt von der weiteren Geschäftsentwicklung und der Integration der bisherigen Unternehmen ab.
An der Spitze von Skydance steht David Ellison, der Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison. Er übernimmt die Funktion des Verwaltungsratsvorsitzenden und Vorstandschefs. Unterstützt wird er von Ynon Kreiz, dem früheren Chef des Spielzeugherstellers Mattel, der als zweiter Vorstandschef insbesondere die Integration und das operative Geschäft mitgestalten soll.
Die Familie Ellison hält den größten Eigenkapitalanteil am neuen Unternehmen. Gemeinsam mit RedBird Capital Partners kontrolliert sie sämtliche stimmberechtigten Aktien der Klasse A. Damit liegt die maßgebliche Kontrolle über die Unternehmensführung bei diesen Investoren.
Der Konzern will seine Geschäfte künftig in drei zentrale Bereiche gliedern: Film- und Fernsehstudios, Streaming sowie klassische Fernsehangebote. Die Unternehmensführung setzt dabei auf die gemeinsame Nutzung von Technik, Produktionsressourcen und Vertriebsstrukturen.
Auch für Zuschauer könnten sich durch die Übernahme Veränderungen ergeben. Skydance plant, seine Streamingangebote schrittweise auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen. Ein konkreter Zeitpunkt für die vollständige technische und organisatorische Integration wurde zunächst nicht genannt.
Der Konzern verweist auf insgesamt mehr als 200 Millionen zusammengerechnete Streamingabonnements seiner Plattformen. Diese Zahl berücksichtigt allerdings mögliche Überschneidungen zwischen den Diensten nicht. Sie entspricht deshalb nicht zwangsläufig ebenso vielen unterschiedlichen Kunden.
Skydance will künftig jährlich mindestens 30 Kinofilme veröffentlichen und das umfangreiche Seriengeschäft fortführen. Der jährliche Aufwand für Filme, Serien und andere Inhalte liegt nach Angaben des Unternehmens auf zusammengefasster Basis bei mehr als 30 Milliarden Dollar. Damit verfügt der Konzern über erhebliche Produktionskapazitäten, muss seine Investitionen jedoch zugleich mit den finanziellen Verpflichtungen aus der Übernahme vereinbaren.
Neben Hollywood ist auch der Nachrichtenmarkt von der Übernahme betroffen. Mit CNN und CBS News gehören zwei bedeutende amerikanische Nachrichtenorganisationen künftig demselben Eigentümer.
Im Zuge eines Vergleichs mit mehreren US-Bundesstaaten verpflichtete sich Paramount unter anderem dazu, ein Gremium zur Überwachung redaktioneller Unabhängigkeit einzurichten. Dieses soll sich mit journalistischen Standards und bestimmten Konflikten zwischen Redaktionen und Unternehmensführung befassen.
CNN-Chef Mark Thompson bleibt an der Spitze des Nachrichtensenders. Auch CBS News behält seine eigene redaktionelle Führung. Die langfristige organisatorische Zusammenarbeit der beiden Nachrichtenmarken ist noch nicht abschließend festgelegt.
Mit dem Zusammenschluss verfügt Skydance über eine außergewöhnlich breite Stellung im weltweiten Mediengeschäft. Die beiden Filmstudios, umfangreiche Sportrechte, etablierte Fernsehsender und große Streamingplattformen eröffnen neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Gleichzeitig erhöhen die Schuldenlast und der Wettbewerb mit Netflix, Disney und weiteren internationalen Anbietern den Druck auf die Unternehmensführung. Nach der vollzogenen Übernahme steht nun die wirtschaftliche Zusammenführung der beiden traditionsreichen Medienunternehmen im Mittelpunkt.
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