PFAS rund um Flughafen Hahn: Belastung bleibt ungelöst

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Rund um den Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück sind mehrere Bäche seit Jahren mit PFAS belastet. Untersuchungen der rheinland-pfälzischen Umweltbehörden weisen die langlebigen Chemikalien sowohl im Wasser als auch in Fischen nach. Eine konkrete Sanierung hat am Flughafen bislang jedoch nicht begonnen. Nach Angaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, kurz SGD Nord, stehen zunächst weitere Untersuchungen zur Ausbreitung der Schadstoffe im Untergrund aus. Ein fertiger Sanierungsplan lag Ende August 2026 nicht vor.

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Die PFAS-Belastung am Flughafen Hahn ist kein neuer Befund. Die SGD Nord und das Landesamt für Umwelt untersuchen den Standort seit 2015 mit einem besonderen Messprogramm. Erhöhte Konzentrationen wurden unter anderem in Gewässern im Umfeld des Flughafens festgestellt. Die Behörde führt die Verunreinigungen nach ihren bisherigen Erkenntnissen vor allem auf PFAS-haltige Löschschäume zurück, die bei Feuerwehreinsätzen und Übungen eingesetzt wurden.

Mehrere Bäche rund um den Flughafen betroffen

Untersucht wurden unter anderem Brühlbach, Großbach, Grundbach und Hitzelbach. Die Belastung stammt nach Angaben der SGD Nord aus dem Bereich des Flughafengeländes. Besonders relevant ist dabei ein früherer Feuerlöschübungsbereich. Der Flughafen Hahn wurde bis Anfang der 1990er-Jahre militärisch von den US-Streitkräften genutzt und anschließend zu einem zivilen Verkehrsflughafen umgebaut.

Wie stark sich PFAS in der Nahrungskette anreichern können, zeigen Untersuchungen von Fischen. Ein Bericht der SGD Nord wertete Proben aus den Jahren 2020 und 2023 aus. Im Hitzelbach nordöstlich des Flughafens lag die Summe der gemessenen PFAS in den untersuchten Fischproben zwischen 199 und 746 Mikrogramm pro Kilogramm. Im Grundbach südlich des Flughafens lag sie zwischen 61 und 134 Mikrogramm pro Kilogramm, im Großbach nördlich des Geländes zwischen 14 und 86 Mikrogramm pro Kilogramm.

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Zum Vergleich: Für PFOS, die in den Proben besonders häufig nachgewiesene Verbindung, gilt nach der Oberflächengewässerverordnung eine Umweltqualitätsnorm für Fische von 9,1 Mikrogramm pro Kilogramm Frischgewicht. Die SGD Nord stellte in ihrem Bericht fest, dass Fische aus dem Umfeld des Flughafens Hahn zu den Proben mit den höchsten PFAS-Konzentrationen der untersuchten Standorte in Rheinland-Pfalz gehörten.

Seit 2023 keine neuen Gewässerproben

Eine Beseitigung der Schadstoffe ist bislang nicht erfolgt. Die SGD Nord erklärte Ende August 2026, dass am Flughafen Frankfurt-Hahn bislang keine PFAS-Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden seien. Nach den Angaben der Behörde stehen zudem Detailuntersuchungen aus, mit denen die genaue Ausbreitung der Schadstoffe im Boden bestimmt werden soll.

Auch neue Wasserproben aus den betroffenen Bächen wurden demnach seit 2023 nicht mehr genommen. Die SGD Nord begründete dies damit, dass sich die Messwerte über einen Zeitraum von rund zehn Jahren nur wenig verändert hätten. Zusätzliche Gewässeruntersuchungen halte die Behörde deshalb gegenwärtig nicht für erforderlich.

Eine mögliche technische Lösung ist dennoch bekannt. Die SGD Nord hält es grundsätzlich für denkbar, PFAS-belastetes Erdreich im Bereich des früheren Feuerlöschübungsbeckens vor Ort zu sichern und gegen eindringendes Regenwasser abzuschirmen. Damit könnte verhindert werden, dass Niederschläge weitere Schadstoffe aus dem Boden lösen und in angrenzende Gewässer transportieren. Ein konkreter Sanierungsplan für eine solche Maßnahme befand sich Ende August jedoch nicht in Umsetzung. Ein Termin für mögliche Arbeiten war nicht genannt.

Trinkwasser laut Kommune nicht betroffen

Eine Belastung des örtlichen Trinkwassers durch die Altlast am Flughafen sieht die Verbandsgemeinde Kirchberg nach eigenen Angaben nicht. Die Trinkwassergewinnungsgebiete der Kommune liegen im Idarwald und im Soonwald und damit außerhalb des betroffenen Bereichs. Trinkwasserbrunnen befänden sich nicht in unmittelbarer Nähe der belasteten Gewässer.

Die Befunde in den Bächen bleiben dennoch umweltrelevant. PFAS sind eine große Gruppe künstlich hergestellter fluorierter Verbindungen. Viele Vertreter sind äußerst langlebig und werden deshalb häufig als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Einige PFAS können sich in Organismen anreichern. Nach Angaben des Umweltbundesamtes können erhöhte Belastungen mit bestimmten Stoffen unter anderem Auswirkungen auf das Immunsystem und den Fettstoffwechsel haben. Für viele der mehr als 10.000 bekannten PFAS sind die gesundheitlichen und ökologischen Wirkungen allerdings noch nicht vollständig untersucht.

Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland für Trinkwasser außerdem ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für die Summe von 20 festgelegten PFAS. Ab 2028 kommt ein zusätzlicher Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter für die Summe aus PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS hinzu. Die Werte für Trinkwasser lassen sich allerdings nicht unmittelbar auf Bachwasser oder Fischproben übertragen.

In Bitburg hat die Sanierung bereits begonnen

Wie unterschiedlich weit die Aufarbeitung ehemaliger Militärstandorte ist, zeigt der Blick nach Bitburg. Dort begann die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Juni 2026 mit umfangreichen Arbeiten zur Sanierung PFAS-belasteter Böden auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz. Zunächst werden Sicherungsbauwerke geschaffen.

Am Flughafen Hahn ist die Situation komplizierter. Der heutige zivile Flughafen befindet sich seit Mai 2023 im Besitz der Triwo AG. Die nachgewiesene PFAS-Altlast stammt nach Einschätzung der zuständigen Umweltbehörde jedoch aus der früheren militärischen Nutzung. Der Flughafenbetreiber sieht sich nach einer Stellungnahme gegenüber dem SWR nicht für die Altlast verantwortlich und verweist auf Vereinbarungen mit dem Land Rheinland-Pfalz. Eine abschließende öffentlich dokumentierte Klärung, wer die Kosten einer möglichen Sanierung übernimmt, lag zunächst nicht vor.

Damit bleibt am Hahn vorerst vor allem die Sicherung und genaue Erkundung der Altlast offen. Während die Belastung der umliegenden Gewässer seit Jahren dokumentiert ist und auch die jüngeren Fischuntersuchungen deutliche PFAS-Befunde zeigen, gibt es weiterhin keinen Termin für den Beginn einer Sanierung.

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