
Die PUMA-Aktie hat Mitte Juni 2026 deutlich zugelegt. Auslöser war eine Hochstufung durch die britische Bank HSBC, die den Sportartikelhersteller von „Hold“ auf „Buy“ anhob und das Kursziel von 26 auf 35 Euro erhöhte. Der Kurs reagierte am Dienstag spürbar. Je nach Messzeitpunkt lag das Plus bei rund drei Prozent, zeitweise sogar bei mehr als fünf Prozent. Im Mittelpunkt steht nicht allein die kurzfristige Kursbewegung, sondern die Frage, ob PUMA nach einem schwierigen Umbaujahr wieder glaubwürdiger auf Wachstumskurs kommt.
Die neue HSBC-Einschätzung brachte frischen Rückenwind in die PUMA-Aktie. Am späten Vormittag wurde der Titel mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 28,78 Euro genannt. Andere Marktdaten sahen die Aktie wenig später bei rund 28,92 Euro und damit etwa 3,3 Prozent im Plus. Der stärkste Ausschlag fiel zuvor noch deutlicher aus, zeitweise notierte PUMA mehr als fünf Prozent höher. Entscheidend für die Reaktion war die Kombination aus höherem Kursziel, neuer Kaufempfehlung und einer optimistischeren Sicht auf die strategische Rolle des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta.
Anta Sports hatte Ende Januar 2026 eine Vereinbarung mit der Pinault-Holding Artémis geschlossen, um 29,06 Prozent an PUMA zu übernehmen. Der Kaufpreis liegt bei 1,5 Milliarden Euro in bar. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet, steht aber noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und weiterer Vollzugsbedingungen. Für HSBC ist diese Beteiligung der zentrale Punkt der Neubewertung. In den Marktberichten zur Studie wird vor allem auf mögliche Wachstumschancen in China verwiesen. Gesichert ist bislang der vereinbarte Einstieg. Offen bleibt, wie schnell daraus konkrete operative Verbesserungen entstehen.
Der Kurssprung ändert nichts daran, dass PUMA operativ noch mitten im Umbau steckt. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,8638 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Rückgang um 1,0 Prozent, berichtet lag das Minus bei 6,3 Prozent. Das EBIT stieg dagegen um 19,6 Prozent auf 51,9 Millionen Euro. PUMA verwies dabei auf eine bessere Bruttomarge, niedrigere operative Kosten und Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände. Die Vorräte sanken um 8,6 Prozent auf 1,898 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bleibt der Ausblick dennoch vorsichtig.
PUMA bezeichnet 2026 als Übergangsjahr. Der Konzern erwartet weiter einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen mit einem Verlust zwischen 50 und 150 Millionen Euro. Einmalige Belastungen aus dem Effizienzprogramm sind darin bereits enthalten. Zu den Maßnahmen gehören eine schlankere Organisation, eine Vereinfachung des Produktportfolios und der weitere Umbau des Vertriebs. Seit Anfang 2025 sollen rund 1.400 Stellen im Konzernbereich reduziert werden. Für das Geschäftsjahr 2025 soll zudem keine Dividende gezahlt werden.
PUMA bewegt sich in einem Markt, in dem Adidas, Nike und neue Herausforderer um Aufmerksamkeit, Handelspartner und Produkttrends kämpfen. Rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stehen die großen Sportartikelhersteller zusätzlich im Blick, weil alle drei Marken Nationalteams ausrüsten. Für PUMA kann das Sichtbarkeit bringen, ersetzt aber keine nachhaltige Verbesserung bei Umsatz, Marge und Markenstärke. Adidas zeigte sich am Tag der HSBC-Meldung schwächer, Nike war im vorbörslichen Handel kaum verändert. Für Anleger bleibt deshalb entscheidend, ob PUMA den Lagerabbau, die Vertriebsbereinigung und den China-Fokus tatsächlich in profitables Wachstum übersetzen kann.
Gesichert ist die gemeldete HSBC-Hochstufung von „Hold“ auf „Buy“ mit einem neuen Kursziel von 35 Euro. Ebenfalls belegt sind der Kurssprung am 16. Juni 2026, der Anta-Deal über 29,06 Prozent und die aktuellen PUMA-Zahlen zum ersten Quartal. Nicht gesichert ist dagegen, ob Anta kurzfristig einen operativen Effekt auf PUMA haben wird. Auch eine Rückkehr zu dauerhaftem Wachstum ist bislang eine Erwartung, keine bestätigte Entwicklung. Die PUMA-Aktie reagierte damit auf neue Zuversicht am Markt, während der eigentliche Belastungstest für den Konzern erst in den kommenden Quartalen folgt.
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