re:publica 2026 in Berlin stellt die Machtfrage im digitalen Zeitalter

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Grzegorz Walczak

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Die re:publica 2026 geht an diesem Mittwoch in Berlin in ihren dritten und letzten Veranstaltungstag. Das Festival für die digitale Gesellschaft findet vom 18. bis 20. Mai in der STATION Berlin statt. Das diesjährige Motto lautet Never Gonna Give You Up. Nach Angaben der Veranstalter umfasst das Programm Talks, Panels, Workshops, Meetups, eine Expo-Area und Makerspaces mit mehr als 1.000 Sprecherinnen und Sprechern auf mehr als 20 Bühnen.

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage, wie demokratische Gesellschaften mit technologischer Macht umgehen. Das Programm verknüpft Debatten über Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, Plattformen, öffentliche Kommunikation und politische Teilhabe. Damit trifft die Konferenz einen Nerv weit über die Netzszene hinaus. KI-Systeme verändern Arbeitsabläufe, Mediennutzung, Verwaltung und Bildung. Gleichzeitig wächst die politische Debatte über Kontrolle, Transparenz und Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen.

KI, digitale Souveränität und Demokratie prägen das Programm

Der letzte Konferenztag zeigt die Breite der Themen. Auf dem Programm stehen unter anderem Beiträge zur Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter, zur digitalen Souveränität öffentlicher Verwaltung und zur Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in polarisierten Öffentlichkeiten erhalten werden kann. Auch Cybersicherheit, Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum sowie die Rolle großer Plattformen werden behandelt.

Die Veranstalter ordnen das Motto ausdrücklich als Gegenentwurf zu Spaltung, Plattformmacht und algorithmisch geprägter Öffentlichkeit ein. In der Beschreibung des Mottos geht es um Solidarität, Pressefreiheit, digitale Gerechtigkeit und die Frage, ob Technologie gesellschaftlich gestaltet werden kann, statt nur den Interessen mächtiger Akteure zu folgen.

Internationale Stimmen auf den Bühnen

Zu den angekündigten Gästen gehören unter anderem die Investigativjournalistin Carole Cadwalladr, der Autor und Netzaktivist Cory Doctorow und der Jurist Max Schrems. Genannt werden außerdem die Innovationsökonomin Francesca Bria, Digitalminister Karsten Wildberger, re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl und weitere Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wer digitale Infrastrukturen kontrolliert. Das betrifft soziale Netzwerke ebenso wie KI-Modelle, Datenräume, staatliche IT und öffentliche Kommunikation. Für die internationale Einordnung ist diese Debatte zentral, weil viele digitale Regeln längst nicht mehr nur national entstehen. Datenschutz, Plattformregulierung und KI-Aufsicht sind europäische und globale Konfliktfelder.

Jugendliche diskutieren parallel bei der TINCON

Parallel zur re:publica 2026 Berlin läuft in der STATION Berlin auch die TINCON Berlin 2026. Die Jugendkonferenz findet vom 18. bis 20. Mai im Rahmen der re:publica statt und richtet sich an Menschen zwischen 13 und 25 Jahren. Laut TINCON war die elfte Berliner Ausgabe restlos ausgebucht, eine Warteliste blieb geöffnet. Der Eintritt ist für die Zielgruppe kostenlos.

Damit wird ein eigener Raum für junge Perspektiven auf digitale Kultur, Medien, Bildung, Kreativität und gesellschaftliche Teilhabe geschaffen. Gerade bei Themen wie KI, Social Media, Desinformation und Jugendschutz ist diese Einbindung relevant, weil junge Menschen digitale Plattformen nicht nur nutzen, sondern ihre sozialen und politischen Erfahrungen zunehmend dort machen.

Berlin bleibt Bühne für digitale Gesellschaftsdebatten

Die re:publica versteht sich seit 2007 als Festival für die digitale Gesellschaft und als Plattform für Debatten über Internet, Technologie und gesellschaftlichen Wandel. Die Ausgabe 2026 bestätigt diese Rolle: Aus einer Konferenz über Netzkultur ist längst ein Forum geworden, in dem Demokratie, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Politik aufeinandertreffen.

Der Abschluss in Berlin zeigt, dass die zentralen Konflikte der Digitalisierung nicht mehr nur technische Fragen sind. Es geht um Macht, Regeln und öffentliche Kontrolle. Die Debatten über KI, Plattformen und digitale Infrastruktur berühren inzwischen Grundfragen demokratischer Gesellschaften: Wer setzt Standards, wer profitiert von Daten, wer schützt Freiheitsrechte und wie bleibt Teilhabe möglich, wenn digitale Systeme immer stärker den Alltag bestimmen?

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