
Rund 40.000 Menschen haben sich am Samstag am Rhine Clean Up 2026 beteiligt und Müll an deutschen Flussufern gesammelt. Der Aktionstag erstreckte sich längst nicht mehr allein auf den Rhein. Auch an Ruhr, Lippe, Niers und zahlreichen weiteren Flüssen waren Gruppen unterwegs. Insgesamt umfasst das Netzwerk inzwischen Aktionen an rund 30 Flüssen. Die endgültige Müllbilanz stand am Samstagabend allerdings noch nicht fest.
Nach Angaben der Organisatoren waren zunächst etwa 250 Tonnen gesammelter Abfall erfasst. Die Initiative rechnet damit, dass die Menge nach weiteren Meldungen auf mehr als 300 Tonnen steigen könnte. Einige Gruppen führen ihre Aktionen erst in den kommenden Tagen durch oder übermitteln ihre Ergebnisse nachträglich. Eine endgültige Gesamtmenge für den Aktionstag lag deshalb zunächst nicht vor.
Die Initiative begann 2018 mit Sammelaktionen entlang des Rheins. Inzwischen beteiligen sich Vereine, Schulen, Unternehmen, Nachbarschaftsgruppen und Einzelpersonen in zahlreichen Regionen Deutschlands. Die Organisatoren stellen dabei unter anderem Müllsäcke, Greifzangen und Handschuhe zur Verfügung. Ziel ist vor allem, Abfälle an den Ufern einzusammeln, bevor sie durch Wind, Hochwasser oder direkte Einträge in die Gewässer gelangen.
Am Samstag waren Aktionen von Süddeutschland bis in den Norden des Landes registriert. Besonders große Gruppen gab es entlang des Rheins. In Düsseldorf waren nach Angaben der Veranstalter rund 6.000 Menschen beteiligt. Aber auch an der Ruhr, der Lippe und erstmals im Rahmen des großen Aktionstages an der Niers waren Initiativen angemeldet. Damit hat sich aus einer ursprünglich auf den Rhein konzentrierten Aktion ein bundesweites Netzwerk entwickelt.
Eine Besonderheit des Rhine Clean Up 2026 war der niedrige Wasserstand des Rheins in den vergangenen Wochen. Dadurch wurden Uferflächen zugänglich, die zuvor längere Zeit unter Wasser lagen. Neben gewöhnlichem Verpackungsmüll fanden Helfer deshalb auch größere Metallteile und andere schwere Gegenstände.
Das Niedrigwasser brachte zugleich besondere Sicherheitsanforderungen mit sich. Die Organisatoren hatten die teilnehmenden Gruppen vor möglichen Munitionsresten und anderen gefährlichen Gegenständen gewarnt. Verdächtige Funde sollten nicht angefasst, sondern Polizei oder zuständigen Fachstellen gemeldet werden. Auch das Sammeln direkt im Wasser sollte Fachleuten überlassen bleiben.
Wie groß das Problem von Abfällen in Flüssen ist, zeigt eine Anfang 2026 veröffentlichte Untersuchung der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Gemeinsam mit dem Kölner Verein K.R.A.K.E. untersuchten Forschende über 16 Monate den im Rhein transportierten Makromüll. Dafür wurde eine schwimmende Müllfalle an der Kölner Zoobrücke eingesetzt.
Die Hochrechnungen ergaben, dass täglich rund 53.000 größere Müllteile Köln im Rhein passieren. Während des Untersuchungszeitraums wurden mehr als 20.000 Teile gesammelt und nach Material und Art klassifiziert. Ein großer Anteil bestand aus Einwegprodukten aus Kunststoff. Je nach verwendetem Berechnungsmodell ergibt sich daraus eine jährliche Müllmenge von mehr als 2.000 bis rund 3.400 Tonnen, die allein an diesem Abschnitt des Rheins vorbeigeführt werden könnte.
Damit wird zugleich deutlich, dass die Mengen der jährlichen Sammelaktionen nur einen Teil des gesamten Abfallproblems erfassen können. Flüsse transportieren Müll über große Entfernungen weiter. Beim Rhein kann Abfall letztlich bis in die Nordsee gelangen. Maßnahmen an den Ufern sollen deshalb vor allem verhindern, dass dort liegender Müll überhaupt erst in das Gewässer gerät.
Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Initiative bundesweit rund 300 Tonnen Müll zusammen. Für 2026 zeichnet sich erneut eine ähnliche Größenordnung ab. Die bisher gemeldeten rund 250 Tonnen sind jedoch nur eine Zwischenbilanz. Weil noch Ergebnisse einzelner Gruppen fehlen und weitere Sammelaktionen folgen, rechnen die Organisatoren mit einer Gesamtmenge von mehr als 300 Tonnen.
Die Zahl der Beteiligten liegt nach der vorläufigen Bilanz bei rund 40.000. Damit bleibt der Rhine Clean Up einer der größten koordinierten freiwilligen Flussreinigungstage in Deutschland. Die Aktion verbindet dabei praktische Müllbeseitigung mit dem Versuch, auf die dauerhafte Belastung von Flüssen durch Kunststoff, Verpackungen und andere Abfälle aufmerksam zu machen.
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