Schweden vor knapper Wahl: Rechte Regierung holt deutlich auf

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Symbolbild mit KI erstellt

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Schweden steht vor einer deutlich knapperen Parlamentswahl als noch vor wenigen Wochen erwartet. Am Sonntag, 13. September, entscheiden die Wähler über die 349 Sitze im Reichstag. Die Mitte-links-Opposition um die Sozialdemokratin Magdalena Andersson liegt in den jüngsten Umfragen zwar weiterhin vorn. Der Vorsprung auf das Regierungslager von Ministerpräsident Ulf Kristersson ist jedoch erheblich geschrumpft. Damit ist die Schweden-Wahl 2026 vor dem letzten Wahlkampftag wieder offen.

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Noch Mitte August deuteten Erhebungen auf einen vergleichsweise komfortablen Vorsprung der Opposition hin. Damals lag das Lager aus Sozialdemokraten, Linkspartei, Grünen und Zentrumspartei in einer Umfrage etwa zehn Prozentpunkte vor den Regierungsparteien und den mit ihnen kooperierenden Schwedendemokraten. Inzwischen hat die politische Rechte deutlich aufgeholt.

Eine Umfrage sieht nur noch einen Sitz Unterschied

Drei am Freitag veröffentlichte Erhebungen von Ipsos, Demoskop und Indikator Opinion zeigen, wie eng das Rennen geworden ist. Die vier Oppositionsparteien kommen darin zusammen auf 49,3 bis 50,8 Prozent. Für die Parteien des rechten Lagers werden zwischen 47,6 und 49,0 Prozent ausgewiesen.

Auf die Sitzverteilung im Reichstag übertragen ergibt sich für die Opposition je nach Umfrage eine Spanne von 175 bis 180 Mandaten. Das Regierungslager kommt auf 169 bis 174 Sitze. Für eine Mehrheit sind 175 der insgesamt 349 Mandate erforderlich. In einer der jüngsten Berechnungen trennt beide Lager damit lediglich ein Sitz.

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Die Entwicklung ist bemerkenswert, weil die Mitte-links-Parteien im bisherigen Jahresverlauf in sämtlichen Umfragen vor dem rechten Block lagen. Der Vorsprung ist jedoch in der Schlussphase des Wahlkampfs deutlich zusammengeschmolzen. Bereits Anfang September hatte eine Novus-Erhebung den Abstand der beiden Lager nur noch bei wenigen Prozentpunkten gesehen.

Kristersson kämpft um eine zweite Amtszeit

Ministerpräsident Ulf Kristersson von den Moderaten regiert Schweden seit 2022 zusammen mit Christdemokraten und Liberalen. Seine Minderheitsregierung ist im Parlament auf die Unterstützung der Schwedendemokraten angewiesen. Die Partei gehört bislang nicht dem Kabinett an, ist aber Teil der politischen Grundlage der Regierung.

Für die Zeit nach der Wahl hat Kristersson eine engere Zusammenarbeit angekündigt. Bei einem Wahlsieg seines Lagers sollen die Schwedendemokraten erstmals Ministerposten übernehmen können. Damit hätte die Partei, die sich in den vergangenen Jahren von ihrer rechtsextremen Vergangenheit zu distanzieren versucht hat, erstmals direkte Regierungsverantwortung auf nationaler Ebene.

Die Schwedendemokraten liegen in den jüngsten Erhebungen bei etwa 18 bis 19 Prozent und damit vor Kristerssons Moderaten, die zuletzt deutlich unter ihrem Ergebnis von 2022 lagen. Innerhalb des rechten Lagers sind die Schwedendemokraten damit erneut die stärkste Kraft.

Magdalena Andersson bleibt Favoritin auf das Regierungsamt

Auf der anderen Seite steht Magdalena Andersson. Die frühere Ministerpräsidentin führt die Sozialdemokraten, die mit Werten zwischen rund 27 und 30 Prozent weiterhin deutlich stärkste Einzelpartei des Landes sind. Andersson gilt wegen des weiterhin vorhandenen Vorsprungs ihres Lagers als leichte Favoritin auf das Amt der Regierungschefin.

Ein Wahlsieg würde allerdings nicht automatisch zu einer einfachen Regierungsbildung führen. Sozialdemokraten, Linkspartei, Grüne und Zentrumspartei bilden kein geschlossenes Bündnis mit einem gemeinsamen Regierungsprogramm. Besonders zwischen Zentrumspartei und Linkspartei bestehen erhebliche Differenzen. Beide haben Vorbehalte gegen eine gemeinsame Regierungsbeteiligung geäußert.

Auch in Sachfragen gibt es Unterschiede, etwa bei der Steuerpolitik und beim weiteren Ausbau der Kernenergie. Selbst wenn das Mitte-links-Lager eine parlamentarische Mehrheit erreicht, könnten daher schwierige Verhandlungen über eine neue Regierung folgen.

Migration, Kriminalität und Sozialstaat prägen die Wahl

Der Wahlkampf wurde von mehreren Themen bestimmt. Dazu gehören Migration und Integration, organisierte Kriminalität, der Zustand des Wohlfahrtsstaates sowie die Belastung der Haushalte durch gestiegene Lebenshaltungskosten. Die Regierung hat ihre Migrationspolitik während der vergangenen vier Jahre deutlich verschärft und die Regeln für Aufenthalt und Einbürgerung verändert.

Gleichzeitig gibt es in wichtigen außenpolitischen Fragen eine breite Übereinstimmung zwischen den großen politischen Lagern. Dazu zählen die Unterstützung der Ukraine und der weitere Ausbau der schwedischen Verteidigungsfähigkeit. Schweden ist seit 2024 Mitglied der NATO, weshalb Sicherheits- und Verteidigungspolitik auch nach der Wahl eine zentrale Rolle spielen wird.

Wahllokale schließen am Sonntag um 20 Uhr

Neben dem Reichstag werden am Sonntag auch die Vertretungen der Kommunen und Regionen neu gewählt. Die regulären Wahllokale sind nach Angaben der schwedischen Wahlbehörde von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Bereits seit dem 26. August ist eine vorzeitige Stimmabgabe möglich.

Nach Schließung der Wahllokale beginnt die vorläufige Auszählung. Wegen des inzwischen sehr geringen Abstands zwischen den beiden politischen Lagern könnte bereits eine kleine Verschiebung bei den Stimmen entscheidend für die Sitzmehrheit sein. Nach einem Wahlkampf, der lange auf einen Regierungswechsel hinzudeuten schien, geht Schweden damit mit einem weitgehend offenen Rennen in den Wahlsonntag.

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