Ricarda Lang zeigt ihren Wandel und setzt selbst den Rahmen

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Ricarda Lang Gewichtsabnahme ist erneut Thema in sozialen Netzwerken. Die frühere Grünen-Vorsitzende hat auf Instagram zwei Aufnahmen von sich veröffentlicht, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind und ihre körperliche Veränderung sichtbar machen. Lang selbst kommentierte die Gegenüberstellung nicht mit einer Erklärung zu ihrem Gewicht. Stattdessen verwendete sie eine Zeile aus dem Song I Need Your Love von Calvin Harris und Ellie Goulding. Über Hintergründe oder Gründe ihrer Veränderung schrieb sie in diesem Beitrag nicht. In früheren Interviews hatte Lang allerdings bereits offen darüber gesprochen, dass sie rund 40 Kilogramm abgenommen habe.

Lang stellt älteres und aktuelles Foto gegenüber

Der am Donnerstag, 13. August 2026, breit aufgegriffene Instagram-Beitrag besteht aus einem älteren und einem neueren Foto der Bundestagsabgeordneten. Damit greift Lang eine Form des Vorher-Nachher-Vergleichs auf, die sie bereits zuvor in sozialen Netzwerken verwendet hatte. Schon im Frühjahr 2025 hatte sie Bilder aus verschiedenen Phasen ihres Lebens miteinander kombiniert. Der aktuelle Beitrag verzichtet jedoch auf nähere Angaben dazu, wann die beiden Aufnahmen entstanden oder wie groß der zeitliche Abstand zwischen ihnen ist.

Auch die verwendete Liedzeile erläutert Lang nicht weiter. Verschiedene Veröffentlichungen interpretierten sie als möglichen Hinweis auf ihr Verhältnis zu einer früheren Version ihrer selbst. Eine solche Bedeutung hat Lang in dem Beitrag jedoch nicht ausdrücklich erklärt. Belastbar ist deshalb lediglich, dass sie die beiden Bilder mit genau dieser Textzeile veröffentlichte. Aussagen über ihre Motivation oder darüber, welche Botschaft sie mit der Gegenüberstellung verbinden wollte, wären darüber hinausgehend.

Erstmals sprach Lang im Januar 2025 ausführlich darüber

Zum ersten Mal ausführlich öffentlich über ihre Gewichtsveränderung sprach Lang in einem Interview des Zeitmagazins, das am 22. Januar 2025 erschien. Sie erklärte dort, sie habe lange gezögert, überhaupt über Gewicht und Aussehen zu sprechen. Solche Themen seien ihr über Jahre von außen zugeschrieben worden. Schließlich habe sie entschieden, selbst darüber zu sprechen und damit die Kontrolle über die Erzählung zurückzugewinnen.

Als Grund für ihre damalige Entscheidung stellte Lang ihre eigene Gesundheit und Belastbarkeit in den Vordergrund. Sie sagte, sie habe einen Job, der wahnsinnig auslauge, und wolle ihn noch ein paar Jahre machen. Zugleich stellte sie klar, die Veränderung sei weder eine spontane Folge ihres Rücktritts vom Grünen-Vorsitz noch eine Reaktion auf beleidigende Kommentare im Internet gewesen. Nach ihrer Darstellung hatte sie sich bereits zuvor mit dem Thema beschäftigt.

Später wurde die Veränderung mit rund 40 Kilogramm beziffert. In einem ausführlichen Interview mit der Apotheken Umschau vom Oktober 2025 wurde diese Größenordnung ebenfalls genannt. Lang sprach dort zugleich darüber, dass sie zunächst darüber nachgedacht habe, wie ihre Entscheidung von Menschen aufgenommen werde, die sie wegen ihres früheren Umgangs mit Körperbildern als Vorbild betrachtet hätten.

Viele Reaktionen richten sich gegen früheres Bodyshaming

Unter dem aktuellen Instagram-Beitrag überwogen nach den öffentlich sichtbaren und von mehreren Veröffentlichungen wiedergegebenen Reaktionen unterstützende Kommentare. Nutzerinnen und Nutzer würdigten Langs persönliche Veränderung. Andere erinnerten ausdrücklich daran, dass ihr Körper bereits vor Jahren kein legitimer Anlass für Beleidigungen gewesen sei. Ein Teil der Kommentare wandte sich deshalb gegen die Vorstellung, der Wert oder die öffentliche Wahrnehmung eines Menschen könne von seinem Gewicht abhängen.

Genau darin liegt ein Unterschied zu einem Teil der früheren öffentlichen Reaktionen auf Lang. Seit ihren ersten prominenten Auftritten wurde die Grünen-Politikerin regelmäßig mit Kommentaren über ihr Gewicht konfrontiert. Nach einem Auftritt in der ARD-Sendung Hart aber fair im Juni 2021 kam es zu einer besonders großen Welle abwertender Beiträge. Zugleich solidarisierten sich Politikerinnen, Politiker und andere Nutzer öffentlich mit ihr und kritisierten die Angriffe als Bodyshaming und frauenfeindlich.

Lang berichtet seit Jahren von Angriffen wegen ihres Körpers

Die Geschichte reicht noch weiter zurück. Bereits 2020 berichtete Lang in einem Interview über Beschimpfungen unter Bildern, die sie in sozialen Netzwerken veröffentlichte. Unter jedem Foto von ihr, das sie poste, beleidigten sie einige Menschen, sagte sie damals. Sie schilderte, dass solche Angriffswellen innerhalb kurzer Zeit stark anwachsen könnten und teilweise weit über Kommentare zum Aussehen hinausgingen.

Lang stellte diese Erfahrungen wiederholt in einen größeren Zusammenhang. Nach ihrer Darstellung unterscheiden sich Angriffe gegen Politikerinnen häufig von denen gegen männliche Politiker, weil sie stärker persönlich, sexualisiert oder auf den Körper bezogen seien. Sie warnte schon früh davor, dass solche Mechanismen politische Beteiligung beeinflussen könnten, wenn Frauen aus Sorge vor persönlichen Angriffen darauf verzichteten, öffentlich Position zu beziehen.

Auch Ende 2025 machte Lang erneut konkrete beleidigende Kommentare öffentlich. Auf Instagram veröffentlichte sie damals Beispiele von Beschimpfungen und schrieb dazu, Hasskommentare würden auch nicht gerade kreativer, dafür aber lauter und mehr. Sie verband dies mit der Aussage, dass sie sich nicht aus sozialen Netzwerken verdrängen lassen wolle. Der Beitrag erhielt zahlreiche unterstützende Reaktionen.

Lang sieht Frauen häufiger auf ihr Aussehen reduziert

Im Oktober 2025 formulierte Lang ihre Erfahrungen besonders deutlich. Im Interview mit der Apotheken Umschau sagte sie, sie nehme es so wahr, dass das Aussehen bei Frauen häufiger als etwas Wesentliches behandelt werde. Bei einer dicken Frau stehe zunächst die Zuschreibung über den Körper im Vordergrund, während ihre politische Arbeit erst danach wahrgenommen werde. Bei männlichen Politikern sei dieses Verhältnis nach ihrer Erfahrung häufiger umgekehrt.

Lang sagte außerdem, viele Frauen hätten ihr geschrieben, dass sie selbst vor einem politischen Engagement zurückschreckten, weil sie fürchteten, öffentlich auf ihren Körper reduziert zu werden. Sie beschrieb aussehensbezogene Herabsetzung deshalb nicht nur als persönliche Belastung, sondern auch als mögliches Hindernis für politische Beteiligung. Gleichzeitig betonte sie, dass auch Männer unter Schönheitsnormen und Kommentaren über ihr Äußeres leiden könnten.

Ihre grundsätzliche Position blieb dabei über die Jahre vergleichsweise konstant: Politische Personen sollten nach ihrem Handeln, ihren Positionen und ihrer Arbeit beurteilt werden, nicht danach, ob ihr Körper gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspricht. Im Zeitmagazin hatte Lang Anfang 2025 erklärt, ihr Ziel sei stets gewesen, dass Menschen ihr bei dem zuhören, was sie politisch zu sagen habe, statt ihren Körper zum Gegenstand der Debatte zu machen.

Forschung zeigt Unterschiede bei der Bewertung von Politikerinnen

Dass Politikerinnen stärker mit ihrem Aussehen konfrontiert werden können, ist auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine Metaanalyse zur Medienberichterstattung über Politikerinnen und Politiker wertete Dutzende Studien mit mehreren Tausend Politikerinnen und mehr als 750.000 codierten Medienbeiträgen aus. Das Ergebnis war differenziert: Eine generell negativere Tonlage gegenüber Frauen ließ sich nicht eindeutig feststellen. Frauen wurden jedoch häufiger im Zusammenhang mit ihrem Geschlecht, ihrer Familie und ihrem äußeren Erscheinungsbild beschrieben als Männer.

Auch Untersuchungen zur Kommunikation in sozialen Netzwerken finden geschlechtsspezifische Unterschiede. Eine Studie über Beiträge an spanische Politikerinnen und Politiker stellte fest, dass Hinweise auf das körperliche Erscheinungsbild und bestimmte geschlechtsspezifische Beschimpfungen überproportional häufig an Frauen gerichtet waren. Die Forschenden werteten dies als Hinweis darauf, dass sich traditionelle Geschlechterstereotype auch in direkter Online-Kommunikation mit politischen Personen fortsetzen.

Die Forschung bedeutet allerdings nicht, dass jede Berichterstattung über das Aussehen einer Politikerin automatisch diskriminierend ist. Studien zeigen vielmehr ein komplexes Bild. Entscheidend ist unter anderem, wie stark persönliche Merkmale gegenüber politischen Positionen in den Vordergrund treten und ob für Frauen andere Maßstäbe angelegt werden als für Männer. Die umfassende Metaanalyse kommt gerade deshalb zu dem Schluss, dass Unterschiede vor allem in bestimmten Arten der Berichterstattung auftreten, nicht in sämtlichen journalistischen Bewertungen.

Nach dem Grünen-Vorsitz arbeitet Lang weiter im Bundestag

Politisch gehört Ricarda Lang weiterhin dem Deutschen Bundestag an. Sie sitzt für Bündnis 90/Die Grünen im Parlament und wurde bei der Bundestagswahl 2025 erneut über die Landesliste Baden-Württemberg gewählt. In der laufenden Wahlperiode ist sie ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie im Petitionsausschuss. Im Haushaltsausschuss gehört sie zu den stellvertretenden Mitgliedern. Innerhalb der Grünen-Bundestagsfraktion befasst sie sich unter anderem mit Arbeitsrecht.

Den Bundesvorsitz der Grünen hatte Lang seit Januar 2022 gemeinsam mit Omid Nouripour ausgeübt. Nach den für die Partei enttäuschenden Ergebnissen bei der Europawahl und mehreren Landtagswahlen kündigte der Bundesvorstand am 25. September 2024 geschlossen seinen Rücktritt an. Im November 2024 wurden Franziska Brantner und Felix Banaszak zu den neuen Parteivorsitzenden gewählt. Lang blieb Bundestagsabgeordnete und verlagerte ihren politischen Schwerpunkt wieder stärker auf die parlamentarische Arbeit.

Der neue Instagram-Beitrag steht damit in einer längeren öffentlichen Auseinandersetzung, die weit über einen Vorher-Nachher-Vergleich hinausreicht. Lang selbst hat ihre körperliche Veränderung inzwischen mehrfach öffentlich thematisiert. Gleichzeitig hat sie immer wieder dagegen protestiert, dass ihr Aussehen zum Maßstab für ihre politische Person gemacht wird. Auch der aktuelle Beitrag liefert keine Grundlage für Spekulationen über Methoden, medizinische Hintergründe oder persönliche Motive. Öffentlich gemacht hat Lang vor allem eines: zwei Bilder aus unterschiedlichen Lebensphasen und eine Veränderung, über die sie selbst entscheidet, wann und wie sie spricht.

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