
Ein Film, der anfangs nur mäßigen Erfolg hatte und später Kinogeschichte schrieb: Am Freitag, 30. Oktober 2026, zeigt arte ab 20:15 Uhr den Musicalklassiker „The Rocky Horror Picture Show“. Anschließend folgt um 21:50 Uhr die Dokumentation „Die Rocky Horror Show: Eine wilde Geschichte“ in ihrer TV-Erstausstrahlung. Der Themenabend am Vorabend von Halloween verbindet die schrille Geschichte um Dr. Frank-N-Furter mit einem Rückblick auf die Entstehung eines außergewöhnlichen Popkulturphänomens. Die Rocky Horror Picture Show bei arte bietet damit nicht nur einen Filmklassiker, sondern auch Einblicke in dessen jahrzehntelange Erfolgsgeschichte.
Im Mittelpunkt des Films stehen Brad Majors und Janet Weiss, ein frisch verlobtes Paar, das während einer Autofahrt in ein heftiges Unwetter gerät. Als ihr Wagen liegen bleibt, suchen die beiden Zuflucht in einem abgelegenen Schloss. Dort erwartet sie allerdings keine gewöhnliche Unterkunft.
Hausherr ist der exzentrische Wissenschaftler Dr. Frank-N-Furter, der gerade eine ungewöhnliche Zusammenkunft veranstaltet. Gemeinsam mit seinen Gästen und Mitarbeitern präsentiert er eine künstlich erschaffene Gestalt namens Rocky Horror. Für Brad und Janet beginnt eine Nacht, in der ihre bisherigen Vorstellungen von gesellschaftlichen Regeln und persönlichen Grenzen auf die Probe gestellt werden.
Der Film verbindet Science-Fiction, Horrorparodie, Komödie und Rockmusical. Statt klassischer Schreckmomente stehen extravagante Kostüme, provokante Figuren und Musiknummern im Mittelpunkt.
Die Handlung spielt bewusst mit Motiven älterer Horrorfilme. Das geheimnisvolle Schloss, der ungewöhnliche Wissenschaftler und dessen Experiment erinnern an bekannte Geschichten aus dem Genre, werden hier jedoch mit Humor und einer auffälligen Ästhetik neu interpretiert.
„The Rocky Horror Picture Show“ entstand 1975 als britisch-amerikanische Produktion unter der Regie von Jim Sharman. Das Drehbuch schrieb Sharman gemeinsam mit Richard O’Brien, der bereits die ursprüngliche Bühnenvorlage geschaffen hatte.
Zu den Hauptdarstellern gehören Tim Curry als Dr. Frank-N-Furter, Susan Sarandon als Janet Weiss und Barry Bostwick als Brad Majors.
Richard O’Brien übernahm selbst die Rolle des Dieners Riff Raff. Patricia Quinn spielte Magenta, Nell Campbell verkörperte Columbia und Peter Hinwood war als Rocky Horror zu sehen. Auch der Sänger Meat Loaf gehörte als Eddie zur Besetzung.
Die Musik stammt von Richard O’Brien. Besonders das Lied „Time Warp“ entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der späteren Aufführungskultur rund um den Film.
Die Mischung aus Glam-Rock, Musical und Horrorkomödie verlieh der Produktion eine ungewöhnliche Identität. Auch das Spiel mit Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Konventionen unterscheidet den Film von vielen anderen Produktionen seiner Entstehungszeit.
Die Geschichte von „Rocky Horror“ begann nicht im Kino, sondern auf einer Londoner Theaterbühne. Im Juni 1973 wurde das Musical „The Rocky Horror Show“ am Royal Court Theatre uraufgeführt. Richard O’Brien hatte die Musik und die Geschichte entwickelt.
Der Erfolg der Bühnenproduktion führte zur Verfilmung, die 1975 in die Kinos kam. Dort verlief der Start allerdings deutlich weniger erfolgreich als die vorherige Theaterkarriere.
Erst durch spätere Mitternachtsvorstellungen entwickelte sich der Film zu einem außergewöhnlichen Publikumserfolg. Vor allem in den Vereinigten Staaten entstand eine besondere Aufführungskultur.
Besucher erschienen in Kostümen der Filmfiguren, sangen mit, reagierten auf Dialoge und begleiteten bestimmte Szenen mit eigenen Ritualen. Aus gewöhnlichen Kinovorführungen wurden gemeinschaftliche Veranstaltungen, bei denen das Publikum selbst Teil des Erlebnisses war.
Diese Beteiligung gehört bis heute zu den charakteristischen Merkmalen von „The Rocky Horror Picture Show“. Der Film etablierte sich damit nicht allein durch seine Handlung oder Musik, sondern auch durch die aktive Rolle seiner Fangemeinde.
2005 wurde die Produktion in das National Film Registry der amerikanischen Library of Congress aufgenommen. Die Auswahl würdigt Filme von besonderer kultureller, historischer oder ästhetischer Bedeutung.
Um 21:50 Uhr schließt sich bei arte die Dokumentation „Die Rocky Horror Show: Eine wilde Geschichte“ an. Die Produktion aus dem Jahr 2025 trägt im englischen Original den Titel „Strange Journey: The Story of Rocky Horror“.
Regie führte Linus O’Brien, der Sohn des Musicalschöpfers Richard O’Brien. Das Drehbuch der Dokumentation stammt von Avner Shiloah.
Der Film untersucht, wie sich eine zunächst kleine Theaterproduktion zu einem international bekannten Musical und einem der langlebigsten Kultfilme entwickelte.
Dabei kommen zahlreiche Menschen zu Wort, die an der ursprünglichen Produktion oder ihrer späteren Erfolgsgeschichte beteiligt waren.
Zu den Gesprächspartnern gehören Richard O’Brien, Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick und Patricia Quinn. Auch Produzent Lou Adler und Regisseur Jim Sharman wirken an der filmischen Rückschau mit.
Ergänzt werden die Erinnerungen durch Beiträge prominenter Fans, darunter Schauspieler Jack Black und Dragkünstlerin Trixie Mattel.
Seltene Archivaufnahmen und persönliche Erzählungen zeichnen die Entwicklung des Musicals, die Verfilmung und den Einfluss der späteren Fangemeinde nach.
Die Dokumentation beschäftigt sich auch mit der gesellschaftlichen Wirkung des Films. Dabei stehen Fragen nach Individualität, Selbstbestimmung und Akzeptanz im Vordergrund.
Für Teile der queeren Community entwickelte sich „Rocky Horror“ über Jahrzehnte zu einem wichtigen kulturellen Bezugspunkt. Die Figuren und ihre bewusst überzeichneten Darstellungen stellten traditionelle Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und gesellschaftlicher Zugehörigkeit infrage.
Auch die Mitternachtsvorführungen erhielten dadurch eine Bedeutung, die über das gemeinsame Anschauen eines Films hinausging. Sie boten vielen Menschen die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und eigene Ausdrucksformen zu finden.
Die Dokumentation zeichnet diese Entwicklung nach und beschäftigt sich damit, weshalb das Werk auch mehr als fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung neue Generationen erreicht.
International wurde der Dokumentarfilm bereits 2025 beim South by Southwest Film and TV Festival präsentiert. Die Weltpremiere fand am 9. März 2025 statt. Die Ausstrahlung am 30. Oktober 2026 ist damit keine Weltpremiere, sondern die von arte angekündigte TV-Erstausstrahlung.
Arte zeigt „The Rocky Horror Picture Show“ am Freitag, 30. Oktober 2026, ab 20:15 Uhr. Der Sendeplatz reicht bis 21:50 Uhr. Die Programmübersicht des Senders weist für den Spielfilm eine Laufzeit von 96 Minuten aus.
Direkt anschließend beginnt um 21:50 Uhr „Die Rocky Horror Show: Eine wilde Geschichte“. Die Dokumentation läuft planmäßig bis 23:05 Uhr. Arte gibt für diese Fernsehfassung eine Laufzeit von 74 Minuten an. Die international bei Filmfestivals präsentierte Fassung ist mit rund 89 bis 90 Minuten länger.
Auch online gibt es unterschiedliche Verfügbarkeitszeiträume. Für den Spielfilm hat arte eine Online-Bereitstellung am 30. Oktober angekündigt. Eine längerfristige Abrufmöglichkeit ist nicht ausgewiesen.
Die Dokumentation ist dagegen bereits seit dem 23. Oktober 2026 über arte.tv abrufbar und soll dort bis zum 27. Januar 2027 verfügbar bleiben.
Nach dem Rocky-Horror-Themenabend setzt arte sein Halloween-Programm um 23:05 Uhr mit dem japanischen Horrorfilm „Dark Water“ aus dem Jahr 2002 fort.
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