Vodafone verliert Zugang zum Ruhrfibre-Netz in Essen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

Teilen:

Die Ruhrfibre-Insolvenz hat nun unmittelbare Folgen für einen Teil der bereits angeschlossenen Glasfaserkunden. Zum 30. September 2026 endet die vertragliche Zusammenarbeit zwischen dem Netzbetreiber und Vodafone. Rund 270 bereits aktive Vodafone-Anschlüsse können über das bisherige Ruhrfibre-Netz anschließend nicht mehr bereitgestellt werden.

Anzeige

Betroffen sind nach Angaben der Stadt Essen Anschlüsse in den Stadtteilen Stadtwald, Rellinghausen, Werden, Fischlaken und Heidhausen. Vodafone informiert die betroffenen Kunden derzeit über die bevorstehende Abschaltung und mögliche alternative Anschlüsse.

Nicht alle erschlossenen Haushalte verlieren Internet

Die Zahl von rund 270 betroffenen Anschlüssen liegt deutlich unter der Zahl der Gebäude und Haushalte, die Ruhrfibre bereits mit Infrastruktur erreicht hat. In Essen wurden nach Angaben der Stadt rund 100.000 Haushalte erschlossen.

Diese Anschlüsse sind jedoch nicht mit tatsächlich aktiv genutzten Vodafone-Verträgen gleichzusetzen. Die Ende September anstehende Abschaltung betrifft nach aktuellem Stand die rund 270 bereits aktivierten Vodafone-Glasfaseranschlüsse.

Anzeige

Auch Kunden, bei denen bereits Glasfaser verlegt wurde, der Anschluss aber noch nicht aktiviert ist, sollen von Vodafone kontaktiert werden. Welche Alternative an einer bestimmten Adresse verfügbar ist, hängt von der dort vorhandenen Telekommunikationsinfrastruktur ab.

Glasfaserkabel bleiben trotz Abschaltung bestehen

Die Abschaltung der Vodafone-Anschlüsse bedeutet nicht, dass das bereits gebaute Glasfasernetz entfernt wird. Die verlegte Infrastruktur bleibt grundsätzlich bestehen. Auch abgeschlossene Grundstücks- und Gebäudenutzungsverträge bleiben nach Angaben der Stadt grundsätzlich erhalten.

Entscheidend ist vielmehr die technische Nutzung des Netzes. Mit dem Ende der Zusammenarbeit zwischen Ruhrfibre und Vodafone entfällt zum 30. September die Grundlage, auf der Vodafone seine bisherigen Glasfasertarife über diese Infrastruktur bereitstellt.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation: Häuser können bereits vollständig mit Glasfaser erschlossen sein, ohne dass der vorhandene Anschluss unmittelbar weiter für den bisherigen Vodafone-Tarif genutzt werden kann.

Glasfaserausbau bleibt vorerst gestoppt

Ruhrfibre hatte in Essen seit 2023 ein umfangreiches Glasfasernetz aufgebaut. Ziel war ursprünglich ein deutlich größerer Ausbau. Im Zuge der finanziellen Schwierigkeiten wurden die laufenden Bauaktivitäten jedoch gestoppt.

Ende Mai beantragten mehrere Gesellschaften aus der Ruhrfibre- und Metrofibre-Gruppe Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Verfahren über die Netzgesellschaft ruhrfibre Essen Netz GmbH & Co. KG wurde Anfang August eröffnet.

Das Unternehmen hatte beim Insolvenzantrag den Rückzug bisheriger Finanzierungspartner als Auslöser der finanziellen Probleme genannt. Die weitere Finanzierung des kapitalintensiven Glasfaserausbaus war damit nicht mehr gesichert.

Investorensuche entscheidet über Zukunft des Netzes

Im Insolvenzverfahren wird nach einer langfristigen Lösung für die bereits aufgebaute Infrastruktur gesucht. Dazu gehört auch die Suche nach neuen Investoren. Der weitere Ausbau des Ruhrfibre-Netzes ist währenddessen pausiert.

Für die bereits verlegten Leitungen ist deshalb entscheidend, ob ein neuer Betreiber oder Investor gefunden wird und unter welchen Bedingungen das Netz künftig für Telekommunikationsanbieter geöffnet werden kann. Ein konkreter Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme des Ausbaus oder eine erneute Nutzung der betroffenen Anschlüsse stand zunächst nicht fest.

Für die rund 270 aktiven Vodafone-Kunden ist die Veränderung dagegen bereits terminiert. Ihre bisherige technische Versorgung über das Ruhrfibre-Netz endet nach aktuellem Stand mit Ablauf des 30. September 2026.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu