Autozulieferer Schüle Druckguss sucht Weg aus der Krise

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Autozulieferer Julius Schüle Druckguss aus Schwäbisch Gmünd hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Aalen ordnete bereits am 18. September 2026 ein Schutzschirmverfahren an. Die Insolvenz bei Schüle Druckguss betrifft ausschließlich die deutsche Gesellschaft mit 152 Beschäftigten am Stammsitz. Der Geschäftsbetrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen.

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Gehälter bis Ende November abgesichert

Nach den Angaben zum Verfahren sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in Schwäbisch Gmünd bis einschließlich November 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Produktion und Kundenbelieferung werden fortgeführt.

Die Gesellschaft bleibt im Rahmen der Eigenverwaltung unter Leitung der Geschäftsführung. Unterstützt wird sie bei der Restrukturierung durch Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger als Generalbevollmächtigten. Das Amtsgericht bestellte Arndt Geiwitz von SGP Schneider Geiwitz zum vorläufigen Sachwalter. Er überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.

Investorensuche soll zeitnah beginnen

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die Suche nach einem Investor. Nach Angaben der mit der Restrukturierung beauftragten Berater soll zeitnah ein strukturierter Investorenprozess eingeleitet werden. Konkrete Interessenten oder Gespräche mit möglichen Käufern waren bis zum 24. September nicht bekanntgegeben worden.

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Ziel des Verfahrens ist die Sanierung der deutschen Gesellschaft und der möglichst weitgehende Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze. Welche Veränderungen dafür notwendig werden und welche Rolle ein möglicher Investor übernehmen könnte, war zunächst offen.

Tochtergesellschaften nicht vom Verfahren betroffen

Das Schutzschirmverfahren umfasst nur die Julius Schüle Druckguss GmbH in Deutschland. Die Tochtergesellschaften Schüle Slovakia im slowakischen Poprad und Schüle Polska im polnischen Świebodzice haben keinen Insolvenzantrag gestellt und produzieren weiter.

Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 680 Menschen an ihren drei Standorten. Davon arbeiten 152 am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Umsatz von rund 110,9 Millionen Euro angegeben.

Unternehmen nennt Druck im Automobilgeschäft

Schüle Druckguss wurde 1951 gegründet und ist auf Aluminiumdruckguss spezialisiert. Das Unternehmen produziert komplexe Bauteile vor allem für die Automobilzulieferindustrie. Daneben erschloss es weitere Einsatzbereiche, darunter die Medizintechnik.

Als wesentliche Belastungen nennt das Unternehmen zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, Überkapazitäten im Markt sowie rückläufige Mengen und Margen insbesondere im Automobilgeschäft. Hinzu kämen verschlechterte geopolitische Rahmenbedingungen.

Der Antrag auf Eigenverwaltung ermöglicht es der Gesellschaft, die Restrukturierung bei laufendem Geschäftsbetrieb selbst zu steuern. Mit der angekündigten Investorensuche beginnt nun eine entscheidende Phase für die weitere Finanzierung und künftige Struktur des deutschen Standorts.

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