
Eine Schafherde auf der A659 bei Weinheim hat am frühen Donnerstagmorgen, 13. August 2026, einen Polizeieinsatz und eine vorübergehende Vollsperrung ausgelöst. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim bestand die ausgebrochene Herde aus etwa 25 Tieren. Noch bevor die betroffene Autobahnstrecke gesperrt werden konnte, kollidierte ein Auto mit einem Schaf. Das Tier wurde dabei tödlich verletzt. Der Mensch am Steuer blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand Sachschaden. Die übrigen Schafe konnten von der Autobahn heruntergetrieben und später in einem provisorischen Gehege gesichert werden.
Eine minutengenaue Uhrzeit, zu der die Tiere erstmals auf die Autobahn gelangten, nannte die Polizei nicht. Fest steht, dass sich die Herde am frühen Donnerstagmorgen auf der A659 befand. Um 5.02 Uhr veröffentlichte das Polizeipräsidium Mannheim seine erste Mitteilung zu dem Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt waren mehrere Funkstreifen auf dem betroffenen Abschnitt unterwegs und die Schafe befanden sich noch auf der Fahrbahn. Verkehrsteilnehmer wurden aufgefordert, das Gebiet zu umfahren.
Betroffen war nach Polizeiangaben die A659 zwischen der Anschlussstelle Viernheim-Ost und dem Autobahnkreuz Weinheim. Der Abschnitt verbindet den hessischen Raum Viernheim mit Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis und führt am Autobahnkreuz Weinheim zur A5. Die Polizei sprach von einer Vollsperrung des Streckenabschnitts und machte in ihren ersten Mitteilungen keine Einschränkung auf nur eine einzelne Fahrtrichtung. Die Autobahn GmbH beschreibt die A659 in diesem Bereich als Verbindung zwischen den Autobahnkreuzen Viernheim und Weinheim.
Zu einer Kollision kam es bereits, bevor die Einsatzkräfte die Strecke vollständig absperren konnten. Nach der späteren Mitteilung des Polizeipräsidiums Mannheim stieß ein Auto mit einem Schaf zusammen. Das Tier erlitt tödliche Verletzungen und überlebte den Zusammenstoß nicht. Am Auto entstand Sachschaden. Die Person am Steuer wurde nach Angaben der Polizei nicht verletzt. Weitere verletzte Menschen wurden im Zusammenhang mit der Schafherde nicht gemeldet.
Weitere Verkehrsunfälle durch die Tiere waren nach dem veröffentlichten Stand nicht bekannt. Damit blieb es nach den amtlichen Angaben bei dieser einen Kollision. Wie hoch der Sachschaden am Fahrzeug war, bezifferte die Polizei nicht. Auch zum Fahrzeug selbst machte sie keine näheren Angaben. Die Einsatzkräfte sperrten den Streckenabschnitt, um weitere Zusammenstöße mit den Schafen zu verhindern und die Herde sicher von der Autobahn zu bekommen.
Die unmittelbare Sperrung der Autobahn dauerte vergleichsweise kurz. Um 5.02 Uhr meldete das Polizeipräsidium Mannheim die Vollsperrung, bereits um 5.28 Uhr teilte die Behörde mit, dass sie wieder aufgehoben worden sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Tiere nicht mehr auf der Autobahn, sondern zusammen mit Polizeikräften im Bereich der Weinheimer Ortseinfahrt an der B38. Damit lässt sich aus den veröffentlichten Polizeimeldungen ein Zeitraum von höchstens rund einer halben Stunde zwischen erster Mitteilung und Freigabe ableiten. Wann die Fahrbahn unmittelbar vor der ersten Meldung tatsächlich gesperrt worden war, wurde nicht minutengenau angegeben.
Eine amtlich bestätigte Länge des Rückstaus veröffentlichte das Polizeipräsidium Mannheim nicht. Auch eine konkrete Kilometerangabe der Autobahn GmbH lag zu dem Einsatz zunächst nicht vor. Deshalb lässt sich belastbar lediglich festhalten, dass der Verkehr auf dem Abschnitt während des frühen Morgeneinsatzes vollständig unterbrochen war und anschließend wieder freigegeben wurde. Der Hessische Rundfunk berichtete ebenfalls, dass die A659 gegen 5 Uhr vollständig gesperrt gewesen sei und der Verkehr ungefähr eine halbe Stunde später wieder lief.
Nachdem die Tiere von der Autobahn gebracht worden waren, war der Einsatz noch nicht beendet. Die ungefähr 25 Schafe wurden nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim in ein Weinheimer Industriegebiet getrieben. Die Feuerwehr Weinheim konkretisierte später, dass die Tiere bis in die Freiburger Straße gelangten. Dort gelang es der Polizei zunächst, die Herde auf einem Gehweg zusammenzuhalten. Weil die Tiere weiterhin Fluchtverhalten zeigten, mussten die Einsatzkräfte den Bereich sichern und die Schafe einkesseln.
Gegen 5.30 Uhr wurde deshalb auch die Feuerwehr Weinheim zur Unterstützung der Polizei alarmiert. Sie sollte vor allem Bauzaunelemente bereitstellen. Nach Angaben der Feuerwehr koordinierte sie gemeinsam mit dem städtischen Bauhof die weitere Sicherung. Auf einer nahe gelegenen Wiesenfläche errichteten Feuerwehr und Bauhof aus den Zaunelementen ein provisorisches Gehege. Ein benachbarter Betrieb unterstützte nach Feuerwehrangaben beim Transport der Zaunelemente mit einem Gabelstapler.
Für den entscheidenden letzten Weg der Herde in das Behelfsgehege bekamen die Einsatzkräfte fachkundige Unterstützung. Nach Angaben der Feuerwehr Weinheim halfen zwei Schäfer, denen die Tiere selbst nicht gehörten. Aufgrund ihrer Erfahrung unterstützten sie Polizei, Feuerwehr und Bauhof dabei, die Schafe von dem Gehweg auf die gesicherte Wiesenfläche und schließlich in das provisorische Gehege zu treiben. Dort konnten die verbliebenen Tiere zusammengehalten und versorgt werden.
Parallel dazu suchte die Polizei nach dem Eigentümer. Über die Ohrmarkierungen der Tiere konnte die Herde nach Polizeiangaben zugeordnet werden. Der Eigentümer wurde verständigt und nahm die Schafe später wieder in seine Obhut. Damit endete der Einsatz für Polizei, Feuerwehr und Bauhof. Namen beteiligter Privatpersonen wurden von den Behörden nicht veröffentlicht und sind für den Ablauf des Einsatzes nicht erforderlich.
Etwas konkreter als die erste Polizeimeldung beschrieb die Feuerwehr Weinheim später den Ausgangspunkt. Nach ihren Angaben unter Berufung auf die Polizei waren die Tiere zuvor von einem Grundstück im Feldgebiet nahe der Autobahnanschlussstelle Viernheim-Ost ausgebrochen. Von dort seien sie auf die A659 gelangt und anschließend weiter in Richtung Weinheim gezogen. Wie genau sie das Grundstück verlassen und bis auf die Autobahn gelangen konnten, war am Donnerstag noch nicht geklärt.
Das Polizeipräsidium Mannheim erklärte ausdrücklich, dass die Umstände des Ausbruchs Gegenstand von Ermittlungen der Verkehrspolizeiinspektion Mannheim seien. Angaben zu einem möglichen technischen Defekt an einer Einfriedung, zu einer offenstehenden Absperrung oder einem sonstigen konkreten Auslöser gab es zunächst nicht. Ebenso machte die Polizei keine Angaben zu einem möglichen Fehlverhalten des Tierhalters. Eine entsprechende Schuldzuweisung lässt sich aus dem bekannten Ermittlungsstand daher nicht ableiten.
Dass eine komplette Schafherde auf eine Autobahn gelangt, gehört nicht zum alltäglichen Einsatzgeschehen. Die Feuerwehr Weinheim bezeichnete den Vorfall selbst als ungewöhnlichen Einsatz. Eine gesonderte bundesweite Statistik speziell zu entlaufenen Schafherden auf Autobahnen lässt sich aus den amtlichen Angaben zum Weinheimer Fall nicht ableiten. Tiere auf oder unmittelbar neben Schnellstraßen beschäftigen Einsatzkräfte jedoch regelmäßig, vor allem bei Wildwechsel oder einzelnen ausgebrochenen Haus- und Nutztieren.
Dass der Schutz vor Wildtieren entlang von Autobahnen dauerhaft eine Rolle spielt, zeigt auch die Infrastruktur der Autobahn GmbH. Bei verschiedenen Autobahnprojekten werden Wildschutz- oder Wildkatzenschutzzäune sowie Grünbrücken errichtet, um Tiere von Fahrbahnen fernzuhalten und natürliche Wanderwege sicher über Verkehrsachsen hinwegzuführen. An der A3 bei Oberhaid baut die Autobahn GmbH beispielsweise eine Grünbrücke und zusätzliche Schutzanlagen, um Wildtierbewegungen von der Fahrbahn zu trennen.
Wer Tiere auf einer Autobahn bemerkt, sollte vor allem vermeiden, durch abrupte oder unkontrollierte Fahrmanöver eine zusätzliche Gefahr zu schaffen. Entscheidend sind eine frühzeitige Verringerung der Geschwindigkeit, ein möglichst großer Sicherheitsabstand und besondere Aufmerksamkeit gegenüber dem nachfolgenden Verkehr. Bei einer akuten Gefahr auf der Autobahn sollte die Polizei über den Notruf informiert werden. Eigenmächtige Versuche, eine Herde auf Fahrstreifen einzufangen oder die Autobahn zu Fuß zu betreten, sind wegen des schnell fließenden Verkehrs gefährlich.
Der Vorfall bei Weinheim verdeutlicht, warum Einsatzkräfte einen betroffenen Autobahnabschnitt im Zweifel vollständig sperren. Obwohl die Polizei am Donnerstagmorgen rasch reagierte, war bereits vor der Sperrung ein Schaf von einem Auto erfasst worden. Die schnelle Räumung der A659 verhinderte anschließend weitere bekannte Zusammenstöße. Für die übrigen rund 25 Tiere endete der Ausflug nach Angaben von Polizei und Feuerwehr schließlich in einem provisorischen Gehege, bevor der Eigentümer sie wieder übernahm.






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