
Mehrere Schüsse auf ein Wohnhaus haben am Dienstagabend einen Großeinsatz der Polizei in Würzburg ausgelöst. Der mutmaßlich bewaffnete Täter konnte trotz einer umfangreichen Fahndung bislang nicht festgenommen werden. Verletzt wurde niemand. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wurden die Schüsse nicht von Polizeibeamten abgegeben.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, 14. Juli 2026, im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach. Gegen 20.20 Uhr meldeten Zeugen über den Polizeinotruf, dass ein Mann in der Unterdürrbacher Straße mehrere Schüsse aus einer Handfeuerwaffe abgegeben haben soll.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann scharfe Munition verwendete. Mehrere Geschosse trafen demnach Gebäudewände sowie eine Haus- oder Wohnungstür eines Wohnhauses. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll der Täter außerdem in die Luft geschossen haben.
Hinweise darauf, dass gezielt auf Menschen geschossen wurde, lagen am Mittwochmorgen nicht vor. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt oder getötet.
Unmittelbar nach dem Notruf rückten zahlreiche Polizeistreifen nach Unterdürrbach aus. Die Einsatzkräfte sperrten den mutmaßlichen Tatort weiträumig ab. Neben Streifen aus Würzburg und anderen Teilen Unterfrankens waren die Zentralen Einsatzdienste Würzburg, die Bereitschaftspolizei und die Bundespolizei beteiligt.
Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks suchten zeitweise 34 Streifen nach dem Flüchtigen. Auch Spürhunde, ein Polizeihubschrauber und eine Drohne wurden eingesetzt. Anwohner im direkten Umfeld des Tatortes durften ihre Häuser und Wohnungen zeitweise nicht verlassen.
Für das Kiliani-Volksfest auf den Talavera-Mainwiesen bestand nach Angaben der Polizei keine konkrete Gefahr.
Die groß angelegte Suche wurde in der Nacht beendet. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Schützen läuft jedoch weiter. Auch am Mittwoch waren Polizisten in Uniform und in Zivil im Umfeld des Tatortes unterwegs. Eine Festnahme wurde zunächst nicht gemeldet.
Der gesuchte Mann trug nach der veröffentlichten Beschreibung eine weiße Hose, eine schwarze Kapuzenjacke und eine Sonnenbrille. Die Polizei schließt nicht aus, dass er weiterhin eine Schusswaffe bei sich hat. Personen, die den Mann sehen, sollen Abstand halten und sofort den Polizeinotruf verständigen.
Nach dem jüngsten Stand gehen die Ermittler von einer Tat im persönlichen Umfeld aus. Was genau zu den Schüssen geführt hat, ist noch nicht geklärt.
Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen. Noch während der Fahndung begannen Beamte damit, Spuren am Wohnhaus zu sichern und vorhandene Videoaufzeichnungen auszuwerten. Untersucht werden unter anderem die Identität des Täters, sein Aufenthaltsort, das verwendete Tatmittel und die Hintergründe des Geschehens.
Wichtig ist die Abgrenzung: Die Schüsse gingen nach dem aktuellen Ermittlungsstand ausschließlich vom Flüchtigen aus. Ein Schusswaffengebrauch durch Polizisten hätte automatisch eine gesonderte Untersuchung ausgelöst. Das ist bei diesem Vorfall nach aktuellem Stand nicht geschehen.
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