ServiceNow wächst, Aktie fällt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Softwarekonzern ServiceNow hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt und seine Jahresprognose angehoben. Dennoch geriet die ServiceNow-Aktie am Mittwochabend, 28. Oktober, nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen erheblich unter Druck. Ausschlaggebend für die negative Marktreaktion waren unter anderem ein Gewinn unter den Erwartungen der Analysten und der Ausblick auf das Wachstum bestehender Kundenverträge.

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ServiceNow steigert Quartalsumsatz um 20,5 Prozent

ServiceNow erwirtschaftete im dritten Quartal einen Gesamtumsatz von 4,106 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 20 Prozent.

Den größten Anteil machten die Abonnementumsätze aus. Sie stiegen um 21 Prozent auf 3,988 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Dienstleistungen und sonstigen Leistungen steuerte weitere 118 Millionen Dollar bei.

Beim ausgewiesenen Nettogewinn verzeichnete der Konzern dagegen einen Rückgang. Dieser sank von 502 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 277 Millionen Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie verringerte sich entsprechend von 0,48 auf 0,27 Dollar.

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Auf bereinigter Basis erzielte ServiceNow einen Gewinn von 1,00 Dollar je Aktie. Analysten hatten nach von LSEG zusammengestellten Schätzungen durchschnittlich 1,02 Dollar erwartet.

Jahresprognose für 2026 angehoben

Trotz des schwächeren ausgewiesenen Gewinns erhöhte ServiceNow die Umsatzprognose für sein Abonnementgeschäft. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit Einnahmen zwischen 15,78 und 15,79 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die erwartete Spanne zwischen 15,76 und 15,78 Milliarden Dollar gelegen.

Auch bei der Rentabilität des Mittelzuflusses zeigt sich das Unternehmen zuversichtlicher. Die für das Gesamtjahr erwartete Free-Cashflow-Marge wurde um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent angehoben.

Für das vierte Quartal prognostiziert ServiceNow Abonnementumsätze zwischen 4,245 und 4,255 Milliarden Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 22,5 bis 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ein weiteres Signal liefert der Auftragsbestand. Die sogenannten kurzfristigen verbleibenden Leistungsverpflichtungen, die innerhalb der nächsten zwölf Monate voraussichtlich als Umsatz erfasst werden, erreichten zum Ende des dritten Quartals 13,65 Milliarden Dollar. Das waren 20,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für das vierte Quartal erwartet ServiceNow bei dieser Kennzahl allerdings nur noch ein Wachstum von 18,5 Prozent. Damit deutet die Prognose auf eine Abschwächung des Wachstums der kurzfristig vertraglich gesicherten Umsätze hin.

KI-Geschäft soll weiter wachsen

Eine wesentliche Rolle in der Unternehmensstrategie spielt der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Automatisierung betrieblicher Abläufe.

ServiceNow erhöhte sein Ziel für den jährlichen Vertragswert des KI-Geschäfts bis Ende 2026 auf 1,7 Milliarden Dollar. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch eine Milliarde Dollar angestrebt. Damit liegt die aktuelle Zielmarke 70 Prozent über der ursprünglichen Planung.

Nach Unternehmensangaben wurden im dritten Quartal 19 neue Geschäftsabschlüsse mit einem zusätzlichen jährlichen Vertragswert von jeweils mehr als fünf Millionen Dollar erzielt. Die Zahl der Kunden mit einem jährlichen Vertragswert von mehr als fünf Millionen Dollar stieg auf 680.

Zudem kündigte ServiceNow am Mittwoch eine erweiterte Zusammenarbeit mit OpenAI an. Beide Unternehmen wollen KI-Anwendungen stärker mit automatisierten Geschäftsprozessen und Sicherheitsfunktionen verbinden.

ServiceNow-Aktie verliert nachbörslich deutlich

An der Börse überwogen nach der Zahlenvorlage die negativen Reaktionen. Obwohl ServiceNow beim Umsatz über den durchschnittlichen Analystenschätzungen lag, blieb der bereinigte Gewinn je Aktie hinter den Erwartungen zurück.

Die ServiceNow-Aktie verlor am Mittwochabend im nachbörslichen US-Handel zeitweise erheblich an Wert. Nach Angaben des Finanzportals MarketWatch, dessen Bericht am 28. Oktober um 17.07 Uhr US-Ostküstenzeit beziehungsweise 22.07 Uhr mitteleuropäischer Zeit aktualisiert wurde, lag das Minus bei knapp 16 Prozent.

Dabei handelte es sich um eine Momentaufnahme aus dem außerbörslichen Handel und nicht um einen regulären Schlusskurs.

Wachstumserwartungen bleiben hoch

ServiceNow gehört zu den großen internationalen Anbietern cloudbasierter Unternehmenssoftware. Die Plattform unterstützt Unternehmen unter anderem dabei, IT-Dienstleistungen, Kundenservice, Personalprozesse und Sicherheitsaufgaben zu automatisieren.

Mit KI-gestützten Anwendungen will der Konzern zusätzliche Geschäftsfelder erschließen und bestehende Kunden stärker an seine Plattform binden. Dabei konkurriert ServiceNow mit anderen großen Softwareanbietern, die ebenfalls in KI-basierte Unternehmenslösungen investieren.

Die aktuellen Quartalszahlen verdeutlichen einen Gegensatz: Während Umsatz und Abonnementgeschäft weiter kräftig wachsen, ist der ausgewiesene Gewinn gegenüber dem Vorjahr gesunken. Zugleich erwartet das Unternehmen beim kurzfristigen Auftragsbestand eine geringere Wachstumsrate.

Die deutliche Kursreaktion zeigt, wie empfindlich die Börse auf Abweichungen von den hohen Gewinnerwartungen an den Softwarekonzern reagiert.

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