Schneider Electric greift nach Smart-Home-Spezialist Shelly

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der französische Technologiekonzern Schneider Electric will die Shelly Group übernehmen. Beide Unternehmen haben sich auf wesentliche Bedingungen für ein geplantes freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot verständigt. Schneider Electric will über eine Tochtergesellschaft 70 Euro in bar für jede ausstehende Shelly-Aktie bieten. Damit wird der Smart-Home-Spezialist mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet.

Schneider Electric bietet 70 Euro je Shelly-Aktie

Die geplante Übernahme von Shelly soll über die Schneider-Electric-Tochter SE 2026 A SAS erfolgen. Das Angebot richtet sich an sämtliche ausstehenden Aktien des Unternehmens. Voraussetzung ist unter anderem, dass Schneider Electric nach Abschluss direkt oder indirekt mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals kontrolliert. Zudem sind noch die erforderlichen behördlichen Genehmigungen notwendig.

Die gebotenen 70 Euro entsprechen nach Angaben von Shelly einem Aufschlag von 27 Prozent gegenüber dem unbeeinflussten Referenzpreis vom 28. Juli. Gegenüber dem maßgeblichen Referenzpreis vom 23. September liegt der Aufschlag bei 22 Prozent. Dieser Referenzwert, ein volumengewichteter Sechsmonatsdurchschnitt, lag bei 57,50 Euro.

Shelly-Aktie legt nach Übernahmeplänen zu

An der Börse reagierte die Shelly-Aktie am Donnerstag mit Kursgewinnen. Gegen 10.59 Uhr deutscher Zeit lag das Papier laut Reuters rund 4,3 Prozent im Plus. Der Kurs blieb damit zunächst unter dem angekündigten Angebotspreis von 70 Euro.

Auf Xetra hatte die Aktie am Mittwoch bei 64,40 Euro geschlossen. Am Donnerstag eröffnete sie bei 68,10 Euro. Die Investor-Relations-Seite von Shelly wies im Laufe des Vormittags einen Kurs von 67,10 Euro aus, rund 4,2 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs.

Gründer kontrollieren zusammen rund 57 Prozent

Für die geplante Transaktion ist die Haltung der beiden Shelly-Gründer von besonderer Bedeutung. Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov kontrollieren zusammen rund 57 Prozent des Aktienkapitals und unterstützen das Vorhaben nach Unternehmensangaben.

Dimitrov hält rund 29 Prozent der Aktien und hat sich nach Angaben von Shelly verpflichtet, seine Beteiligung unter bestimmten Voraussetzungen in das geplante Angebot einzubringen. Einen Teil des Erlöses soll er anschließend gemeinsam mit Schneider Electric wieder investieren. Dimitrov soll außerdem zusammen mit Wolfgang Kirsch Co-CEO bleiben.

Todorov kontrolliert direkt und über seine Gesellschaft Salisto Holdings rund 28 Prozent. Seine Aktien sollen in zwei Schritten verkauft werden. Eine Tranche umfasst fünf Prozent des Aktienkapitals, der Verkauf der übrigen rund 23 Prozent steht unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

Übernahme ist noch nicht abgeschlossen

Trotz der Einigung auf die wesentlichen Bedingungen ist die Transaktion noch nicht vollzogen. Zum Zeitpunkt der Mitteilung war das öffentliche Angebot noch nicht bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC registriert oder nach deren Prüfung veröffentlicht worden. Erst anschließend soll auch der Verwaltungsrat von Shelly seine formelle begründete Stellungnahme zum Angebot vorlegen.

Das Unternehmen rechnet mit einer Entscheidung der bulgarischen Aufsicht Ende November oder Anfang Dezember 2026. Wenn sämtliche Bedingungen erfüllt werden, soll der Abschluss der Transaktion im ersten Quartal 2027 erfolgen. Schneider Electric beabsichtigt nach einer erfolgreichen Übernahme zudem, die vollständige Kontrolle über Shelly anzustreben und ein mögliches Delisting zu prüfen. Dafür wären weitere rechtliche und regulatorische Voraussetzungen zu erfüllen.

Shelly soll seinen Standort in Bulgarien behalten

Shelly entwickelt Geräte und Software für Smart Homes und intelligente Gebäude. Zum Angebot zählen unter anderem Schalter, Steckdosen, Messgeräte, Kameras und andere vernetzte Lösungen. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern vertreten und erzielt neben dem Gerätegeschäft auch Umsätze mit Cloud-Anwendungen. Die Aktie wird in Sofia sowie im Prime Standard der Frankfurter Börse gehandelt und gehört zum SDAX.

Im Investment Agreement ist nach Angaben von Shelly vorgesehen, den Hauptsitz in Bulgarien sowie die bestehende geografische Aufstellung, Organisation und Belegschaft für mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion zu erhalten. Dazu zählen unter anderem Forschung und Entwicklung, Engineering, Vertrieb und Management.

Für Schneider Electric würde der Zukauf das Geschäft mit vernetzten Wohngebäuden und Energiemanagement erweitern. Der französische Konzern ist international unter anderem in den Bereichen Energieverteilung, Automatisierung und Gebäudetechnik tätig. Shelly bringt vor allem eine stark auf Smart-Home-Anwendungen und offene Schnittstellen ausgerichtete Plattform ein.

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