
Der Börsengang der SMAG Mobile Antenna Masts ist am Montag deutlich schlechter als erwartet verlaufen. Nach einem Ausgabepreis von 46 Euro startete die Aktie auf Xetra bei 35 Euro und schloss bei nur 26,70 Euro. Damit verlor das Papier am ersten Handelstag 42,0 Prozent gegenüber dem Emissionspreis.
Schon die erste Kursfeststellung signalisierte eine geringe Nachfrage am Sekundärmarkt. Der Erstkurs von 35 Euro lag 11 Euro oder 23,9 Prozent unter dem Ausgabepreis. Im Tagesverlauf weitete sich der Abschlag weiter aus. Zum Xetra-Schluss standen 26,70 Euro auf der Kurstafel. Das waren 19,30 Euro weniger als der Emissionspreis und entsprach einem Minus von 42,0 Prozent. Die zum Börsengang angesetzte Marktkapitalisierung von rund 259,9 Millionen Euro schrumpfte dadurch rechnerisch auf etwa 151 Millionen Euro.
SMAG stellt militärische Antennenmasten her. Die Produkte werden für bodengebundene Luftverteidigung, Drohnenabwehr, Radarunterstützung und elektronische Kampfführung eingesetzt. Nach Unternehmensangaben sind mehr als 2.000 Systeme in über 20 Ländern im Einsatz. Zum Kundenkreis gehören mehr als 50 Rüstungskonzerne, Ausrüster und staatliche Stellen sowie 15 NATO-Streitkräfte. Im Geschäftsjahr 2025 stammten 99,1 Prozent des Nettoumsatzes aus militärischen Anwendungen. Die Produktion in Salzgitter umfasst derzeit rund 10.000 Quadratmeter und soll bis Ende 2027 auf mehr als 20.000 Quadratmeter wachsen.
SMAG platzierte insgesamt 2.817.500 Aktien zu je 46 Euro. Das gesamte Platzierungsvolumen belief sich damit auf 129,6 Millionen Euro. Davon waren jedoch nur 650.000 Aktien neue Papiere aus einer Kapitalerhöhung. SMAG selbst erhielt daraus brutto knapp 30 Millionen Euro. 2.167.500 Aktien stammten einschließlich Mehrzuteilungsoption aus dem Bestand der SMAG Group GmbH, die zur Beteiligungsgesellschaft Aequita gehört. Auf diese Altaktien entfielen die verbleibenden Erlöse aus der Platzierung.
Der Auftragseingang lag zum Jahresende 2025 bei rund 250 Millionen Euro. Darin enthalten sind allerdings neben festen Bestellungen auch Rahmenverträge und nicht vertraglich gesicherte erwartete Aufträge. Für 2026 stellt SMAG eine Gesamtleistung von 55 bis 60 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge von 19 bis 21 Prozent in Aussicht. Rheinmetall und Hensoldt gelten an der Börse als etablierte deutsche Vergleichswerte für das Verteidigungssegment. Direkte Produktkonkurrenten sind sie für SMAG jedoch nur eingeschränkt. Der Kurssturz zeigt dennoch, dass Investoren den Rüstungsboom nicht automatisch auf jede Neuemission übertragen und hohe Wachstumserwartungen kritisch bewerten.
SMAG ist der fünfte klassische Börsengang in Deutschland im Jahr 2026 und nach Gabler sowie Vincorion der dritte aus der Verteidigungsbranche. Die beiden früheren Rüstungsneulinge waren oberhalb ihrer Ausgabepreise gestartet: Vincorion eröffnete bei 19,30 Euro nach 17 Euro Emissionspreis, Gabler bei 47,20 Euro nach 44 Euro.
Das europäische IPO-Umfeld hatte sich im ersten Halbjahr grundsätzlich aufgehellt. Nach PwC-Daten stieg das Emissionsvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 76 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Zugleich blieb der Markt selektiv. Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS verschob seinen geplanten Börsengang Anfang Juli wegen schwieriger Marktbedingungen. Der SMAG-Absturz unterstreicht diese Zurückhaltung nun deutlich.
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