
Die SMB International GmbH aus Quickborn in Schleswig-Holstein ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Spezialmaschinenbauer mit rund 160 Beschäftigten hat beim Amtsgericht Pinneberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Der Geschäftsbetrieb soll weitergeführt werden. Parallel wurde ein Investorenprozess für das seit Jahrzehnten bestehende Unternehmen gestartet.
Die Insolvenz von SMB International fällt in eine wirtschaftlich schwierige Phase für Teile des deutschen Maschinenbaus. Zwar haben sich die Auftragseingänge der Branche zuletzt etwas verbessert. Vor allem die Nachfrage innerhalb Deutschlands bleibt jedoch schwach. SMB selbst führt seine Liquiditätsprobleme insbesondere auf drei Großprojekte zurück, die infolge veränderter Marktbedingungen und Lieferengpässen unrentabel geworden seien.
Das Amtsgericht Pinneberg ordnete mit Beschluss vom 1. Juli 2026 ein Insolvenzeröffnungsverfahren in vorläufiger Eigenverwaltung an. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 71 IN 173/26 geführt. Damit handelt es sich nicht um eine klassische vorläufige Insolvenzverwaltung.
Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Unternehmensleitung grundsätzlich handlungsfähig und führt den Betrieb unter insolvenzrechtlicher Aufsicht weiter. Geschäftsführer Andreas Heckel blieb deshalb im Amt. SMB holte zudem die Rechtsanwälte Katharina Hansen und Matthias Wolgast von der Hamburger Kanzlei Münzel und Böhm als Generalhandlungsbevollmächtigte hinzu.
Das Insolvenzgericht bestellte Rechtsanwältin Jennie Best von Reimer Rechtsanwälte zur vorläufigen Sachwalterin. Ihre Aufgabe ist unter anderem, die Interessen der Gläubiger zu überwachen und den ordnungsgemäßen Ablauf des Verfahrens zu kontrollieren. Sie ist damit ausdrücklich nicht vorläufige Insolvenzverwalterin. Öffentlich belegte eigene Aussagen von Best zur wirtschaftlichen Zukunft des Unternehmens lagen zunächst nicht vor.
Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe Anfang Juli beschäftigte SMB nach Unternehmensangaben rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Löhne und Gehälter seien bis einschließlich September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert worden.
Als unmittelbaren Hintergrund des Insolvenzantrags nannte das Unternehmen drei Großprojekte. Diese seien durch veränderte Marktbedingungen und Lieferengpässe wirtschaftlich unrentabel geworden. Dadurch sei SMB in Liquiditätsschwierigkeiten geraten.
Nähere Angaben zum finanziellen Umfang der Projekte oder zur Höhe des Liquiditätsbedarfs wurden nicht veröffentlicht. Ebenso lagen zunächst keine belastbaren Angaben dazu vor, wie hoch die Verbindlichkeiten des Unternehmens sind. Weitergehende Aussagen zur wirtschaftlichen Lage lassen sich deshalb nicht beziffern.
Die Geschäftsführung verwies zugleich auf einen weiterhin umfangreichen Auftragsbestand. Nach Angaben von Geschäftsführer Heckel erstrecken sich zahlreiche Projekte von der Planung bis zur Fertigstellung über mindestens zwei Jahre. Gleichzeitig beobachte das Unternehmen, dass Industriekunden ursprünglich vorgesehene Investitionen verschieben.
Nach Unternehmensangaben hätten wesentliche Auftraggeber signalisiert, laufende Projekte fortsetzen zu wollen. Auch von finanzierenden Banken seien zum Beginn des Verfahrens positive Signale für eine Fortführung gekommen. Diese Einschätzungen stammen aus der Unternehmenskommunikation und sagen noch nichts über den Ausgang des Sanierungsverfahrens aus.
Parallel zur vorläufigen Eigenverwaltung wurde im Juli ein Investorenprozess eingeleitet. Ziel ist eine nachhaltige Finanzierung und Fortführung von SMB International. Einzelheiten zu möglichen Interessenten oder Verhandlungen wurden zunächst nicht veröffentlicht.
SMB entwickelt und errichtet unter anderem automatisierte Lagersysteme, Abfüllanlagen, Palettiersysteme und Fördersysteme. Hinzu kommen Lösungen für die Schiffsbeladung. Die Anlagen werden für Kunden unterschiedlicher Branchen gefertigt und international eingesetzt. Zu den Absatzregionen zählen nach Unternehmensangaben unter anderem Europa, Afrika und Asien.
Das Unternehmen geht auf die 1973 gegründete SMB GmbH zurück. Noch im März 2026 hatte SMB einen Ausbau seines Standorts in Quickborn angekündigt und den Spatenstich für eine neue Lagerhalle gefeiert. Geplant war eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern. Wenige Monate später folgte der Insolvenzantrag.
Der einzelne Insolvenzfall lässt sich nicht unmittelbar auf die gesamte Branche übertragen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im deutschen Maschinen und Anlagenbau bleiben allerdings anspruchsvoll.
Nach Angaben des Branchenverbands VDMA lagen die preisbereinigten Auftragseingänge im Juli 2026 um 2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen Inlands- und Auslandsgeschäft. Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen um 4 Prozent, während die Aufträge aus Deutschland um 3 Prozent zurückgingen.
Im Zeitraum von Mai bis Juli lagen die Auftragseingänge insgesamt 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die ersten sieben Monate 2026 errechnete der VDMA ein reales Auftragsplus von 5 Prozent. Besonders Bestellungen aus Ländern außerhalb des Euroraums stützten die Entwicklung.
Die Produktion hat sich bislang schwächer entwickelt. Der VDMA hatte seine Prognose im Juni zurückgenommen und erwartet für die reale Maschinenproduktion in Deutschland 2026 inzwischen ein Ergebnis ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Von Januar bis April war die Produktion real um 2,6 Prozent gesunken.
Damit zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Internationale Aufträge geben Teilen der exportorientierten Industrie neue Impulse, während die Nachfrage im deutschen Heimatmarkt weiterhin schwach ist. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte, Lieferkettenrisiken und ein intensiver internationaler Wettbewerb.
Für einen Spezialmaschinenbauer wie SMB können solche Rahmenbedingungen besonders relevant sein. Einzelne Großprojekte binden über lange Zeit erhebliche Kapazitäten und finanzielle Mittel. Werden solche Aufträge während ihrer Laufzeit deutlich teurer oder verändern sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen, können die Auswirkungen entsprechend groß sein.
Bei SMB International soll nun die vorläufige Eigenverwaltung den Rahmen schaffen, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine dauerhafte Lösung zu entwickeln. Ob dies mit einem neuen Investor, einer anderen Finanzierung oder weiteren Sanierungsmaßnahmen gelingt, war zunächst nicht öffentlich geklärt.
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