Spielzeughersteller Franz Schneider schließt Werk nach Insolvenz

Bekannt wurde der Spielzeughersteller Franz Schneider vor allem durch die Marke Rolly Toys.
4028mdk09, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Teilen:

Die Trettraktoren von Rolly Toys gehören seit Jahrzehnten zum vertrauten Bild auf Bauernhöfen, in Kindergärten und in privaten Gärten. Hinter den bekannten Kinderfahrzeugen steht der Spielzeughersteller Franz Schneider aus Neustadt bei Coburg. Nun endet dort eine lange Firmengeschichte: Nach der Insolvenz und einem gescheiterten Sanierungsversuch soll das Werk zum 31. Dezember 2026 endgültig geschlossen werden. Mehr als 110 Beschäftigte verlieren damit ihren Arbeitsplatz.

Spielzeughersteller Franz Schneider stellt Betrieb Ende 2026 ein

Der Spielzeughersteller hatte nach der Insolvenz in Eigenverwaltung mehrere Monate lang nach einer Lösung für den Standort gesucht. Gemeinsam mit Sanierungsexperten wurden Gespräche mit möglichen Investoren geführt. Das Ziel war, die Produktion in Neustadt bei Coburg zu erhalten und zumindest einen Teil der Arbeitsplätze zu sichern.

Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Nach Angaben der Geschäftsführung lässt sich die Fertigung am bisherigen Stammsitz wirtschaftlich nicht weiterführen. Der Betrieb soll deshalb zum Jahresende eingestellt werden. Damit verschwindet ein traditionsreicher Produktionsstandort aus Oberfranken.

Besonders hart trifft die Entscheidung die mehr als 110 Mitarbeiter. Viele von ihnen sind bereits seit Jahren oder Jahrzehnten im Unternehmen beschäftigt. Ein großer Teil der Belegschaft ist zwischen 50 und 62 Jahre alt. Für diese Beschäftigten dürfte die Suche nach einer neuen Stelle besonders schwierig werden. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an einer zusätzlichen Prämie für Mitarbeiter, die bis zur endgültigen Schließung im Betrieb bleiben.

Dafür ist Rolly Toys seit Jahrzehnten bekannt

Bekannt wurde der Spielzeughersteller Franz Schneider vor allem durch die Marke Rolly Toys. Zu den beliebtesten Produkten gehören Trettraktoren für Kinder, die häufig echten Landmaschinen nachempfunden sind. Viele Modelle tragen die Namen und Farben bekannter Traktorenhersteller.

Neben den klassischen Trettraktoren umfasst das Sortiment unter anderem Anhänger, Frontlader, Kinderbagger, Gokarts, Schubkarren, Schlitten und weitere Spielfahrzeuge. Besonders in ländlichen Regionen gehören die robusten Kunststofffahrzeuge für viele Kinder zum Aufwachsen dazu.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1938 zurück. Mitte der 1960er-Jahre begann das Unternehmen mit der Produktion von Trettraktoren. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Rolly Toys zu einer bekannten deutschen Spielzeugmarke.

Mehrere Belastungen führten in die Insolvenz

Für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens gab es nach Angaben der Geschäftsführung nicht nur einen einzelnen Auslöser. Eine wichtige Rolle spielte der Verlust des zweitgrößten Kunden im Jahr 2025. Dadurch brach ein erheblicher Teil des Umsatzes weg.

Gleichzeitig stiegen die Kosten für Energie, Material und Einkauf. Vor allem die höheren Energiepreise nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine belasteten die Produktion. Hinzu kam eine zunehmende Konkurrenz durch günstigere Anbieter aus China.

Auch das Exportgeschäft wurde schwieriger. US-Zölle und weitere Handelshemmnisse verteuerten die Produkte auf wichtigen Auslandsmärkten. Gleichzeitig galten die vergleichsweise hohen Produktionskosten in Deutschland als Hindernis für mögliche Investoren. Trotz intensiver Gespräche gelang es nicht, einen Investor für die Fortführung der Produktion in Neustadt zu finden.

Marke Rolly Toys könnte erhalten bleiben

Das Ende des Werks bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das Ende von Rolly Toys. Nach Unternehmensangaben gibt es zwei Interessenten, die die Marke übernehmen und die Produktion an einem anderen Standort fortsetzen könnten.

Damit könnten die bekannten Trettraktoren, Gokarts und Kinderfahrzeuge auch künftig verkauft werden. Wo die Produkte hergestellt würden und welcher Interessent den Zuschlag erhalten könnte, ist bislang offen.

Für den Spielzeughersteller endet die Produktion am Stammsitz dennoch endgültig. Sollte die Marke übernommen werden, würde sie künftig ohne das traditionsreiche Werk in Neustadt bei Coburg weiterbestehen.

Ende einer Spielzeugära in Oberfranken

Mit der Schließung endet eine jahrzehntelange Industrie- und Spielzeuggeschichte. Generationen von Kindern sind mit den Fahrzeugen von Rolly Toys aufgewachsen. Für die Region bedeutet das Aus zugleich den Verlust eines bekannten Unternehmens und zahlreicher Arbeitsplätze.

Ob die Marke unter einem neuen Eigentümer fortgeführt wird, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden. Sicher ist bereits jetzt: Der Spielzeughersteller Franz Schneider wird am bisherigen Standort keine Trettraktoren mehr produzieren. Das Werk verschwindet, während für Rolly Toys zumindest noch die Aussicht auf einen Neuanfang bleibt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu