
Die Strategy Aktie, früher MicroStrategy, bleibt stark vom Bitcoin-Kurs und von der Bewertung des eigenen Kryptobestands abhängig. Nach der Ankündigung einer neuen Kapital- und Liquiditätsstrategie am 29. Juni legte die Aktie zunächst deutlich zu. MarketWatch berichtete von einem Tagesplus von 12,6 Prozent. Am 30. Juni schloss MSTR jedoch bei 86,93 Dollar und verlor 5,75 Dollar beziehungsweise 6,20 Prozent. Die Marktkapitalisierung lag nach aktuellen Kursdaten bei rund 29,0 Milliarden Dollar.
Strategy meldete im SEC-8-K zum 29. Juni einen Bestand von 847.363 Bitcoin zum Stand 28. Juni. In der Woche vom 22. bis 28. Juni wurden demnach keine neuen Bitcoin gekauft. Der aggregierte Kaufpreis der Bestände wird mit 64,10 Milliarden Dollar angegeben, der durchschnittliche Kaufpreis mit 75.651 Dollar je Bitcoin, jeweils inklusive Gebühren und Kosten. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von rund 59.250 Dollar hätte der Bestand rechnerisch einen Marktwert von etwa 50,2 Milliarden Dollar.
Der Verwaltungsrat hat ein neues Digital Credit Capital Framework beschlossen. Es umfasst eine USD-Reserve, eine überarbeitete STRC-Dividendenpolitik, ein Rückkaufprogramm für bevorzugte Digital-Credit-Wertpapiere, ein Rückkaufprogramm für MSTR-Stammaktien und ein BTC-Monetization-Programm. Die USD-Reserve lag zum 28. Juni bei rund 2,55 Milliarden Dollar. Sie soll nach Unternehmensangaben nur für Vorzugsdividenden und Zinszahlungen genutzt werden, sofern der Verwaltungsrat keine andere Verwendung genehmigt.
Das neue Bitcoin-Monetization-Programm erlaubt Strategy, Bitcoin zu verkaufen, um bis zu 1,25 Milliarden Dollar für die USD-Reserve zu generieren. Außerdem können mögliche Verkäufe genutzt werden, um Vorzugsdividenden, Zinsen oder Rückkäufe von Digital-Credit-Wertpapieren und MSTR-Aktien zu finanzieren. Die Formulierung ist entscheidend: Das Programm verpflichtet Strategy nicht zum Verkauf von Bitcoin. Es kann geändert, ausgesetzt oder beendet werden. Verkäufe außerhalb der festgelegten Zwecke oder über die genehmigten Grenzen hinaus bräuchten eine weitere Genehmigung des Verwaltungsrats.
Strategy hat zwei Rückkaufprogramme angekündigt. Bis zu 1,0 Milliarden Dollar können für Digital-Credit-Wertpapiere eingesetzt werden, darunter STRC, STRF, STRD und STRK. Zusätzlich wurde ein Rückkaufprogramm von bis zu 1,0 Milliarden Dollar für die Class-A-Stammaktie MSTR beschlossen. Beide Programme haben keine feste Laufzeit und verpflichten Strategy nicht, tatsächlich Wertpapiere zu erwerben. Rückkäufe sollen nicht aus der USD-Reserve finanziert werden. Falls Bitcoin-Verkäufe zur Finanzierung genutzt werden, sollen diese unter das neue Monetization-Programm fallen.
Reuters berichtete, dass Strategys mNAV zuletzt bei 0,99 lag. Damit lag die Enterprise Value gemessen an der unternehmenseigenen Kennzahl unter dem Wert der Bitcoin-Reserve. Die Kennzahl gilt für Anleger als zentral, weil Strategy lange davon lebte, Kapital über Aktien und andere Wertpapiere aufzunehmen und in Bitcoin zu investieren. Strategy definiert mNAV als Verhältnis aus Enterprise Value zur Bitcoin-Reserve. Dabei werden neben dem Marktwert der Stammaktien auch Schulden, bevorzugte Wertpapiere und Barmittel berücksichtigt. mNAV ist deshalb nicht mit einem klassischen Nettoinventarwert gleichzusetzen.
Der Fall Strategy ist über die USA hinaus relevant, weil das Unternehmen als größter börsennotierter Bitcoin-Treasury-Akteur gilt und andere Firmen mit ähnlichen Modellen beeinflusst hat. Die neue Strategie markiert keinen Abschied von Bitcoin, aber eine Verschiebung: Aus dem reinen Aufbau der Bestände wird stärkeres Liquiditäts- und Kapitalmanagement. Das Unternehmen bleibt abhängig von Bitcoin-Preis, Kapitalmarktzugang, Kosten der Vorzugsfinanzierung und der Frage, ob Anleger weiterhin bereit sind, MSTR mit einem Aufschlag oder mindestens nahe am Wert der Bitcoin-Reserve zu bewerten. Eine Anlageempfehlung ergibt sich daraus nicht.
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