
Am Sonntag, 25. Oktober 2026, erwartet Norddeutschland erneut stürmisches Wetter. Besonders heftig dürfte der Wind auf Helgoland und an der nordfriesischen Küste ausfallen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat dort eine Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen herausgegeben. Auch Hamburg, Bremen und Kiel müssen mit Sturmböen rechnen. Der Fährverkehr nach Helgoland ist bereits erheblich eingeschränkt. Mehrere Reedereien haben ihre Verbindungen für Sonntag vollständig abgesagt.
Hinter der Entwicklung steht ein kräftiges Tiefdruckgebiet, das sich nordwestlich von Schottland gebildet hat und bis Sonntag in die Nordsee zieht. Es folgt auf das Sturmtief Luise, das sich in Richtung Nordosten abschwächt. Nach Angaben des DWD bringt das neue Tief erneut feuchte Luft, kräftigen Wind und Niederschläge nach Norddeutschland. Besonders an der Nordsee besteht die Gefahr schwerer Sturmböen und einzelner Orkanböen.
Für Helgoland und den Küstenbereich des Kreises Nordfriesland gilt am Sonntag von 0 Uhr bis 6 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen. In der Nacht wird um 3 Uhr MESZ auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt. Der Warnzeitraum beginnt damit um 0 Uhr MESZ und endet um 6 Uhr MEZ.
Laut DWD werden in den betroffenen Gebieten orkanartige Böen zwischen 90 und 110 Kilometern pro Stunde erwartet. In exponierten Lagen sowie bei Schauern sind einzelne Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde möglich. Diese besonders starken Böen sind eine zusätzliche Möglichkeit innerhalb der Prognose und nicht als durchgehend erwartete Windgeschwindigkeit zu verstehen.
Nach dem Ende dieser Unwetterwarnung bleibt es auf Helgoland und an der nordfriesischen Küste stürmisch. Für den Zeitraum von 6 bis 13 Uhr MEZ gilt eine markante Wetterwarnung vor Sturmböen. Von 13 bis 21 Uhr MEZ besteht eine weitere markante Wetterwarnung vor schweren Sturmböen. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um eine durchgehende Unwetterwarnung für den gesamten Sonntag. Stand der veröffentlichten Kreiswarnungen ist Samstag, 24. Oktober.
Auch der Küstenbereich rund um Husum gehört zum betroffenen Landkreis Nordfriesland. Für das nordfriesische Binnenland gelten allerdings gesonderte Warnungen vor Sturmböen. Die höchsten für Helgoland und die Küste erwarteten Windgeschwindigkeiten lassen sich deshalb nicht pauschal auf sämtliche Orte des Landkreises übertragen.
Der Sturm auf Helgoland und in Hamburg erreicht nach den Vorhersagen unterschiedliche Intensitäten. Während auf der Nordseeinsel orkanartige Böen möglich sind, hat der DWD für Hamburg eine markante Wetterwarnung vor Sturmböen ausgegeben.
Diese gilt zunächst von Sonntag, 0 Uhr MESZ, bis 6 Uhr MEZ. Ein zweiter Warnzeitraum beginnt um 10 Uhr MEZ und endet um 18 Uhr MEZ. Erwartet werden Böen zwischen 55 und 70 Kilometern pro Stunde. In exponierten Bereichen und bei Schauern können rund 85 Kilometer pro Stunde erreicht werden.
Für Bremen gelten ebenfalls markante Wetterwarnungen vor Sturmböen in denselben Zeiträumen. Auch dort nennt der amtliche Warntext Windgeschwindigkeiten zwischen 55 und 70 Kilometern pro Stunde sowie mögliche Spitzen um 85 Kilometer pro Stunde. Damit sind beide Hansestädte von der stürmischen Wetterlage betroffen, allerdings mit einer niedrigeren amtlichen Warnstufe als Helgoland.
Auch an der Ostsee wird der Sonntag windig. Für Kiel gilt eine markante Wetterwarnung vor Sturmböen von 0 Uhr MESZ bis 9 Uhr MEZ. Eine weitere Warnung besteht von 9 bis 21 Uhr MEZ. In der ersten Sonntagshälfte werden Böen zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde erwartet. Exponiert und bei Schauern können schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde auftreten.
Der DWD rechnet zudem an der Nordsee und auf Fehmarn mit schweren Sturmböen um 95 Kilometer pro Stunde. Auf den Nordseeinseln kann der Wind zeitweise noch stärker ausfallen. Die Windrichtung dreht im Tagesverlauf zunehmend von Südwest auf West.
Die Stationsvorhersagen des Wetterdienstes zeigen für Sonntag vergleichsweise milde Temperaturen. Für Helgoland und Hamburg sind Höchstwerte um 14 Grad vorgesehen. Bremen erreicht ebenfalls etwa 14 Grad, Kiel rund 13 Grad. Dazu erwartet der DWD Regen beziehungsweise leichten Regen. Die Vorhersage für Helgoland nennt orkanartige Böen, während für Hamburg, Bremen und Kiel Sturmböen ausgewiesen werden.
Die stürmische Wetterlage hat bereits konkrete Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. FRS Helgoline hat sämtliche Fahrten des Halunder Jet für Sonntag, 25. Oktober, abgesagt. Betroffen sind die Verbindungen zwischen Hamburg, Brunsbüttel, Cuxhaven und Helgoland. Auch am Samstag und Montag soll der Katamaran nicht verkehren.
Die Reederei Cassen Eils hat ebenfalls umfangreiche Fahrtabsagen veröffentlicht. Der Katamaran Nordlicht fällt am Sonntag aus. Dasselbe gilt für die MS Helgoland, deren Hin- und Rückfahrten zwischen Cuxhaven und der Nordseeinsel gestrichen wurden. Als nächster möglicher Fahrtag ist nach bisherigem Stand Dienstag, 27. Oktober, vorgesehen.
Auch die Verbindung der MS Funny Girl zwischen Büsum und Helgoland entfällt am Sonntag. Damit sind mehrere reguläre Schiffsverbindungen zur Insel von den Absagen betroffen.
In Cuxhaven kommt eine weitere Einschränkung hinzu. Cassen Eils weist für Sonntag auf sehr hohe Wasserstände hin. Teile der Parkflächen am Fährhafen könnten überspült werden. Eine bereits eingetretene Überflutung ist damit nicht bestätigt. Außerdem fallen die für Sonntag vorgesehenen Fahrten der MS Flipper zwischen Cuxhaven und Neuwerk wetterbedingt aus.
Neben dem Wind erwartet der DWD am Sonntag zeitweise kräftige Niederschläge. Insbesondere an der Westküste Schleswig-Holsteins sind nach dem regionalen Warnlagebericht Mengen zwischen 30 und 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden wahrscheinlich. Diese Angabe beschreibt eine regionale Niederschlagsprognose und keine für jede Stadt gleichermaßen erwartete Regenmenge.
Zusätzlich können einzelne starke Gewitter auftreten. Der Wetterdienst sieht entsprechende Entwicklungen besonders im Bereich der Nordsee als möglich an. Dort können Gewitter von orkanartigen Böen oder einzelnen Orkanböen begleitet werden. Für Norddeutschland insgesamt nennt der bundesweite Warnlagebericht außerdem örtliche Gewitter mit Sturmböen.
Zum Sonntagabend bleibt es nach der DWD-Prognose besonders an den Küsten und auf den Inseln zunächst windig. In der Nacht zum Montag soll die Gefahr der stärksten Böen zurückgehen. Im Binnenland wird eine allmähliche Abschwächung des Windes erwartet.
An der Nordsee ist damit allerdings keine vollständige Wetterberuhigung verbunden. Die DWD-Wochenvorhersage vom Samstag, 24. Oktober, 11 Uhr, hält auch für Montag einzelne Sturmböen an der See für möglich. Für Dienstag und Mittwoch werden im Küstenbereich erneut stürmische Böen erwartet, an der Nordsee sind weitere Sturmböen möglich.
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