
An der deutschen Nordseeküste und im Elbegebiet wird in der Nacht zu Montag, 26. Oktober 2026, eine Sturmflut erwartet. Besonders betroffen sind die ostfriesische Küste rund um Emden sowie Hamburg. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) rechnet mit deutlich erhöhten Wasserständen. Während das Hochwasser in der Nacht seinen Höhepunkt erreichen soll, lässt der Sturm am Montag allmählich nach. Im Fährverkehr stehen bereits mehrere Ausfälle fest.
Für die Sturmflut in Emden und Hamburg hat das BSH am Sonntag mehrere amtliche Warnungen veröffentlicht. An der ostfriesischen Küste wird das nächtliche Hochwasser voraussichtlich 1,5 bis 2 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Diese Vorhersage gilt für den gesamten Küstenabschnitt einschließlich Emden.
Für das Hamburger Elbegebiet erwartet die Behörde am Montagmorgen einen Anstieg auf rund zwei Meter über dem mittleren Hochwasser. Am Pegel St. Pauli wird der Höchststand gegen 4 Uhr MEZ prognostiziert. Bei diesem Wasserstand können tiefer gelegene Flächen am Hamburger Fischmarkt von der Elbe überspült werden.
Noch höhere Abweichungen werden an der nordfriesischen Küste erwartet. Dort prognostiziert das BSH Wasserstände zwischen zwei und zweieinhalb Metern über dem mittleren Hochwasser. Auch für das übrige Elbegebiet und das Wesergebiet liegen Sturmflutwarnungen vor.
Die für Ostfriesland am Sonntag um 12.20 Uhr verbreitete Warnung gilt voraussichtlich bis Montag um 1.30 Uhr. Für das Hamburger Elbegebiet wurde um 15.13 Uhr eine Warnung veröffentlicht, die bis Montag um 5.30 Uhr gelten soll. Die nordfriesische Sturmflutwarnung gilt voraussichtlich bis 4.50 Uhr.
Die genannten Werte beschreiben die Abweichung vom mittleren Hochwasser und nicht die absolute Höhe über Normalhöhennull. Von einer Sturmflut wird an der Nordseeküste ab etwa 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser gesprochen. Als schwere Sturmflut gelten Wasserstände zwischen 2,5 und 3,5 Metern darüber.
Neben den Wasserständen bleibt der Wind ein wichtiger Faktor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für zahlreiche Küstengebiete amtliche Warnungen veröffentlicht.
Für die Küstenabschnitte der Landkreise Nordfriesland, Dithmarschen, Aurich, Friesland, Wittmund und Cuxhaven sowie für die Inseln Helgoland und Borkum gilt von Sonntag, 21 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, eine markante Wetterwarnung vor Sturmböen.
In Emden gilt von Sonntag, 18 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, eine Wetterwarnung vor Windböen. Für Hamburg besteht eine entsprechende Wetterwarnung von Sonntag, 18 Uhr, bis Mitternacht. Dort erwartet der DWD Böen um 55 Kilometer pro Stunde, in Schauernähe und exponierten Lagen auch um 65 Kilometer pro Stunde.
An der nordfriesischen Küste und auf Helgoland gilt am Sonntag zwischen 13 und 21 Uhr zudem eine Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen. Diese stärkere Warnstufe endet nach dem am Sonntagabend veröffentlichten Stand vor Beginn des Montags.
Die genannten DWD-Warnungen betreffen den Wind. Die Sturmflutwarnungen werden unabhängig davon durch das BSH herausgegeben und besitzen keine DWD-Warnstufe.
Verantwortlich für die stürmische Wetterlage ist das Tiefdruckgebiet Manja. Es zieht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis Montag in Richtung Skandinavien und schwächt sich dabei ab. Dahinter gelangt weiterhin feuchte und zu Schauern neigende Meeresluft nach Norddeutschland.
An der Nordsee erwartet der DWD am Montag zeitweise noch stürmische Böen um 65 Kilometer pro Stunde aus westlichen, später südwestlichen Richtungen. Im Binnenland sind zunächst Windböen um 55 Kilometer pro Stunde möglich. Dort soll der Wind am Nachmittag nachlassen.
Für Emden prognostiziert der Wetterdienst am Montagmorgen etwa 8 Grad und leichten Regen. Im Tagesverlauf werden bis zu 13 Grad erwartet. Auch Hamburg startet bei ungefähr 7 Grad mit leichtem Regen in den Montag. Später soll die Temperatur auf rund 13 Grad steigen, bei überwiegend bewölktem Himmel.
Der Wetterverlauf unterscheidet sich damit vom Sonntag, an dem an der Nordsee stellenweise noch orkanartige Böen möglich sind. Trotz der nachlassenden Windgeschwindigkeiten bleiben die Warnungen vor erhöhten Wasserständen für die Nacht und die frühen Morgenstunden maßgeblich.
Die Auswirkungen der Wetterlage sind bereits im Schiffsverkehr zu erkennen. Nach Angaben der Gemeinde Helgoland entfallen am Montag die Verbindungen der MS Nordlicht und der MS Helgoland zwischen der Insel und dem Festland. Auch der Halunder Jet fährt nicht. Betroffen ist damit ebenfalls die Schnellfährenverbindung über Hamburg, Brunsbüttel und Cuxhaven.
Die Wyker Dampfschiffs-Reederei hat für Montag sämtliche Abfahrten von und zu den Halligen gestrichen. Hintergrund sind die erwarteten hohen Wasserstände und das damit verbundene Landunter.
Auch zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum gelten erhebliche Fahrplanänderungen. Die für 5 Uhr vorgesehene Verbindung von Dagebüll nach Föhr fällt aus. Ab Amrum entfallen unter anderem die Abfahrten um 9.30 Uhr nach Föhr und um 12.05 Uhr nach Dagebüll. Andere Verbindungen werden vorgezogen, verschoben oder durch zusätzliche Fahrten ergänzt.
Die Reederei weist außerdem auf mögliche Verzögerungen bei der Fahrzeugbeförderung hin. Weitere kurzfristige Änderungen aufgrund der tatsächlichen Wetterverhältnisse sind möglich.
Für die niedersächsische Nordseeküste hat auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz eine Warnung vor einer leichten Sturmflut verbreitet. Demnach besteht in der Nacht zu Montag Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen.
Die Behörde empfiehlt ausdrücklich, außendeichs gelegene Bereiche zu meiden und Fahrzeuge aus überflutungsgefährdeten Flächen zu entfernen. Das BSH rät ebenfalls dazu, betroffene Gebiete zu meiden und sich über die weitere Entwicklung zu informieren.
Damit stehen insbesondere tiefer gelegene Küstenbereiche und die Uferzonen der Elbe im Mittelpunkt der Warnungen. Angaben über konkrete Schäden oder längerfristige Verkehrssperrungen infolge des für Montag erwarteten Hochwassers lagen am Sonntagabend zunächst nicht vor.
Nach dem stürmischen Wochenbeginn ist noch keine vollständige Beruhigung an der Küste zu erwarten. In seiner am Sonntag um 11 Uhr veröffentlichten Wochenvorhersage rechnet der DWD für Dienstag, 27. Oktober, im Umfeld der Deutschen Bucht erneut mit stürmischen Böen der Stärke 8 aus südlicher Richtung.
Auch am Mittwoch, 28. Oktober, können an der Nordsee weiterhin stürmische Böen auftreten. Für die übrigen Landesteile erwartet der Wetterdienst dann überwiegend keine markanten Wettererscheinungen. Ab Donnerstag werden nach der bisherigen Prognose auch an den Küsten keine signifikanten Wettergefahren mehr erwartet.
Für Emden und Hamburg konzentriert sich die aktuelle Sturmflutlage damit zunächst auf die Nacht zu Montag und die frühen Morgenstunden. Die Entwicklung des Windes und der Wasserstände bleibt dabei für beide Städte von Bedeutung.
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