
Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und will in Deutschland bis 2030 weitere 12.000 Stellen abbauen. Das Unternehmen bestätigte die zusätzlichen Pläne am Freitag (23. Oktober 2026) nach Gesprächen mit der Gewerkschaft IG Metall. Zusammen mit den bereits vereinbarten Einschnitten sollen bei der Volkswagen AG damit mehr als 47.000 Stellen wegfallen. Besonders umstritten ist ein neues Modell zur Unterstützung ausscheidender Beschäftigter.
Bereits im Dezember 2024 hatten sich Volkswagen und die Arbeitnehmervertretung darauf verständigt, bis 2030 mehr als 35.000 Stellen an deutschen Standorten sozialverträglich abzubauen. Nun kommen nach Angaben des Unternehmens weitere 12.000 Stellen hinzu.
Der zusätzliche Stellenabbau bei Volkswagen betrifft die Volkswagen AG. Zu ihr gehören die Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Komponentenbereiche sowie zentrale Konzernfunktionen. Die Zahl von mehr als 47.000 Stellen ist deshalb nicht mit dem gesamten Personalabbau im Volkswagen-Konzern gleichzusetzen.
Der Personalabbau bei Volkswagen ist Teil eines umfassenden Sparprogramms. Der Autobauer verweist auf die verschlechterte wirtschaftliche Lage, zunehmenden internationalen Wettbewerb und den Druck, seine Kosten zu senken. Im Rahmen seines Zukunftsplans 2030 will der Konzern unter anderem die Kosten entlang der Wertschöpfungskette um rund 20 Milliarden Euro reduzieren. Zusätzlich sollen die Gemeinkosten um etwa elf Milliarden Euro sinken.
Für den zusätzlichen Stellenabbau setzt Volkswagen weiterhin auf sozialverträgliche Maßnahmen. Neben freiwilligen Austritten will das Unternehmen auch staatlich beziehungsweise durch die Arbeitslosenversicherung geförderte Transfergesellschaften ermöglichen.
Beschäftigte könnten dabei freiwillig ihr bisheriges Arbeitsverhältnis beenden und vorübergehend in eine Transfergesellschaft wechseln. Dort sollen sie durch Qualifizierungen und Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche neue berufliche Perspektiven erhalten.
Die IG Metall lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. Sie kritisiert insbesondere, dass öffentliche Mittel beziehungsweise Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für den Personalabbau eingesetzt werden könnten. Aus Sicht der Gewerkschaft würde Volkswagen damit bisherige tarifliche Zusagen unterlaufen.
Trotz der zusätzlichen Einsparpläne hält Volkswagen an der vereinbarten Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 fest. Betriebsbedingte Kündigungen bleiben damit nach dem geltenden Zukunftstarifvertrag ausgeschlossen.
Allerdings hat das Unternehmen Ende September zehn andere Tarifverträge zum Jahresende 2026 gekündigt. Betroffen sind unter anderem Regelungen zu Entgelt, Arbeitszeiten und weiteren Leistungen. Bis neue Vereinbarungen geschlossen werden, gelten die bisherigen tariflichen Regelungen grundsätzlich im Rahmen ihrer gesetzlichen Nachwirkung weiter.
Die IG Metall fordert die Rücknahme der Kündigungen bis Ende Oktober. Andernfalls bereitet sie einen möglichen Arbeitskampf ab Januar 2027 vor.
Die Tarifverhandlungen bei Volkswagen sollen am 24. November 2026 in Emden beginnen. Ein weiterer Verhandlungstermin ist für den 15. Dezember in Zwickau vorgesehen.
Neben den gekündigten Tarifverträgen stehen die zusätzlichen Möglichkeiten zum Personalabbau im Mittelpunkt. Die konkrete Ausgestaltung der Transfergesellschaften und anderer Maßnahmen ist bislang nicht vereinbart.
Parallel arbeitet der Konzern an einer Neuausrichtung seiner europäischen Produktionsstandorte. Bis Mitte 2027 soll ein Konzept für eine langfristig wettbewerbsfähige Produktionsstruktur vorliegen. Damit bleiben neben den Arbeitsbedingungen auch die künftige Auslastung der Werke und die Beschäftigungsperspektiven zentrale Themen des Konzernumbaus.
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