SUSS baut Fertigung um

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Halbleiterausrüster SUSS MicroTec senkt seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 und ordnet gleichzeitig seine internationale Produktion neu. Die Fertigung am Unternehmenssitz in Garching bei München soll eingestellt und auf Standorte in Taiwan und Baden-Württemberg verteilt werden. Von der Umstrukturierung sind rund 70 Beschäftigte betroffen. Hintergrund sind neben dem geplanten Umbau auch anhaltende Engpässe bei der Lieferung bestimmter Komponenten.

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SUSS MicroTec senkt Umsatzprognose deutlich

Wie das im MDAX und TecDAX gelistete Unternehmen am Dienstag, 27. Oktober 2026, mitteilte, erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Umsatz zwischen 405 und 425 Millionen Euro. Bisher lag die Prognose bei 425 bis 485 Millionen Euro.

Auch die Erwartungen an die operative Profitabilität wurden reduziert. Die EBIT-Marge, die das operative Ergebnis ins Verhältnis zum Umsatz setzt, soll nun zwischen fünf und sieben Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen acht bis zehn Prozent angepeilt. Die prognostizierte Bruttomarge bleibt dagegen unverändert bei 35 bis 37 Prozent.

Noch Anfang August hatte SUSS seine bisherigen Jahresziele bestätigt. Die aktuelle Anpassung folgt damit weniger als drei Monate nach der Vorlage der Halbjahreszahlen.

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Produktion in Garching wird eingestellt

Parallel zur Prognosesenkung hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Neuorganisation der Fertigung beschlossen. Künftig sollen die Produktionsaktivitäten auf die beiden größten Fertigungsstandorte Zhubei in Taiwan und Sternenfels in Baden-Württemberg konzentriert werden.

Die Herstellung sogenannter Mask Aligner soll schrittweise nach Taiwan verlagert werden. Diese Anlagen werden in der Halbleiterfertigung eingesetzt, um Strukturen auf Halbleitersubstraten präzise auszurichten und zu belichten. Die Modulfertigung soll künftig in Sternenfels stattfinden.

In Garching sollen nach Abschluss der Verlagerung keine Anlagen und Module mehr hergestellt werden. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt dort bestehen.

Mit dem Umbau ist nach Unternehmensangaben eine Anpassung der Personalstruktur verbunden, die etwa 70 Beschäftigte betrifft. SUSS will die Veränderungen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung sozialverträglich gestalten. Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich wegfallen und welche Beschäftigungsmöglichkeiten an anderen Standorten bestehen, wurde zunächst nicht konkretisiert.

Produktionsverlagerung verursacht zusätzliche Kosten

Für die Neuordnung der Produktion kalkuliert SUSS mit einmaligen Aufwendungen von insgesamt rund 6,2 Millionen Euro. Davon sollen nach der aktuellen Unternehmensplanung etwa 4,5 Millionen Euro bereits 2026 wirksam werden.

Zusätzliche Belastungen entstehen durch zeitliche Verschiebungen bei der Abwicklung von Aufträgen. Das Unternehmen verweist auf Schwierigkeiten bei der Beschaffung einzelner Bauteile. Dadurch könnten geplante Auslieferungen und entsprechende Umsätze teilweise erst 2027 realisiert werden.

Nach Darstellung des Vorstands soll die Konzentration auf weniger Fertigungsstandorte langfristig die Abläufe vereinfachen, die Produktionskapazitäten besser skalierbar machen und die Nähe zu wichtigen Kunden in Asien verbessern.

Auftragsbestand erreicht neuen Höchststand

Die niedrigere Prognose steht einer weiterhin hohen Nachfrage gegenüber. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der Auftragseingang auch im dritten Quartal 2026 stark. Der Auftragsbestand erreichte demnach einen neuen Höchststand. Eine konkrete Zahl für Ende September nannte SUSS in der Mitteilung vom Dienstag noch nicht.

Bereits zum 30. Juni hatte der Auftragsbestand bei 473,7 Millionen Euro gelegen. Davon waren rund 220 Millionen Euro für Auslieferungen im Geschäftsjahr 2027 vorgesehen. Im gesamten ersten Halbjahr gingen neue Aufträge im Wert von 410 Millionen Euro ein.

SUSS gehört zu den spezialisierten Ausrüstern der internationalen Halbleiterindustrie. Das Unternehmen entwickelt Anlagen für verschiedene Fertigungsschritte moderner Mikrochips. Dazu zählen auch Technologien für das sogenannte Advanced Packaging, bei dem unterschiedliche Halbleiterbausteine zu leistungsfähigen Einheiten verbunden werden.

Solche Verfahren spielen unter anderem bei Hochleistungsrechnern, speziellen Speicherchips und Anwendungen der künstlichen Intelligenz eine wichtige Rolle.

Deutschland bleibt Entwicklungsstandort

Trotz des geplanten Produktionsendes in Garching will SUSS wesentliche Technologie- und Entwicklungsaktivitäten in Deutschland behalten. Neben der Fertigung in Sternenfels setzt das Unternehmen auf den Ausbau seiner Forschungs- und Entwicklungskapazitäten.

Dazu gehört ein im Juli angekündigtes Entwicklungs- und Applikationszentrum in Karlsruhe. Für dieses Vorhaben sind Investitionen von rund 45 Millionen Euro vorgesehen. Dort sollen langfristig rund 300 bis 350 Menschen arbeiten. Die Planungen stehen teilweise noch unter dem Vorbehalt weiterer Entscheidungen.

Der Konzern verbindet die Verlagerung der Fertigung nach Taiwan und Sternenfels somit mit einer stärkeren Spezialisierung seiner internationalen Standorte. Während die Produktion auf zwei große Werke konzentriert werden soll, bleiben zentrale Forschungs- und Entwicklungskompetenzen in Deutschland.

Weitere Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung sollen am 5. November 2026 folgen. Für diesen Tag ist die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 30. September vorgesehen.

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