Taiwan plant strengere Kontrollen für KI-Server und Spitzenchips

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Grzegorz Walczak

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Taiwan will den Export leistungsfähiger KI-Chips und kompletter KI-Server nach China stärker einschränken. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin kündigte an, entsprechende Produkte in die taiwanischen Exportkontrolllisten aufzunehmen. Damit könnten unerlaubte KI-Chip-Exporte nach China künftig unmittelbar nach dem taiwanischen Außenhandelsgesetz strafrechtlich verfolgt werden. Die Regierung orientiert sich dabei an den bereits bestehenden US-Exportbeschränkungen. Wann die neuen Regeln gelten sollen, ist noch offen.

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Taiwan will Exportkontrollen an US-Vorgaben anpassen

Kung erläuterte die Pläne am 12. Oktober 2026 in einem Interview mit Bloomberg, das am Freitag veröffentlicht wurde. Vorgesehen ist, besonders leistungsfähige Halbleiter und KI-Server ausdrücklich in die Liste kontrollierter Güter aufzunehmen. Der Wirtschaftsminister verwies dabei auf Verpflichtungen, die Taiwan im Rahmen eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten eingegangen sei. Einzelheiten zum geplanten Inkrafttreten nannte er nicht. Auch welche konkreten Chipmodelle und Serversysteme zusätzlich erfasst werden sollen, blieb zunächst offen.

Die rechtliche Grundlage für eine strafrechtliche Verfolgung existiert in Taiwan bereits. Artikel 27 des Außenhandelsgesetzes sieht bei unerlaubten Ausfuhren strategischer Hochtechnologiegüter in bestimmte kontrollierte Regionen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen von bis zu drei Millionen Taiwan-Dollar vor. Entscheidend wäre deshalb die Erweiterung der entsprechenden Güterlisten. Bislang sind nicht genehmigte Exporte der betroffenen KI-Hardware nach China in Taiwan nicht generell als eigenständiger Verstoß gegen diese Strafvorschrift erfasst. Mit der geplanten Änderung könnten die Behörden unmittelbar auf das Außenhandelsgesetz zurückgreifen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Ermittlungen zu 130 KI-Servern zeigen bisherige Rechtslage

Wie relevant die geplante Verschärfung ist, zeigt ein Verfahren aus dem August 2026. Die Staatsanwaltschaft in der taiwanischen Hafenstadt Keelung erhob damals im Zusammenhang mit mutmaßlich unerlaubten Serverlieferungen und weiteren damit verbundenen Vorwürfen Anklage gegen neun Personen. Unter den Beschuldigten befanden sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden auch Beschäftigte der taiwanischen Niederlassungen von Nvidia und Super Micro Computer. Im Mittelpunkt standen insgesamt 130 KI-Server mit leistungsfähigen Nvidia-B300-Chips.

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Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollten die Geräte laut den vorgelegten Unterlagen in Taiwan eingesetzt werden. Tatsächlich seien 74 Server an Abnehmer in China gelangt, teilweise über Indonesien, Japan und Hongkong. Weitere 56 Server wurden vor der Ausfuhr von taiwanischen Behörden gestoppt. Die Ermittler erhoben unter anderem Vorwürfe der Urkundenfälschung und der Verletzung geschäftlicher Treuepflichten. Die Vorwürfe sind Gegenstand des Strafverfahrens und begründen keine Feststellung der Schuld. Der Fall verdeutlicht zugleich, weshalb Taiwan die strafrechtlichen Möglichkeiten bei unerlaubten Ausfuhren kontrollierter KI-Hardware erweitern will.

Neue Regeln könnten die internationale Chipbranche treffen

Taiwan spielt eine zentrale Rolle in der weltweiten Halbleiterproduktion. Das Unternehmen TSMC fertigt hochentwickelte Prozessoren für internationale Technologiekonzerne, darunter Nvidia. Dessen KI-Beschleuniger werden unter anderem in Servern eingesetzt, mit denen große Sprachmodelle trainiert und betrieben werden. Die Vereinigten Staaten beschränken bereits seit 2022 die Ausfuhr bestimmter leistungsfähiger KI-Chips nach China. Dafür sind je nach Produkt und Empfänger entsprechende Genehmigungen erforderlich.

Für Hersteller, Händler und Betreiber internationaler Lieferketten könnten die zusätzlichen taiwanischen Kontrollen strengere Anforderungen an Exportgenehmigungen und die Prüfung tatsächlicher Endabnehmer bedeuten. Besonders relevant ist dabei die Weiterleitung von Hardware über Drittstaaten. Die neuen Regelungen würden nicht automatisch sämtliche Halbleiterexporte nach China verbieten. Maßgeblich wären die künftig erfassten Produkte und die jeweiligen Genehmigungsbedingungen. Konkrete wirtschaftliche Auswirkungen lassen sich aus der bisherigen Ankündigung noch nicht beziffern.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistungsfähigen Prozessoren für Rechenzentren weiter. Der taiwanische Chiphersteller TSMC meldete für das dritte Quartal 2026 einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 69 Prozent gestiegenen Nettogewinn und verwies auf die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Technologie. Die geplanten Exportkontrollen treffen damit auf einen Halbleitermarkt, in dem die internationale Nachfrage stark ist, während die politischen Vorgaben für Lieferungen nach China zunehmend enger werden.

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