
Temu und Shein kosten den deutschen Einzelhandel einer neuen Studie zufolge jährlich 2,5 Milliarden Euro Umsatz. Die im Februar 2026 veröffentlichte Analyse des Handelsverbands Deutschland (HDE) belegt: Die chinesischen Plattformen lieferten 2025 täglich 460.000 Pakete nach Deutschland – mit wachsendem Druck auf Händler, Beschäftigte und Staatskassen.
Laut der von IW Consult im Auftrag des HDE erstellten Studie verliert der deutsche Einzelhandel rund 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz durch Temu und Shein. Besonders betroffen sind Bekleidung, Accessoires und Haushaltswaren – Segmente, in denen die Plattformen mit extrem niedrigen Preisen den Markt belasten. 51 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer hätten die Produkte nach eigenen Angaben anderswo gekauft, wenn die Preise vergleichbar gewesen wären. Der tatsächliche volkswirtschaftliche Schaden soll laut der Analyse sogar doppelt so hoch sein wie der direkte Umsatzverlust – also potenziell mehr als fünf Milliarden Euro jährlich.
Die Folgen gehen weit über den Umsatzverlust hinaus. Laut der Studie sind in Deutschland mehr als 40.000 Arbeitsplätze weggefallen, die direkt oder indirekt auf den Wettbewerbsdruck durch Temu und Shein zurückgeführt werden. Bund, Länder und Kommunen sollen dadurch bis zu 420 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr verlieren – durch entgangene Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialabgaben. Der HDE fordert deshalb politische Maßnahmen, um faire Wettbewerbsbedingungen im Handel herzustellen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant für Ende Mai eine China-Reise, bei der auch Handelsfragen auf der Agenda stehen sollen.
Die Europäische Union hat bereits reagiert: Im November 2025 beschloss sie die Abschaffung der bisherigen Zollfreigrenze von 150 Euro für Importe aus Drittstaaten wie China. Ab 1. Juli 2026 gilt eine Übergangsregel: 3 Euro pauschale Abgabe pro Artikeltyp auf Pakete mit geringem Warenwert. Laut Schätzungen kommen jährlich 4,6 Milliarden Pakete aus China in die EU – 91 Prozent davon sollen über Plattformen wie Temu und Shein abgewickelt werden. Die Zollreform ist Teil einer breiteren EU-Handelspolitik, die faire Bedingungen für europäische Unternehmen herstellen soll. Parallel dazu tritt das Mercosur-Freihandelsabkommen am 1. Mai 2026 in Kraft – auch ein Zeichen für den aktiven Handelskurs der Union.
Quellen: Handelsverband Deutschland (HDE), IW Consult, Europäische Kommission
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu