Vom Ford-Werk auf die Werft: TKMS sucht Arbeitskräfte in Saarlouis

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Marineschiffbauer TKMS sucht zusätzliche Arbeitskräfte für seinen wachsenden Standort in Wismar. Dabei nimmt das Unternehmen offenbar gezielt ehemalige Beschäftigte des Ford-Werks Saarlouis ins Visier. Rund 300 Menschen sollen angesprochen werden. Hintergrund sind der Ausbau der Werft in Mecklenburg-Vorpommern und das Ende der Automobilproduktion am saarländischen Ford-Standort.

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TKMS wirbt gezielt um ehemalige Ford-Beschäftigte

Nach Angaben der Ostsee-Zeitung vom 29. Oktober 2026 richtet sich die Personalwerbung an rund 300 ehemalige Ford-Beschäftigte im Saarland. An der Initiative seien neben TKMS auch Wismars Bürgermeister, der Landrat des Kreises Nordwestmecklenburg und die Arbeitsagentur beteiligt.

Die Aktion verbindet zwei unterschiedliche Entwicklungen der deutschen Industrie. Während zahlreiche Beschäftigte nach dem Produktionsende bei Ford eine neue berufliche Perspektive suchen, benötigt die Marinewerft in Wismar zusätzliches Personal.

Ob aus den Gesprächen konkrete Einstellungen entstehen, ist bislang offen. Die genannten 300 Personen sind nicht mit einer entsprechenden Zahl bereits zugesagter Arbeitsplätze gleichzusetzen.

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TKMS will Werft in Wismar deutlich vergrößern

TKMS baut den Standort Wismar seit mehreren Jahren für die Fertigung von U-Booten und Überwasserschiffen aus. Nach Unternehmensangaben sollen dafür mehr als 200 Millionen Euro investiert werden. Vorgesehen sind unter anderem modernisierte Produktionshallen und eine neue Fertigungslinie für U-Boote.

Bereits Anfang Januar 2026 stellte TKMS rund 140 zusätzliche Beschäftigte ein. Ende September arbeiteten nach Unternehmensangaben rund 500 Menschen am Standort. Bis Ende 2029 könnte die Belegschaft bei entsprechender Auftragslage auf bis zu 1.500 Beschäftigte wachsen.

Gesucht werden unter anderem Fachkräfte für die Produktion, die technischen Dienste sowie die Konstruktion. TKMS bietet nach eigenen Angaben tarifliche Vergütung, Weiterbildungsmöglichkeiten und 30 Urlaubstage. Die Wochenarbeitszeit in Wismar soll bis 2029 schrittweise von 38 auf 35 Stunden sinken.

Milliardenaufträge treiben das Wachstum bei TKMS

Die Expansion wird durch die umfangreiche Auftragslage des Marineschiffbauers gestützt. Zum 30. Juni 2026 lag der Auftragsbestand des Unternehmens bei rund 20,1 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 erzielte TKMS einen Umsatz von 1,89 Milliarden Euro, 19 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Zu den bedeutenden Projekten gehört das deutsch-norwegische U-Boot-Programm der Klasse 212CD. Darüber hinaus erhielt TKMS im Juli einen Auftrag über vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. Anfang Oktober billigte der Haushaltsausschuss des Bundestages die Beschaffung von vier weiteren Schiffen dieses Typs.

Auch international sieht TKMS zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. Kanada wählte das Unternehmen als bevorzugten Anbieter für ein Programm zur Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten aus. Ein endgültiger Auftrag über das gesamte Programm war damit noch nicht verbunden.

Ehemalige Ford-Beschäftigte suchen neue Perspektiven

Für zahlreiche Beschäftigte in Saarlouis bedeutete das Ende der Autoproduktion einen beruflichen Einschnitt. Mitte November 2025 verließ der letzte Ford Focus das Werk. Damit endete nach rund 55 Jahren die Fahrzeugproduktion am Standort. Ford setzt dort in kleinerem Umfang die Fertigung von Komponenten fort.

Seit Dezember 2025 befinden sich nach Angaben der Stadt Saarlouis rund 1.400 ehemalige Ford-Beschäftigte in einer Transfergesellschaft. Etwa 60 Beraterinnen und Berater unterstützen sie bei der beruflichen Neuorientierung.

Der Saarländische Rundfunk berichtete am 27. Oktober, dass viele ehemalige Beschäftigte trotz Abfindungen und Unterstützungsangeboten Schwierigkeiten hätten, eine neue Stelle zu finden. Insgesamt mussten sich nach dem Produktionsende mehr als 4.000 Menschen beruflich neu orientieren.

Die Personalwerbung von TKMS eröffnet damit eine zusätzliche Möglichkeit für Beschäftigte mit industrieller Berufserfahrung. Ein Wechsel nach Wismar würde allerdings nicht nur einen neuen Arbeitgeber, sondern auch einen Wechsel der Branche und für viele einen Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern bedeuten.

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