
Fortuna Düsseldorf kommt in der 3. Liga nicht zur Ruhe. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken am Samstag, 17. Oktober 2026, ist die Diskussion über Trainer Alexander Ende erneut aufgekommen. Erst drei Tage zuvor hatte ein später Auswärtssieg bei Preußen Münster für Erleichterung gesorgt. Doch der nächste Rückschlag zeigt, wie schwer sich der Zweitliga-Absteiger weiterhin damit tut, seine sportlichen Ansprüche regelmäßig in Punkte umzusetzen.
Im Mittelpunkt steht zunehmend die Bilanz des 47-jährigen Trainers, der die Mannschaft seit April betreut. Sportvorstand Samir Arabi hat sich nach der Niederlage zur sportlichen Situation geäußert und weitere Gespräche angekündigt. Eine Trennung von Ende wurde zunächst nicht offiziell bekannt gegeben. Auch ein konkretes Ultimatum ist nicht bestätigt.
Nach zehn Spieltagen hat Fortuna Düsseldorf 14 Punkte gesammelt. Vier Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen stehen in der bisherigen Drittligasaison zu Buche. Das reicht lediglich für das Tabellenmittelfeld. Für einen Verein, der nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga möglichst schnell wieder aufsteigen möchte, ist diese Ausbeute unbefriedigend. Besonders auffällig ist die geringe Torausbeute: In zehn Ligapartien gelangen Düsseldorf nur elf Treffer. Gleichzeitig kassierte die Mannschaft 13 Gegentore.
Dabei verliefen die vergangenen Wochen keineswegs ausschließlich negativ. Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt holte Düsseldorf aus den folgenden acht Begegnungen 14 Punkte. Auch die defensive Stabilität war über weite Strecken erkennbar. Vor der Niederlage gegen Saarbrücken gehörte die Fortuna bei den Gegentoren zu den besten Mannschaften der Liga. Problematisch bleibt allerdings, dass die Mannschaft ihre spielerischen Möglichkeiten häufig nicht konsequent nutzt und gute Phasen zu selten in Siege verwandelt.
Die zurückliegende englische Woche verdeutlicht diese Schwankungen. Auf ein 2:2 gegen den SC Verl folgte am Mittwoch ein 2:1-Auswärtserfolg bei Preußen Münster. Eric Hottmann erzielte den entscheidenden Treffer erst in der Nachspielzeit. Gegen Saarbrücken führte Düsseldorf anschließend früh durch Jordi Paulina, verlor aber trotz zahlreicher Offensivaktionen mit 1:3. Aus drei Spielen holte die Mannschaft damit lediglich vier von neun möglichen Punkten. Nach dem Abpfiff waren in der Düsseldorfer Arena Pfiffe zu hören.
Trainer Alexander Ende zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht. In den vom Verein veröffentlichten Aussagen verwies er auf die zahlreichen Angriffsaktionen seiner Mannschaft und die fehlende Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor. Düsseldorf habe genügend Gelegenheiten gehabt, weitere Treffer zu erzielen. Gegen einen effektiven Gegner seien die eigenen Möglichkeiten jedoch nicht ausreichend genutzt worden.
Besonders die Entscheidungen in aussichtsreichen Offensivsituationen beschäftigten den Trainer. Ende erklärte, dass seine Mannschaft lernen müsse, aus gefährlichen Räumen mehr Ertrag zu erzielen. Mit Blick auf die Niederlage sagte er: „Das ärgert mich extrem.“ Auch mehrere Spieler kritisierten nach dem Abpfiff die eigene Leistung. Mittelfeldspieler Jorrit Hendrix bemängelte sowohl einfache Gegentore als auch mangelnde Präzision im Angriff. Verteidiger Tim Oberdorf verwies darauf, dass einzelne gute Spielphasen nicht ausreichen, um Begegnungen zu gewinnen.
Die Aussagen machen deutlich, dass der Trainer die Probleme seiner Mannschaft vor allem bei der Umsetzung vorhandener Möglichkeiten sieht. Zugleich bleibt die sportliche Gesamtbilanz ein wesentlicher Kritikpunkt. Seit seinem Amtsantritt betreute Ende die Fortuna in 15 Ligaspielen, davon fünf in der 2. Bundesliga und zehn in der 3. Liga. Sechs Siege, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen ergeben einen Durchschnitt von 1,33 Punkten pro Begegnung. In der vergangenen Saison konnte er den Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht verhindern. Nun soll er mit Düsseldorf den Wiederaufstieg schaffen.
Für die Beurteilung der Trainerfrage spielt Sportvorstand Samir Arabi eine zentrale Rolle. Der 47-Jährige übernahm nach dem Abstieg im Mai die sportliche Verantwortung bei Fortuna Düsseldorf. Damals entschied sich die neue Führung ausdrücklich für eine weitere Zusammenarbeit mit Alexander Ende. Bei seiner Vorstellung am 29. Mai erklärte Arabi über den Trainer: „Deswegen ist und bleibt er unser Trainer.“ Grundlage dafür waren Gespräche über die sportliche Ausrichtung und den geplanten Neuaufbau der Mannschaft.
Nach der Niederlage gegen Saarbrücken fiel Arabis Stellungnahme zurückhaltender aus. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte er, dass die sportliche Führung nach den Spielen regelmäßig diskutiere. Die Mannschaft bemühe sich und investiere viel, befinde sich als Gruppe aber noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Entscheidend sei, gemeinsam Lösungsansätze zu finden, mit denen sich die Situation verbessern lasse. Ein ausdrückliches erneutes Bekenntnis zu Ende enthielt diese Stellungnahme nicht. Eine beschlossene Entlassung oder einen Trainerwechsel kündigte Arabi allerdings ebenfalls nicht an.
Die Debatte beschränkt sich inzwischen nicht mehr allein auf die sportlichen Ergebnisse. Nach der Heimniederlage wurden auch Forderungen von Fans nach einem Trainerwechsel öffentlich. Solche Reaktionen sind allerdings von Entscheidungen der Vereinsführung zu unterscheiden. Ende steht weiterhin als Cheftrainer in der Verantwortung. Ob die sportliche Leitung an der bisherigen Zusammenarbeit festhält oder personelle Konsequenzen erwägt, blieb zunächst offen.
Alexander Ende wurde am 12. April 2026 als Nachfolger von Markus Anfang verpflichtet. Der damalige Zweitligist reagierte damit auf seine schwierige sportliche Situation im Abstiegskampf. Ende erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Zuvor hatte er den SC Preußen Münster und den SC Verl trainiert. Gerade seine Arbeit in Verl, wo er in der 3. Liga für eine offensive Spielweise stand, hatte ihm Anerkennung eingebracht.
Nach dem Düsseldorfer Abstieg wurde die sportliche Führung neu aufgestellt. Sven Mislintat verließ den Verein, Samir Arabi übernahm den Vorstandsposten und hielt zunächst an Ende fest. Damit erhielt der Trainer die Gelegenheit, die Mannschaft nach dem Abstieg neu auszurichten. Dass die Fortuna in der laufenden Saison bereits mehrere überzeugende Ergebnisse erzielt hat, gehört ebenso zur bisherigen Entwicklung wie die weiterhin fehlende Konstanz.
Der nächste reguläre Ligatermin führt Fortuna Düsseldorf am Samstag, 24. Oktober 2026, zu Hansa Rostock. Anstoß ist um 14 Uhr. Sportlich geht es darum, die bisherige Punkteausbeute zu verbessern und den Abstand zur Spitzengruppe zu verkürzen. Welche Bedeutung die Begegnung für die persönliche Zukunft von Alexander Ende haben wird, ist nicht offiziell festgelegt. Die Diskussion über den Trainer hat durch die Niederlage gegen Saarbrücken jedoch neue Aufmerksamkeit erhalten.
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