Russischer Langstreckenbomber Tu-95 abgestürzt: Sechs Tote

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Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Bei einem Trainingsflug im Fernen Osten Russlands ist am Dienstag ein militärisches Langstreckenflugzeug vom Typ Tu-95 abgestürzt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums kamen sechs Besatzungsmitglieder ums Leben. Ein weiterer Mensch an Bord wurde verletzt und in eine medizinische Einrichtung gebracht.

Der Tu-95 Absturz in Amur ereignete sich nach offiziellen Angaben während eines Ausbildungsfluges. Das Flugzeug sei in unbewohntem Gebiet niedergegangen. Bewaffnung habe sich bei dem Flug nicht an Bord befunden. Zur Ursache der Katastrophe gab es am Dienstagabend noch keine gesicherten Angaben.

Sieben Menschen befanden sich an Bord

Aus der Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums ergibt sich, dass insgesamt sieben Besatzungsmitglieder in der Maschine waren. Sechs von ihnen kamen nach vorläufigen Angaben ums Leben. Der einzige Überlebende wurde verletzt geborgen und zur Behandlung gebracht.

Das Verteidigungsministerium entsandte nach eigenen Angaben eine Kommission der russischen Luft- und Weltraumkräfte an die Absturzstelle. Sie soll die genauen Umstände des Unglücks untersuchen. Eine vorläufige technische Ursache nannte das Ministerium zunächst nicht.

Frühe Meldungen über den Absturz hatten teilweise einen anderen Flugzeugtyp genannt. Später bestätigte das russische Verteidigungsministerium ausdrücklich eine Maschine vom Typ Tu-95. Angaben über einen möglichen Brand oder eine Explosion als Ursache des Absturzes waren zunächst nicht offiziell bestätigt.

Maschine stürzte nahe Krasnojarowo ab

Die Regionalregierung der Oblast Amur verortete das Unglück in der Umgebung von Krasnojarowo. Nach ihrer Darstellung versuchte die Besatzung vor dem Absturz, die Maschine von Wohnhäusern fernzuhalten. Das Flugzeug kam schließlich außerhalb bewohnter Bereiche zu Boden.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte ebenfalls, die Tu-95 sei in unbewohntem Gelände abgestürzt. Berichte über weitere Verletzte oder Schäden am Boden lagen zunächst nicht vor.

Die Oblast Amur liegt im äußersten Osten Russlands an der Grenze zu China. In der Region befinden sich mehrere militärisch bedeutende Einrichtungen der russischen Luftstreitkräfte. Zu konkreten Angaben über den Startflugplatz der verunglückten Maschine äußerten sich die zuständigen Stellen zunächst nicht.

Tu-95 gehört zu Russlands strategischer Bomberflotte

Die Tupolew Tu-95 ist ein viermotoriger Turboprop-Langstreckenbomber, dessen Grundkonstruktion noch aus der Sowjetzeit stammt. Modernisierte Maschinen werden bis heute von den russischen Luftstreitkräften eingesetzt. Im Westen ist der Flugzeugtyp unter der NATO-Bezeichnung „Bear“ bekannt.

Insbesondere die modernisierte Variante Tu-95MS gehört zu den strategischen Bomberkräften Russlands. Die Flugzeuge können weitreichende Marschflugkörper tragen. Dazu gehören konventionell bestückte Waffen wie die Kh-101. Für die strategische Rolle stehen zudem nuklear einsetzbare Marschflugkörper zur Verfügung.

Damit gehört die Tu-95-Familie zu den luftgestützten Komponenten der russischen strategischen Streitkräfte. Russland verfügt daneben über landgestützte Interkontinentalraketen und ballistische Raketen auf Atom-U-Booten.

Tu-95MS-Bomber wurden in den vergangenen Jahren außerdem für konventionelle Angriffe mit Marschflugkörpern eingesetzt. Im Krieg gegen die Ukraine dienen strategische Bomber unter anderem als Startplattformen für weitreichende Waffen, die aus großer Entfernung abgefeuert werden können.

Flug fand nach russischen Angaben ohne Bewaffnung statt

Für den abgestürzten Bomber erklärte das russische Verteidigungsministerium ausdrücklich, dass der Trainingsflug ohne Bewaffnung durchgeführt worden sei. Hinweise darauf, dass sich nukleare oder konventionelle Waffen an Bord befanden, gibt es damit nicht.

Auch ein Zusammenhang mit Kampfhandlungen wurde von den russischen Behörden nicht genannt. Offiziell bestätigt war zunächst ein Ausbildungsflug. Die genauen Abläufe vor dem Absturz und mögliche technische oder menschliche Ursachen waren am Dienstagabend Gegenstand der Untersuchung.

Damit bleibt die Ursache des Unglücks offen. Gesichert sind bislang der Absturz einer Tu-95 in der Region Amur, der Tod von sechs Besatzungsmitgliedern sowie die Verletzung eines siebten Menschen. Weitere Erkenntnisse sollen die Untersuchungen der russischen Luft- und Weltraumkräfte liefern.

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