
Der Reisekonzern TUI sieht sich vor der wichtigen Sommersaison mit vorsichtigeren Buchungen konfrontiert, hält aber an seiner zuletzt angepassten Ergebnisprognose fest. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag das bereinigte operative Ergebnis bei minus 188 Millionen Euro zu konstanten Wechselkursen. Damit fiel der saisonal übliche Verlust geringer aus als im Vorjahr. Der Umsatz lag im Quartal mit rund 3,7 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Für das erste Halbjahr verbesserte sich das bereinigte operative Ergebnis auf minus 111 Millionen Euro zu konstanten Wechselkursen.
Für den Sommer 2026 meldet TUI gebuchte Umsätze im Bereich Markets und Airline von sieben Prozent unter dem Vorjahr. In Großbritannien lag das Minus bei zehn Prozent, in Deutschland bei drei Prozent. Zugleich verweist der Konzern auf 7,9 Millionen Buchungen für die Sommersaison. Mehr als die Hälfte der Kapazität sei bereits verkauft. Besonders wichtig bleiben Kurz- und Mittelstreckenziele wie Griechenland, Spanien, die Balearen und die Kanaren.
Die Zurückhaltung vieler Kunden zeigt sich vor allem im späteren Buchungsverhalten. TUI beschreibt eine Verlagerung von östlichen zu westlichen Mittelmeerzielen. Ursache sind nach Konzernangaben die Folgen des Kriegs im Iran und eine insgesamt unsichere geopolitische Lage. Eine genaue Aussage darüber, wie stark einzelne Reiseziele dauerhaft betroffen sein werden, lässt sich daraus zunächst nicht ableiten.
Stärker entwickelte sich das Kreuzfahrtgeschäft. TUI verweist auf eine anhaltend robuste Nachfrage in Großbritannien und Deutschland. Gleichzeitig belasteten operative Folgen des Iran-Kriegs auch dieses Segment. Nach Unternehmensangaben entstanden im Kreuzfahrtbereich Belastungen von 20 Millionen Euro. Insgesamt nennt TUI für das erste Halbjahr zusätzliche Belastungen von 40 Millionen Euro durch den Iran-Krieg sowie 21 Millionen Euro durch den Hurrikan in Jamaika.
Im April hatten die Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 den Persischen Golf verlassen. Zuvor waren Fahrten wegen der Sicherheitslage abgesagt worden. Nach TUI-Angaben sollten beide Schiffe ab Mitte Mai wieder im Mittelmeer eingesetzt werden.
TUI erwartet für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen. Die frühere Umsatzprognose wurde bereits im April ausgesetzt. Zuvor hatte der Konzern ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent in Aussicht gestellt. Die angepasste Prognose steht unter der Annahme, dass es keine wesentliche weitere Eskalation der geopolitischen Lage gibt und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt.
Der Konzern verweist außerdem auf Absicherungsgeschäfte bei Treibstoff und Währungen. Zum 3. Mai 2026 waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 abgesichert, für den Winter 2026/27 waren es 62 Prozent. Für den Sommer 2027 lag die Absicherung bei 36 Prozent. Damit bleibt der kurzfristige Kostendruck begrenzt, während spätere Saisons stärker von der weiteren Preisentwicklung abhängen können.
Der Fall TUI zeigt, wie empfindlich große Reisekonzerne auf geopolitische Konflikte, Naturereignisse und verändertes Buchungsverhalten reagieren. Die Nachfrage nach Urlaub bleibt zwar grundsätzlich vorhanden, doch Kunden entscheiden kurzfristiger und meiden offenbar stärker Regionen, die sie als unsicher wahrnehmen. Für TUI wird deshalb entscheidend, ob sich die Nachfrage im Sommergeschäft weiter stabilisiert und ob die starken Sparten Kreuzfahrten, Hotels und Aktivitäten die schwächeren Buchungstrends im klassischen Reisegeschäft ausgleichen können.
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