Uber baut weltweit rund zehn Prozent der Belegschaft ab

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Uber baut seine Organisation grundlegend um und streicht weltweit rund 3.300 Stellen. Das entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft. Vorstandschef Dara Khosrowshahi kündigte die Veränderungen am Mittwoch, 2. September 2026, in einer Mitteilung an die Beschäftigten an, die das Unternehmen anschließend selbst veröffentlichte. Der Stellenabbau bei Uber ist die größte Abbaurunde des Fahrdienstvermittlers seit der Corona Pandemie.

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Uber spricht in seiner eigenen Mitteilung von einer Verringerung der Belegschaft um rund zehn Prozent. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigten Uber und seine Tochtergesellschaften nach Angaben im bei der US Börsenaufsicht SEC eingereichten Geschäftsbericht rund 34.000 Menschen. Davon arbeiteten etwa 20.300 außerhalb der Vereinigten Staaten. Reuters beziffert die nun betroffene Zahl der Arbeitsplätze auf rund 3.300.

Uber will Hierarchien und kleine Teams abbauen

Der Konzern begründet den Umbau vor allem mit der zunehmenden organisatorischen Komplexität. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe zusätzliche Hierarchieebenen, Abstimmungsprozesse und teilweise unklare Zuständigkeiten entstehen lassen. Nach Darstellung des Unternehmens sollen Entscheidungen künftig schneller getroffen und Verantwortlichkeiten eindeutiger verteilt werden. Einsparungen durch den Umbau will Uber in Wachstum, Innovation und neue Fähigkeiten investieren.

Besonders deutlich setzt Uber bei den Führungsstrukturen an. Die Zahl der Beschäftigten, die mindestens sieben Hierarchieebenen unterhalb des Vorstandschefs angesiedelt sind, wird nach Unternehmensangaben um 20 Prozent reduziert. Gleichzeitig sinkt die Zahl sogenannter Mikroteams mit lediglich einem oder zwei direkt unterstellten Mitarbeitern um nahezu die Hälfte. Rollen, die vor allem auf die Koordination zwischen verschiedenen Einheiten ausgerichtet waren, gehören ebenfalls zu den Bereichen, die verkleinert wurden.

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Das bedeutet allerdings nicht, dass ausschließlich Führungskräfte ihre Stellen verlieren. Die Umstrukturierung erfasst verschiedene Funktionen. Eine genaue Aufteilung der rund 3.300 betroffenen Stellen nach Managementpositionen und anderen Tätigkeiten veröffentlichte Uber zunächst nicht.

Delivery und Technologie werden neu organisiert

Zu den konkret genannten Veränderungen gehört die Zusammenlegung von Einheiten im Liefergeschäft. Die bislang getrennt organisierten Delivery Operations für Restaurants, Einzelhandel und das sogenannte Direct Geschäft sollen künftig stärker unter gemeinsamen Verantwortlichkeiten geführt werden. Die Neuordnung erfolgt nach Unternehmensangaben auf globaler, regionaler und nationaler Ebene. Dadurch sollen Überschneidungen verringert und Entscheidungen über den Einsatz von Kapital zentraler gesteuert werden.

Auch im Technologiebereich verändert Uber seine Struktur. Das Unternehmen führt Teams aus Core Services Engineering und Science zusammen. Uber nennt diese Neuorganisation als weiteres Beispiel dafür, wie bislang getrennte Einheiten gebündelt werden sollen. Eine vollständige Aufstellung aller Bereiche, in denen Stellen wegfallen, legte das Unternehmen zunächst nicht vor.

Eine konkrete Verteilung der Entlassungen auf einzelne Länder gibt es ebenfalls nicht. Uber bezeichnet den Umbau ausdrücklich als unternehmensweit. Beschäftigte, deren Stellen betroffen sind, seien bereits informiert worden. Ausgenommen sind Länder, in denen gesetzlich vorgeschriebene Verfahren zunächst durchlaufen werden müssen.

Uber konzentriert Beschäftigte stärker auf große Standorte

Parallel zum Stellenabbau verschärft Uber seine Standortstrategie. Globale Teams sollen insbesondere in den großen Standorten New York und San Francisco konzentriert werden. Regionale Teams sollen in ausgewählten regionalen Zentren, nationale Einheiten in Länderstandorten und Technologieteams in entsprechenden Technologiezentren gebündelt werden.

Auch vollständig mobiles Arbeiten wird erheblich eingeschränkt. Künftig sollen nur noch rund ein Prozent der Beschäftigten ausschließlich aus der Ferne arbeiten. Für den Großteil der Mitarbeiter bleibt die Regel bestehen, an drei Tagen pro Woche im Büro zu arbeiten. Uber begründet die stärkere räumliche Konzentration mit einer engeren Zusammenarbeit von Teams und Führungskräften.

Die jetzige Abbaurunde fällt trotz eines nach Darstellung des Unternehmens starken operativen Geschäfts. Khosrowshahi verweist darauf, dass sich die Erlöse des Konzerns innerhalb von gut fünf Jahren nahezu verdreifacht hätten. Gerade dieses Wachstum habe jedoch Strukturen entstehen lassen, die Uber nun wieder vereinfachen wolle.

Uber Aktie reagiert zunächst mit Kursplus

An der Börse wurde die Ankündigung zunächst positiv aufgenommen. Die Uber Aktie legte am Mittwoch im frühen US Handel um annähernd zwei Prozent zu, wie Reuters berichtete. Andere Marktbeobachter registrierten am Vormittag zeitweise ein Plus von etwas mehr als zwei Prozent. Die Kursbewegung ist eine Momentaufnahme vom 2. September 2026 und lässt keine Aussage über die weitere Entwicklung der Aktie zu.

Seit Jahresbeginn hatte sich die Uber Aktie bis zu diesem Zeitpunkt schwächer entwickelt als der breite US Aktienmarkt. Reuters bezifferte das Minus 2026 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf knapp acht Prozent. Zu den Themen, die Investoren beschäftigen, zählt die wachsende Konkurrenz durch Anbieter autonomer Fahrdienste. Uber selbst plant, in den kommenden Jahren erhebliche Mittel in den Bereich autonomer Mobilität zu investieren.

Stellenabbau zieht sich weiter durch die Technologiebranche

Mit dem Schritt reiht sich Uber in eine größere Serie von Stellenstreichungen bei Technologieunternehmen ein. Der Branchendienst Layoffs.fyi hatte für 2026 bis Ende August bereits mehr als 125.000 gestrichene Stellen bei Technologieunternehmen erfasst. Solche Datenbanken beruhen auf Unternehmensangaben und veröffentlichten Abbaumaßnahmen und sind keine amtliche Arbeitsmarktstatistik, zeigen aber die Größenordnung der laufenden Restrukturierungen.

Zu den Unternehmen mit größeren Maßnahmen in diesem Jahr gehört unter anderem Intuit. Der Softwarekonzern kündigte im Mai den Abbau von rund 3.000 Stellen und damit etwa 17 Prozent seiner weltweiten Belegschaft an. Auch Meta setzte 2026 umfangreiche organisatorische Veränderungen und Stellenstreichungen um. Bei mehreren Technologiekonzernen spielen hohe Investitionen in künstliche Intelligenz, Erwartungen an Produktivitätssteigerungen und die Konzentration auf strategische Wachstumsfelder eine Rolle.

Bei Uber ist die Begründung enger gefasst. Khosrowshahi führte den aktuellen Stellenabbau nicht auf künstliche Intelligenz zurück. Im Mittelpunkt der offiziellen Erklärung stehen weniger Hierarchieebenen, größere Teams, klarere Zuständigkeiten, die Bündelung von Standorten und die Verlagerung finanzieller Spielräume in künftige Wachstumsfelder. Damit unterscheidet sich die Begründung in einem wichtigen Punkt von einigen anderen aktuellen Personalmaßnahmen in der Technologiebranche.

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