
ARD History zeigt am heutigen Montag, 18. Mai 2026, um 23:50 Uhr die 45-minütige Dokumentation Vom Hakenkreuz zum Totenkopf – Der FC St. Pauli und seine Geschichte. Der Film von Katrin Hafemann und Marie Theresa Lassere ist eine Produktion des NDR. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Verein, der heute für Antifaschismus, Toleranz und soziales Engagement steht, mit seiner eigenen Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus umgeht.
Die Dokumentation untersucht das bekannte heutige Image des Hamburger Kiez-Clubs und fragt, welche historischen Brüche und Widersprüche hinter diesem Bild stehen. Der FC St. Pauli gilt seit Jahrzehnten als Verein mit einer besonders politisierten Fankultur. Totenkopf-Symbolik, klare Haltung gegen Rechts und ein starkes Selbstverständnis als alternativer Fußballclub prägen die öffentliche Wahrnehmung. Der Film setzt genau dort an und zeigt, dass diese Identität nicht losgelöst von der Vergangenheit betrachtet werden kann.
Katrin Hafemann und Marie Theresa Lassere folgen den Spuren der Vereinsgeschichte vom Stadion über Archive bis zu Erinnerungsorten des Holocaust. Dabei geht es um verdrängte Biografien und um die Frage, wie lange bestimmte Kapitel innerhalb des Vereins nicht sichtbar waren. Die Dokumentation stellt damit keinen einfachen Gegensatz zwischen früher und heute her. Sie zeigt vielmehr einen Verein, dessen heutige Haltung auch aus der späteren Auseinandersetzung mit dieser Geschichte gewachsen ist.
Der Film verbindet Sportgeschichte, Zeitgeschichte und Erinnerungskultur. Archivmaterial und Recherchen an historischen Orten geben dem Stoff eine anschauliche Grundlage. Der Zuschauer folgt dem Weg von einem Verein, der in der NS-Zeit Teil der politischen Verhältnisse war, bis hin zu einem Club, der heute international mit Antifaschismus verbunden wird.
Ein zentrales Element der Dokumentation ist die Biografie von Selig Cahn. Er war mit dem FC St. Pauli verbunden und wurde während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet. Vorberichte nennen seine Deportation nach Auschwitz im Jahr 1942 als eines der tragischen Beispiele für die Opfergeschichte innerhalb des Vereinsumfelds.
Der Film ordnet diese Biografie in einen größeren Zusammenhang ein. Er macht deutlich, dass Sportvereine in der Zeit des Nationalsozialismus nicht außerhalb der politischen Verhältnisse standen. Auch Fußballclubs waren Teil der Gesellschaft, ihrer Institutionen und ihrer Anpassungsprozesse. Für den FC St. Pauli bedeutet das eine Auseinandersetzung mit jüdischen Vereinsmitgliedern, mit Ausgrenzung und mit Biographien, deren Schicksale erst spät kritisch aufgearbeitet wurden.
Gerade die Geschichte von Selig Cahn zeigt, warum historische Aufarbeitung mehr ist als ein Blick in alte Akten. Sie macht individuelle Schicksale sichtbar, die lange aus der öffentlichen Erinnerung verschwunden waren.
Der FC St. Pauli ist heute für sein klares antifaschistisches Selbstverständnis bekannt. Dieses Bild entstand nicht von allein. Die Dokumentation zeigt, wie der Verein über Jahrzehnte einen Wandel durchlief, der eng mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte verknüpft ist. Die heutige Fankultur, die Totenkopf-Symbolik als Gegenentwurf und das soziale Engagement des Clubs sind Teil eines Prozesses, der in der kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit wurzelt.
Musikerinnen wie Apache 207 oder Vertreter jüngerer Generationen stehen für eine Popkultur, in der der FC St. Pauli als Referenz für eine politisch klare Haltung gilt. Der Film macht sichtbar, auf welchem historischen Fundament dieses Image steht und woher die Energie für den Wandel kam.
Vom Hakenkreuz zum Totenkopf – Der FC St. Pauli und seine Geschichte läuft heute, am Montag, 18. Mai 2026, um 23:50 Uhr bei ARD History. Die Dokumentation dauert 45 Minuten und wurde von Katrin Hafemann und Marie Theresa Lassere für den NDR realisiert. Die späte Sendezeit passt zu einem Format, das weniger auf schnelle Unterhaltung setzt, sondern auf historische Einordnung und kritische Recherche.
Der Film richtet sich an Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich sowohl für Vereinsgeschichte als auch für die gesellschaftliche Rolle des Sports im Nationalsozialismus interessieren. Er stellt die Frage, wie ein Verein lernt, seine Vergangenheit nicht zu verdrängen, sondern als Teil seiner Identität zu begreifen.
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