VW, Audi und Porsche verlieren trotz wachsendem Automarkt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Neuwagenmarkt ist im August 2026 gewachsen, doch mehrere zentrale Marken des Volkswagen Konzerns haben davon nicht profitiert. Nach den am 3. September veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts wurden 212.563 Pkw neu zugelassen. Das waren 2,6 Prozent mehr als im August 2025. Gleichzeitig gingen die Zulassungen von VW, Audi und Porsche deutlich zurück.

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Besonders auffällig ist die gegensätzliche Entwicklung innerhalb des Konzerns. Während die Kernmarke VW 14,0 Prozent verlor und Audi sogar 16,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat lag, steigerte Škoda seine Neuzulassungen um 7,3 Prozent. Noch stärker wuchs der chinesische Hersteller BYD. Seine Registrierungen lagen um 371,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

VW Neuzulassungen August 2026 deutlich unter Vorjahr

VW blieb auch im August die mit Abstand größte deutsche Pkw-Marke, verlor aber deutlich an Volumen. 32.233 Fahrzeuge der Marke wurden neu zugelassen. Der Marktanteil lag bei 15,2 Prozent. Im August 2025 waren es rechnerisch rund 37.500 Fahrzeuge gewesen.

Auch bei Audi zeigte sich ein kräftiger Monatsrückgang. 12.805 Neuzulassungen entsprachen einem Minus von 16,5 Prozent und einem Marktanteil von 6,0 Prozent. Porsche kam auf 1.540 Neuzulassungen, 10,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil der Sportwagenmarke lag bei 0,7 Prozent.

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Der Blick auf die ersten acht Monate relativiert die Augustentwicklung bei Audi. Von Januar bis August wurden 136.659 Audi neu zugelassen, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. VW lag dagegen mit 353.983 Fahrzeugen 5,7 Prozent im Minus. Porsche kam auf 19.851 Neuzulassungen und ebenfalls auf einen Rückgang von 5,7 Prozent.

Škoda wächst gegen den Trend mehrerer Konzernmarken

Škoda entwickelte sich im deutschen Markt deutlich besser. Im August wurden 15.526 Pkw der zum Volkswagen Konzern gehörenden tschechischen Marke neu zugelassen. Das waren 7,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit einem Marktanteil von ebenfalls 7,3 Prozent war Škoda die stärkste Importmarke in Deutschland.

Auch über den einzelnen Monat hinaus ist das Bild positiv. Von Januar bis August kam Škoda auf 167.075 Neuzulassungen. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 entspricht das einem Plus von 13,8 Prozent. Damit lag die Marke im bisherigen Jahresverlauf beim Volumen bereits deutlich vor Audi.

Nicht alle weiteren Konzernmarken konnten zulegen. Seat kam im August auf 11.189 Fahrzeuge und lag damit 12,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Von Januar bis August sank die Zahl der Seat Neuzulassungen um 5,1 Prozent auf 104.241 Fahrzeuge. Die Zahlen zeigen damit ein stark unterschiedliches Bild innerhalb des Volkswagen Konzerns.

BYD vervielfacht seine Neuzulassungen in Deutschland

BYD setzte seinen starken Wachstumskurs im deutschen Markt fort. Das KBA registrierte im August 5.256 neue Pkw der chinesischen Marke. Ein Jahr zuvor waren es 1.114 Fahrzeuge. Daraus ergibt sich ein Zuwachs von 371,8 Prozent. Der Marktanteil von BYD lag im August bei 2,5 Prozent.

Auch im bisherigen Jahresverlauf ist der Anstieg deutlich. Von Januar bis August wurden 36.748 BYD neu zugelassen. Das waren 329,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Marktanteil über die ersten acht Monate lag bei 1,9 Prozent.

Deutschland ist dabei nur ein Teil der internationalen Expansion des Herstellers. BYD meldete für August weltweit 440.293 verkaufte Fahrzeuge, 17,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Auslieferungen außerhalb Chinas stiegen nach Unternehmensangaben besonders kräftig auf 189.466 Fahrzeuge. Damit gewinnt das Ausland für den Konzern zunehmend an Bedeutung.

Elektroautos treiben den deutschen Markt

Der Markenvergleich fällt in einen Monat, in dem sich der deutsche Pkw-Markt deutlich in Richtung elektrifizierter Antriebe verschoben hat. 68.930 reine Elektroautos wurden im August neu zugelassen. Das waren 75,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte 32,4 Prozent.

Hinzu kamen 25.406 Plug-in-Hybride. Ihre Neuzulassungen stiegen um 6,0 Prozent, der Marktanteil lag bei 12,0 Prozent. Reine Elektroautos und Plug-in-Hybride kamen damit zusammen auf mehr als 44 Prozent aller Neuzulassungen.

Bei klassischen Verbrennern zeigte sich die Gegenbewegung. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank um 37,9 Prozent auf 35.536 Fahrzeuge. Dieselmodelle gingen um 17,3 Prozent auf 22.516 Einheiten zurück. Gleichzeitig legten private Neuzulassungen um 16,9 Prozent zu, während die gewerblichen Zulassungen um 5,3 Prozent zurückgingen.

Der Verband der Automobilindustrie weist für deutsche Hersteller einschließlich ihrer Konzernmarken im August ein Minus von 6 Prozent aus. Ausländische Marken kamen nach dieser Abgrenzung auf ein Plus von 21 Prozent. Der Unterschied zeigt, dass das leichte Wachstum des Gesamtmarkts nicht gleichmäßig auf die Hersteller verteilt war.

Gesamtmarkt bleibt deutlich unter dem Niveau von 2019

Von Januar bis August 2026 wurden in Deutschland 1.965.024 Pkw neu zugelassen. Das waren 4,8 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Trotz des Wachstums liegt der Markt nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie weiterhin rund 21 Prozent unter dem Niveau der ersten acht Monate des Jahres 2019.

Auch die weltweiten Auslieferungszahlen des Volkswagen Konzerns zeigen für die Marken unterschiedliche Richtungen. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Auslieferungen der Marke Volkswagen Pkw um 10,9 Prozent zurück. Audi verlor 7,2 Prozent und Porsche 16,5 Prozent. Škoda legte dagegen um 9,1 Prozent zu. Diese weltweiten Auslieferungszahlen sind methodisch nicht direkt mit den deutschen KBA-Neuzulassungen vergleichbar, zeigen aber eine ähnliche Spreizung zwischen den Marken.

Volkswagen steht zugleich vor einem umfassenden Umbau

Die Augustzahlen fallen in eine Phase, in der Volkswagen seinen Konzern grundlegend neu ausrichten will. Am 3. September billigte der Aufsichtsrat einen umfassenden Transformationsplan. Volkswagen kündigte dabei an, weltweit rund 50.000 weitere Stellen abbauen zu wollen, zusätzlich zu bereits laufenden Reduzierungen. Für mehrere deutsche Werke sollen wegen auslaufender Modellbelegungen ab 2031 alternative Nutzungen geprüft werden.

Für den deutschen Neuwagenmarkt bleibt festzuhalten, dass die Schwäche im August nicht den gesamten Volkswagen Konzern gleichermaßen erfasste. Während VW, Audi und Porsche deutlich unter ihren Vorjahreswerten lagen, konnte Škoda zulegen. Gleichzeitig wächst BYD von deutlich kleinerer Basis aus schnell und erreicht inzwischen ein sichtbares Volumen im größten Automarkt Europas.

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